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Kartoffeln vorkeimen: Warum, wann und wie?

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Kartoffeln keimen unter dem Einfluss von Wärme und Licht. Dieser natürliche Prozess führt jedoch zur Bildung von Solanin, das in hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein kann. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken des Solanins und gibt Tipps zur sicheren Handhabung von keimenden Kartoffeln.

Kartoffeln keimen

Der Keimvorgang und die Bildung von Solanin

Kartoffeln beginnen unter Einwirkung von Temperaturen ab etwa 10 Grad Celsius und Licht zu keimen. An den Augen der Kartoffel entstehen Triebe, die sich mit der Zeit verdicken und grünlich färben können. Diese Keimung geht einher mit der Bildung des Glykoalkaloids Solanin, das in hoher Konzentration giftig ist. Solanin schützt die Pflanze vor Fressfeinden und Krankheitserregern und findet sich vor allem in den grünen Stellen, Keimansätzen und in der Schale. Da Solanin durch Kochen nicht zerstört wird, sollten diese Teile vor dem Verzehr entfernt werden.

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Erkennen von Solanin in Kartoffeln

Solanin reichert sich vor allem in den grünen Teilen, den Trieben und der Schale der Kartoffel an. Eine stark gekeimte Kartoffel weist in der Regel einen höheren Solaningehalt auf. Ein bitterer Geschmack kann ebenfalls auf erhöhtes Solanin hinweisen.

Auswirkungen von Solanin auf die Gesundheit

Der übermäßige Verzehr von Solanin kann gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen. Auch Kopfschmerzen, Benommenheit, Atembeschwerden und Kreislaufprobleme können auftreten. In schweren Fällen kann es zu Krämpfen, Sehstörungen und Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen. Besonders gefährdet sind Kinder und Schwangere.

Verzehr von keimenden Kartoffeln

Ob keimende Kartoffeln noch essbar sind, hängt vom Zustand der Knollen und der Länge der Keime ab:

  • Kartoffeln mit kurzen Keimen bis zu 1 cm können oft noch verzehrt werden. Entfernen Sie die Keime und gegebenenfalls vorhandene grüne Stellen großzügig.
  • Kartoffeln mit langen Keimen über 1 cm, zahlreichen Keimen oder ausgedehnten grünen Stellen sollten nicht mehr gegessen werden.

Diese Faustregel hilft, den Verzehr von Kartoffeln mit hohem Solanin-Gehalt zu vermeiden.

Tipps zur Lagerung von Kartoffeln

Um das Keimen zu verzögern oder zu verhindern, sollten Kartoffeln richtig gelagert werden:

  • Kühl: Lagern Sie die Kartoffeln bei Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad Celsius.
  • Dunkel: Vermeiden Sie Licht, da es die Keimbildung fördert.
  • Trocken: Halten Sie die Kartoffeln trocken, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Luftig: Lagern Sie die Kartoffeln luftig, zum Beispiel in einem Jutesack oder einer Holzkiste.

Bewahren Sie Kartoffeln nicht im Kühlschrank auf, da die Kälte die Stärke in Zucker umwandelt und die Kartoffeln süßlich schmecken lässt.