Kriechender Günsel

Kriechender Günsel: Essbar, gesund und dekorativ

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Der Kriechende Günsel ist eine vielseitige Wildpflanze, die nicht nur den Garten schmückt, sondern auch in der Küche Verwendung findet. Dieser Artikel beleuchtet die kulinarischen Möglichkeiten des Kriechenden Günsels und gibt Tipps zum Sammeln und zur Unterscheidung von ähnlichen Pflanzen.

Kriechender Günsel giftig
Kriechender Günsel kann sowohl zum Kochen als auch als Heilmittel verwendet werden

Kulinarische Verwendungsmöglichkeiten

Mit seinem bitter-würzigen Aroma eröffnet der Kriechende Günsel Ihnen vielfältige kulinarische Möglichkeiten. Entdecken Sie die Pflanze als Bereicherung für:

  • Wildkräutersalate: Verleihen Sie Ihren Salaten mit den Blättern eine frische, herbe Note.
  • Kräuterquarks: In Kombination mit anderen frischen Kräutern entsteht ein besonders aromatisches Geschmackserlebnis.
  • Suppen und Eintöpfe: Vor allem in der mediterranen Küche wird Günsel gerne zum Würzen verwendet.
  • Pfannkuchen und Eiergerichte: Eine spannende Ergänzung für herzhafte Rezepte.
  • Gemüsefüllungen und Kräuterbrote: Günselblätter sind ein Bestandteil für pikante Füllungen oder aromatisches Brot.

Aufgrund seiner Hitzestabilität können Sie die Blätter sowohl roh als auch gekocht verwenden. Dosieren Sie das Kraut aufgrund seines intensiven Aromas sparsam.

Nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten des Kriechenden Günsels sind essbar und bieten einen hübschen Schmuck für Ihre Speisen. Ob als Dekoration von Salaten oder Desserts – die Blüten setzen sowohl optische als auch geschmackliche Akzente.

Sowohl Blätter als auch Blüten sind reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen und regen die Verdauung an. Ein Wildkräutersmoothie ist eine kreative Möglichkeit, den Günsel in Ihre Ernährung zu integrieren und von seinen gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.

Rezept: Nussbratlinge mit Blättern vom Kriechenden Günsel

Rezept: Nussbratlinge mit Blättern vom Kriechenden Günsel

Nussbratlinge sind eine schmackhafte und gesunde Alternative zu Fleischgerichten

Zutaten:

  • 40 g Haselnüsse
  • 40 g Walnüsse
  • 50 g Hartkäse (z.B. Parmesan oder Pecorino)
  • 5-7 Blätter vom Kriechenden Günsel
  • 1 Ei
  • 75 g Paniermehl
  • 1/2 Möhre
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Zerkleinern Sie die Haselnüsse und Walnüsse in einem Mörser und vermengen Sie sie anschließend mit dem Paniermehl.
  2. Waschen und trocknen Sie die Günselblätter sorgfältig und hacken Sie diese klein.
  3. Raspeln Sie die Möhre und vermischen Sie diese in einer Schüssel mit dem geriebenen Hartkäse, den Günselblättern und der Nuss-Paniermehl-Mischung.
  4. Geben Sie das Ei hinzu, verrühren Sie alles gut und schmecken Sie die Masse mit Salz und Pfeffer ab.
  5. Formen Sie aus der Mischung Bratlinge, drücken Sie diese flach und braten Sie sie in einer Pfanne bei mittlerer Hitze von beiden Seiten je etwa 8 Minuten goldbraun.

Sammeln von Kriechendem Günsel

Sammeln von Kriechendem Günsel

Die achtsame Ernte von Günsel unterstützt das ökologische Gleichgewicht

Der Kriechende Günsel ist eine einheimische Wildstaude, deren Blätter und Blüten Ihre Wildkräuterküche bereichern. Er bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden in halbschattigen bis schattigen Lagen und besiedelt Wegränder, Waldränder, Parks und Lichtungen sowie krautreiche Laubwälder.

Die Haupterntezeit der Blätter erstreckt sich von April bis Juli. Da die Bitterstoffe im Frühjahr noch nicht voll ausgeprägt sind, empfiehlt sich die Ernte besonders in dieser Jahreszeit.

Beachten Sie beim Sammeln folgende Hinweise:

  1. Entnehmen Sie nur wenige Blätter pro Pflanze, damit diese weiterhin Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen als Nahrungsquelle dienen kann.
  2. Auch die blühende Pflanze bietet vielen Insektenarten eine wichtige Nahrungsgrundlage. Sammeln Sie daher stets unter Berücksichtigung des ökologischen Gleichgewichts.
  3. Entfernen oder beschädigen Sie die Pflanze bei der Ernte keinesfalls mit den Wurzeln, um eine nachhaltige Nutzung des Bestandes zu garantieren.

Mit diesen Leitprinzipien tragen Sie dazu bei, die Natur im Einklang mit der Nutzung ihrer Ressourcen zu bewahren und den Fortbestand des Kriechenden Günsels und seiner ökologischen Funktion zu sichern.

Verwechslungsgefahr

Seien Sie beim Sammeln des Kriechenden Günsels aufmerksam, da Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen besteht. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Merkmale zur Unterscheidung:

  • Gundermann (Glechoma hederacea): Diese Pflanze wird typischerweise 10-15 cm hoch und hat eine auffällige vierkantige, jedoch nicht stark ausgeprägte Stielstruktur. Die Hauptblütezeit liegt im März und April. Seine Blätter sind im Vergleich zum Kriechenden Günsel gezackt.
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans): Er kann bis zu 30 cm hoch wachsen und weist eine markant vierkantige Stielstruktur auf. Die Blätter sind gewellt und eher glatt, mit einer Hauptblütezeit von April bis Juni.
  • Braunelle, Taubnesseln und immergrüner Efeu: Diese Pflanzen haben ähnliche Standortansprüche wie der Gundermann und werden gelegentlich mit ihm verwechselt. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in Blüten- und Blattform. Während Braunelle und Taubnesseln essbar sind, gehört der Efeu nicht zu den essbaren Pflanzen.

Es ist wichtig, diese Unterscheidungsmerkmale zu kennen, um sicherzustellen, dass Sie die gesammelten Pflanzen wie gewünscht verwenden können. Auch wenn keine der genannten Pflanzen giftig ist, kann eine Verwechslung dennoch dazu führen, dass das Sammelergebnis von der beabsichtigten Nutzung abweicht.

Bilder: Dole08 / iStockphoto