Mirabellenbaum – Kräuselkrankheit oder doch was anderes?

Der Mirabellenbaum gehört zum Steinobst. Andere Vertreter dieser Obstgruppe, wie zum Beispiel der Pfirsich, haben bekanntlich häufiger mit der Kräuselkrankheit zu kämpfen. Was zunächst mit verunstalteten Blättern beginnt, kann größere Ausmaße annehmen und das Leben eines Baumes beenden. Müssen wir uns auch um den Mirabellenbaum sorgen?

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Die Kräuselkrankheit befällt hauptsächlich Pfirsich- und Nektarinenbäume

Ist ein Krankheitsausbruch wahrscheinlich?

Obwohl es sich bei der Mirabelle um Steinobst handelt, scheint die Kräuselkrankheit für sie keine Bedrohung zu sein. Nicht dass die Krankheit sie nicht in die Knie zwingen kann. Der Baum erkrankt gar nicht erst daran, sagen alle Experten übereinstimmend aus.

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Mit den Risiken und Symptomen dieser Krankheit sollen Sie sich dann vertraut machen, wenn Sie in Ihrem Garten neben dem Mirabellenbaum auch einen Pfirisch-, Nektarinen- oder Mandelbaum stehen haben.

Dennoch gekräuselte Blätter, was nun?

Gekräuselte Triebspitzen sind ein eindeutiges Merkmal der Kräuselkrankheit. Nach den Ausführungen zuvor, dürften sie bei einem Mirabellenbaum gar nicht vorkommen. Doch tatsächlich können auch bei dieser Obstbaumart gelegentlich gekräuselte Blätter sichtbar werden. Ignorieren Sie das veränderte Erscheinungsbild nicht. Die Kräuselkrankheit ist es nicht, doch harmlos ist die Veränderung nun auch nicht.

Blattläuse als Schuldige überführen

Nicht nur Pilzerreger und Viren können den Mirabellenbaum befallen, auch einige Schädlinge lieben ihn. So zum Beispiel Blattläuse. Sie saugen an ihm und hinterlassen dabei sichtbare Spuren. Sie haben es bestimmt schon erraten: gekräuselte Blätter.

Gehen Sie näher heran, um die Winzlinge mit eigenen Augen zu entdecken und sich so Gewissheit zu verschaffen. Ein schwacher Befall kann einen gesunden Baum nicht zu Fall bringen. Deswegen wird Blattlausbefall zumeist erst bekämpft, wenn er überhandnimmt.

Überdenken Sie allerdings folgende Tatsache: Blattläuse übertragen Krankheiten, darunter die gefährliche Scharkakrankheit, gegen die es kein Mittel gibt. Bricht sie aus, können Sie schon bald Ihren Baum verlieren. Gehen Sie daher frühzeitig gegen Läuse vor, mit einem ökologisch unbedenklichen Hausmittel wie Brennnesselsud o. A.

Auf diese Krankheiten achten

Wenn es um die Kräuselkrankheit geht, haben wie Sie hoffentlich beruhigen können. Doch ganz aus der Gefahrenzone ist ihr Mirabellenbaum dennoch nicht. Machen Sie sich mit folgenden Krankheiten vertraut, damit Sie sie an ihm erkennen und rechtzeitig bekämpfen bzw. im Vorwege vorbeugen können:

  • Schrottschusskrankheit
  • Monilia-Spitzendürre
  • Scharkakrankheit

Tipps

Die beliebte Mirabellen Sorte „Mirabelle von Nancy“ aber auch einige andere sind unempfindlicher gegen das Scharka-Virus. Bei Neupflanzungen können Sie diesen Aspekt in die Kaufentscheidung miteinbeziehen.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: LianeM/Shutterstock

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