Karbid gegen Maulwurf

Maulwürfe stehen bekanntlich unter Schutz und dürfen weder getötet noch gefangen werden. Rasenliebhaber suchen daher nach einer tierfreundlichen Alternative, um den Maulwurf zu vertreiben. Wir erklären, ob Karbid gegen Maulwürfe zulässig ist und was zu beachten ist.

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Kommt Karbid mit Wasser in Kontakt, werden stinkende, giftige Gase freigesetzt

Was ist Karbid?

Karbid sieht aus wie kleine, graue Felsstückchen und heißt offiziell Calciumcarbid oder Calciumacetylid (CaC2). Kommt es mit Wasser in Kontakt, werden stinkende, hochentzündliche Gase freigesetzt: unter anderem Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Monophosphan. Der Gestank vertreibt Maulwürfe und andere ungewünschte Gartenbewohner wie z.B. Wühlmäuse.

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Exkurs

Maulwürfe sind Nützlinge

Auch wenn Maulwürfe den Boden aufbuddeln, sie sind ein wahrer Segen für Ihren Garten: Sie vertilgen Insekten wie Engerlinge und Raupen, lockern und durchlüften den Boden und halten „echte“ Schädlinge wie Wühlmäuse fern.

Die Gefahr von Karbid

Das bei der Reaktion von Wasser und Karbid entstehende Gas Ethin (Acetylen) ist sehr leicht entflammbar. Wer eine Zigarettenkippe in der Nähe von Karbid fallen lässt, kann mit einer Explosion rechnen. Aber nicht nur das: Karbid und seine Gase sind hochgiftig und in vielen Schrebergärten, in Naturschutzgebieten und in der Nähe von Flüssen und Seen verboten. Hinzu kommt, dass Karbid reizend ist und so bei unsachgemäßer Anwendung zu Augenschäden und Hautverletzungen führen kann. Die Lagerung von Karbid stellt eine große Herausforderung dar, da schon das kleinste bisschen Feuchtigkeit zu Bildung von giftigen Gasen führt.

Karbid eine gute Lösung gegen Maulwürfe?

Auch wenn der Einsatz von Karbid trotz all seiner Gefahren nicht offiziell verboten ist, raten wir schwer davon ab, es gegen Maulwürfe oder andere ungewollte Gäste einzusetzen. Sie schädigen damit nicht nur nachhaltig die Umwelt, Kleinstlebewesen und Gewässer, sondern riskieren auch Ihre eigene Gesundheit und die Ihrer Kinder und Haustiere.

Mangelnde Wirksamkeit von Karbid gegen Maulwürfe

Es kommt noch schlimmer: In Erfahrungsberichten ist zu lesen, dass der Einsatz von Karbid gegen Maulwürfe nur sehr selten von Erfolg gekrönt ist. Daher lohnt sich die Gefahr wahrlich nicht.

Alternativen zu Karbid gegen Maulwürfe

Im Prinzip ist es eine gute Idee, einen Maulwurf mit Gestank zu vertreiben – aber mit einem ungefährlichen Mittel. Harmlose Mittel gegen Maulwürfe sind zum Beispiel:

Verteilen Sie die gewählten Mitteln (mehr hilft mehr!) in mehrere Maulwurfsgänge (vorsichtig auf- und wieder zubuddeln) und erneuern Sie sie alle paar Tage. Am wirkungsvollsten ist die Gestankmethode, wenn Sie sie mit akustischen Vertreibungsmethoden wie einem Windrad kombinieren.

Text: Sara Müller
Artikelbild: Vins Contributor/Shutterstock

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