Staudenbeet

Laub auf Beeten liegen lassen: So gelingt der natürliche Winterschutz

Viele Gärtner greifen im Herbst automatisch zum Rechen, aus Sorge vor Schädlingen und Fäulnis unter den gefallenen Blättern. Dabei übernimmt das Herbstlaub an den richtigen Stellen kostenlos einen Teil der Bodenpflege. Wer die Blätter gezielt liegen lässt, schützt nicht nur Stauden vor Frost, sondern schafft auch wertvolle Quartiere für Igel und Nützlinge.

Natürlicher Winterschutz: Warum das Herbstlaub auf den Beeten bleiben darf

Infografik: Welches Herbstlaub liegen bleiben darf
Welches Herbstlaub liegen bleiben darf

Muss im Herbst wirklich alles Laub aus dem Garten entfernt werden?

Keinesfalls, denn eine lockere, bis zu fünf Zentimeter dicke Schicht aus gesundem Laub ist der ideale Winterschutz für Staudenbeete und den Boden unter Sträuchern. Während Blätter auf Rasenflächen und Wegen tatsächlich weggeräumt werden müssen, zersetzt sich das Laub auf den Beeten bis zum Frühjahr teilweise und trägt dort nach und nach zur Humusbildung bei. Wichtig ist lediglich, die Blätter nach Baumart und Gesundheitszustand zu unterscheiden.

Die richtige Schichtdicke und das beste Laub für Beete

Auf Staudenbeeten und unter Hecken wirkt Laub wie eine natürliche Mulchschicht, die den Boden vor starkem Frost und extremen Temperaturschwankungen isoliert. Regenwürmer und Mikroorganismen bleiben unter dieser Decke aktiv und ziehen die Blätter nach und nach in die Erde ein. So bleibt die organische Substanz im Garten und der natürliche Nährstoffkreislauf wird geschlossen, was den Düngerbedarf im Frühjahr verringern kann.

Damit empfindliche Stauden unter den Blättern nicht ersticken oder faulen, darf die Schicht höchstens etwa fünf Zentimeter dick sein und muss möglichst luftig liegen. Gerade auf sehr nassen oder schlecht durchlässigen Böden ist Vorsicht geboten: Beim Verteilen im Wurzelbereich sollte der überwiegende Teil der Pflanzen noch aus dem Laub herausragen.

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Nicht jedes Blatt eignet sich gleich gut für das Staudenbeet. Eichen- und Walnusslaub verrottet wegen Gerbstoffen langsam, daher besser nur dünn, gehäckselt oder unter Gehölzen verwenden.

Kranke Blätter mit sichtbarem Pilzbefall wie Rosenrost oder Apfelschorf gehören weder als Winterschutz auf das Beet noch auf den eigenen Kompost. Sie werden getrennt gesammelt und über den Restmüll oder die Biotonne entsorgt, damit sich die Krankheitserreger nicht weiter im Garten ausbreiten.

Wo Laub weg muss – und wie es Tieren im Winter hilft

Auf Gehwegen und Einfahrten muss Herbstlaub konsequent entfernt werden, da nasse Blätter eine erhebliche Rutschgefahr darstellen. Auch auf dem Rasen sollte Laub entfernt werden, weil die Gräser unter einer dichten, feuchten Schicht ersticken und faulen können.

Das dort abgerechte, gesunde Laub ist jedoch kein Abfall, sondern bestens als Baumaterial für ein tierisches Winterquartier geeignet. In einer ruhigen, windgeschützten und schattigen Gartenecke oder unter einer dichten Hecke lässt sich daraus – gemischt mit etwas Reisig – ein stabiler Haufen aufschichten. Dort finden Igel, Amphibien, Spinnen und viele Insekten einen geschützten Unterschlupf mit ausgeglichenem Mikroklima.

Auf den Einsatz von lauten Laubbläsern und Laubsaugern sollte bei den Aufräumarbeiten verzichtet werden. Die Geräte wirbeln das Mikroklima durcheinander, vernichten unzählige Kleinlebewesen und zerstören genau die Lebensräume, die im Herbst so dringend benötigt werden.

Wann und wie im Frühjahr aufgeräumt wird

Einmal angelegte Laubhaufen und wilde Ecken bleiben von November bis mindestens März möglichst unberührt, um die Winterruhe der Tiere nicht zu gefährden. Erst im zeitigen Frühjahr, meist ab Ende März oder im April, wenn die Temperaturen milder sind, beginnt das vorsichtige Aufräumen.

Vor dem Bewegen oder Abtragen von größeren Laub- und Reisighaufen ist es wichtig, die Schichten behutsam von oben anzuheben und gründlich auf noch schlafende Igel zu prüfen. Auf den Staudenbeeten können die verbleibenden, teilzersetzten Laubreste im Frühjahr einfach abgerecht oder leicht in den Boden eingearbeitet werden, wo sie den austreibenden Pflanzen direkt als Nährstoffquelle dienen.

Tipp

Auch der Komposthaufen wird im Winter oft von Igeln und anderen Kleintieren als warmer Unterschlupf genutzt und sollte deshalb zwischen November und März nicht umgeschichtet werden.

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