Die Blätter der Linde – Formen, Texturen und Symbolik

Die Blätter der Linde gehören wohl zu den charakteristischsten Merkmalen des beliebten Laubbaums. Ihre große Herzform hat zum einen in der Vergangenheit zu poetischen Gefühlen inspiriert, hat aber andererseits auch einige praktische Vorzüge.

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Kein Lindenblatt gleicht dem anderen

Die typische Herzform der Lindenblätter

Die Blätter von Linden sind wechselständig und zweizeilig, das heißt, regelhaft angeordnet. Ihre großzügigen Ausbuchtungen am Stängelansatz sind charakteristisch, ja fast schon legendär. Denn in Kombination mit der fein zulaufenden Blattspitze ergibt sich eine deutliche Herzform, die die Menschheit schon unzählige Male zu emotionalen Konnotationen gebracht hat. Nicht umsonst hat sich die Linde in vielen Kulturkreisen als Liebessymbol etabliert und ist Gegenstand zahlreicher poetischer Kunstwerke.

Die Verbindung von Aussehen und Symbolik:

  • regelhafter Blattstand
  • herzförmige Kontur
  • dadurch vor allem Liebessymbol

Die Eigenschaften je nach Art

Insgesamt existieren etwa 20 bis 40 Arten von Linden, die sich in ihren vegetativen Merkmalen freilich immer ein wenig voneinander unterscheiden. Neben ziemlich unterschiedlichen Wuchshöhen zwischen 15 und 40 Metern zeigen auch die Blätter jeweils eigene Charakteristika, und zwar vor allem bezüglich folgender Kriterien:

  • Größe
  • Form
  • Farbe
  • Textur

Größe

Die Größe ist bei der Artenunterscheidung eines der augenscheinlichsten Kriterien. Vor allem bei den in unseren mitteleuropäischen Breiten zwei wichtigsten Arten, der Sommer- und der Winterlinde, ist die Größe das deutlichste Unterscheidungsmerkmal. Bei der Sommerlinde erreicht das Blatt eine Länge von etwa 12 cm, das noch etwas rundere Winterlindenblatt wird nur etwa 6 cm lang und 5 cm breit. Die Blätter der Amerikanischen Linde können sogar etwa 20 cm Länge erreichen. Durch ihre großen, lichte Blätter sind Linden äußerst angenehme Schattenspender.

Form

Der Blattumriss ist bei den verschiedenen Lindenarten im Allgemeinen typisch herzförmig, manchmal allerdings runder und manchmal länglicher. Der Blattrand ist meist gezähnt, auch hierbei gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Das Blatt der Henrys Linde etwa zeigt eine sehr starke Zähnung, bei Sommer- und Winterlinde ist sie eher fein. Manche nicht heimische Arten haben auch leicht variierende Blattkonturen, wie etwa die Mongolische Linde mit ihren deutlichen Spitzlappungen.

Farbe

Die Farben variieren nur wenig, die Blätter von Sommer- oder Amerikanischer Linde sind eher hell, die der Winter- und vor allem der Silber- oder der Krimlinde sind dunkler. Bei der Silberlinde zeigt sich außerdem ein silbriger Überzug auf der Blattunterseite, das Blatt der Krimlinde ist glänzender als die der übrigen Sorten.

Textur

Einige Lindenarten zeigen an den Blattflächen und auch an den Stielen eine feine Behaarung. Das ist etwa bei der Sommer- und der Winterlinde der Fall. Die Behaarung fällt bei der Winterlinde bräunlich, bei der Sommerlinde weißlich aus. Bei der Winterlinde gibt es allerdings nur an der Äderung der Blattunterseite die Behaarung, das Blatt der Sommerlinde ist hingegen vollständig mit dem feinen Flaum überzogen.

Hinweise auf Krankheiten

Bei Schädlingsbefall können insbesondere die Blätter der Linde Anzeiger sein. Ganz besonders ist das der Fall bei der Lindengallmilbe, bei deren Befall sich kleine rote Hörnchen auf der Blattoberseite bilden.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: baon/Shutterstock

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