Mirabellenbaum – mögliche Krankheiten und was zu tun ist

Mirabellenbäume sind einladend für leider, leider viel zu viele Krankheiten. Drei von ihnen wollen wir nachfolgend näher beschreiben. Eine davon ist nicht „heilbar“ und der Baum muss aus dem Garten verschwinden. Doch die anderen zwei können wir besiegen, wenn wir ihre Anzeichen richtig deuten und das Gegenmittel kennen.

mirabellenbaum-krankheiten
Die Schrotschusskrankheit lässt sich gut an rotbraunen Flecken erkennen

Monilia-Spitzendürre

Die Monilia-Spitzendürre ist eine typische Steinobstkrankheit. Sie wird durch Regen, Wind und Insekten übertragen. Die Erreger gelangen über die Blüten in den Baum. Ganze Triebspitzen samt Blütenbüscheln und Blättern beginnen zu welken, streben schließlich ab. Gelegentlich zeigt sich an der Schnittstelle zwischen erkranktem und noch gesundem Gewebe der sog. Gummifluss.

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Sobald Sie die ersten Anzeichen dieser Krankheit an Ihrem Mirabellenbaum ausmachen, sollten Sie handeln. Dafür brauchen Sie die freundliche Unterstützung Ihrer Gartenschere.

  • alle befallenen Triebe unverzüglich zurückschneiden
  • etwa 15 cm tief ins gesunde Holz schneiden
  • so wird auch ein Großteil der Sporen entfernt
  • evtl. befallene, verschrumpelte Früchte einsammeln
  • das mit dem Pilzerreger behaftete Material entsorgen
  • noch besser ist es, es zu verbrennen
  • ist für den Kompost ungeeignet, da der Erreger überlebt

Scharkakrankheit

Diese durch Virus verursachte Krankheit kann nicht bekämpft werden. Übertragen wird Sie durch Schädlinge, genauer durch Blattläuse. Die Symptome sind weiß-braune Flecken oder Ringe sowohl an Blättern als auch an Früchten. Befallene Bäume müssen restlos aus dem Garten entfernt und entsorgt werden. Da die Scharkakrankheit eine ernste Bedrohung für gesunde, benachbarte Bäume darstellt, besteht für sie hierzulande Meldepflicht bei der zuständigen Behörde.

Tipps

Achten Sie bei Neupflanzungen darauf, eine gegen diese Krankheit weniger anfällige Mirabellensorte zu wählen.

Schrotschusskrankheit

Zuerst werden an jungen Blättern runde, rotbraune Flecken sichtbar. Mit der Zeit trocknet dieses Pflanzengewebe ein und fällt ganz heraus, immer mehr Löcher entstehen. Die Blätter sehen aus, als wären sie einer Schrottflinte zum Opfer gefallen. Daher kommt auch der Name dieser Pilzkrankheit. Die Erreger breiten sich mit Vorliebe im Frühjahr und bei feuchtem Wetter aus. Oft sind die Symptome im unteren Bereich der Krone ausgeprägter.

Beugen Sie vor, indem Sie das Auslichten der Krone als regelmäßigen Bestandteil der Pflege betrachten. Auch ein regengeschützter und gut belüfteter Standort beugt einem Krankheitsausbruch vor. Der Handel bietet zudem resistente Mirabellensorten an. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen und weit fortgeschritten, fragen Sie im Fachhandel nach einem speziellen Fungizid.

Tipps

Wenn Sie an Ihrem Mirabellenbaum gekräuselte Blätter beobachten, sollten Sie nicht sofort an die Kräuselkrankheit denken. Diese macht um den Mirabellenbaum einen Bogen. Sehr wahrscheinlich wird sich der Baum Läuse eingefangen haben. Schauen Sie genauer hin.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Artverau/Shutterstock
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