Die Linde im Steckbrief – ein klassischer Heimatbaum

Die Linde gehört bei uns zu den beliebtesten Alleen- und Hofbäumen. Sie hat eine wichtige kulturgeschichtliche Bedeutung, an denen sicherlich einige ihrer praktischen Merkmale nicht ganz unschuldig sind. Hier ein Überblick über den volkstümlichen Heimatbaum.

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Die Linde gehört zu den bei uns heimischen Bäumen

Die kulturgeschichtliche Bedeutung der Linde

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum…dieses alte Volkslied hat der Linde ein prominentes Denkmal gesetzt. Und das ist angesichts ihrer wichtigen kulturhistorischen Rolle auch nur allzu legitim. Denn in vielen Dorfgemeinden Mitteleuropas bildete traditionell eine Linde das Zentrum, an dem man sich traf, Gemeinschaft genoss und Beziehungen schloss.

Ihre kulturelle Relevanz kommt nicht von ungefähr – denn der Laubbaum hat einige Merkmale und Besonderheiten, die ihn bestens geeignet für diverse menschliche Belange machen. Diese sind:

  • moderate Wuchshöhe
  • flächige, herzförmige Blätter
  • hohes Alter
  • vielseitig verwendbare Blüten

Die Vorzüge der Linden-Merkmale

Die Höhe und der Wuchs

Linden werden je nach Art – insgesamt gibt es etwa 40 – etwa 15 bis 40 Meter hoch. Gerade die kleineren Arten eignen sich daher gut für Pflanzungen in der Zivilisation, also an Straßenrändern, auf Dorfplätzen oder auch in größeren Gärten. Dabei bilden sie eine ausgesprochen harmonische Wuchsform aus mit einer ausladenden, oft sehr gleichmäßigen Krone über einem geraden Stamm. Dieser Wuchs macht sie insbesondere auch zu einem angenehmen Schattenspender.

Blätter

Die Blätter der Linde sind bekannt für ihre ausgeprägte Herzform. Je nach Sorte ist das Blatt mal flächiger, mal etwas kleiner – insbesondere sind die diesbezüglich die Arten der großblättrigen Sommerlinde und der kleinblättrigen Winterlinde relevant. Die breite Blätterform und die helle Blattfarbe sind ebenfalls mitverantwortlich für den unvergleichlich lichten, angenehmen Lindenschatten.

Hohes Alter

Linden können sehr alt werden und haben dadurch auch einen gewissen nostalgischen Charakter. Bis zu 500 Jahre können Einzelexemplare erreichen.

Die Blüten

Die Blüten gehören auch zu den wichtigsten Besonderheiten der Linde, denn sie haben einige sehr vorteilhafte Merkmale: Zum einen verströmen sie im Hochsommer einen wunderbar süßlichen, honigartigen Duft und sind eine wertvolle Bienenweide. Lindenblütenhonig ist daher auch eine der bekanntesten Imkerspezialitäten. Aus den Blüten lässt sich aber auch ein schmackhafter und wohltuender Tee brühen, der insbesondere bei Erkältungen die so bezeichnende Linderung bringen kann.

Eine der etwas unliebsameren Besonderheiten der Lindenblüte ist der sogenannte Honigtau – ein klebriges Sekret, das sie absondert und zu lästigen Überzügen auf Autos, Fahrrädern oder Mülltonnen sorgen kann.

Weitere vegetative Merkmale

Standortbedingungen

An ihren Standort stellen Linden vor allem Lichtansprüche – sie gedeihen am besten in voller Sonne. Den Boden mögen sie durchlässig und ph-neutral.

Früchte

Aus den duftenden Blüten entstehen kleine, kugelige Früchte mit einem einzigen Hochblatt. Dieses trägt die reife Frucht beim Abfallen weiter weg, damit die Linde ein breiteres Aussaatspektrum erreichen kann.

Arten

Einige der 15 bis 40 Lindenarten sind bei uns heimisch, andere kommen auch aus subtropischen Gebieten. Die wichtigsten Arten sind etwa:

  • Sommerlinde
  • Winterlinde
  • Silberlinde
  • Krimlinde
Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Peter Turner Photography/Shutterstock
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