Hilft Kalkstickstoff tatsächlich gegen Unkraut?

Gartenarbeit ist für viele ein Hobby, bei dem sich hervorragend entspannen lässt. Weniger beliebt ist das Jäten von unerwünschten Beikräutern. Den Boden regelmäßig zu kalken wird von Gartenliebhabern als umweltverträgliches Mittel empfohlen, das Löwenzahn, Moos, Giersch und andere Unkräutern unkompliziert vernichtet.

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Kalkstickstoff ist ein Düngemittel

Was ist Kalkstickstoff?

Dieses Düngemittel wird auch unter dem Namen „Perlka“ angeboten. Es enthält circa 20 Prozent Stickstoff in Form von Calciumcyanamid (CaCn2). Der Kalkgehalt liegt bei etwa über 55 Prozent, hinzu kommt ein geringer Nitratanteil.

Bestimmten Mikroorganismen und das im Boden verfügbare Wasser wandeln das Calciumcyanamid in pflanzenverfügbare Stoffe um. Es entsteht zunächst Löschkalk und sehr giftiges, wasserlösliches Cyanamid. Dieser Stoff ist verantwortlich für die herbizide Wirkung des Düngemittels. Er wird innerhalb von zwei Wochen von den Mikroorganismen in unschädlichen Harnstoff und schließlich in Nitrat umgewandelt. In der Erde bleiben keinerlei Reststoffe zurück.

Was versteht man unter ungelöschtem Kalk?

Hierbei handelt es sich um Calciumoxid, das in der professionellen Landwirtschaft zur Verbesserung schwerer Böden zum Einsatz kommt. Wegen der stark ätzenden Wirkung ist es nicht einfach anzuwenden. Bei Augenkontakt kann ungelöschter Kalk zu Erblindung führen und bei unsachgemäßer Anwendung das Bodenleben schädigen. Als Hobbygärtner sollten Sie deshalb von der Anwendung absehen.

Wie wende ich Kalkstickstoff als Herbizid an?

Wenn Sie den Boden kalken, sollten Sie nachfolgende Punkte unbedingt beachten:

  • Halten Sie sich an die auf der Verpackung abgedruckte Dosierung.
  • Verteilen Sie das Granulat gleichmäßig auf der gesamten Fläche.
  • Die Erde beziehungsweise der Rasen dürfen nicht zu feucht sein.
  • Wenden Sie das Produkt nicht bei stark geschwächten Pflanzen oder auf frisch gesäten Grasflächen an.
  • Tragen Sie unbedingt Schutzhandschuhe und atmen Sie keinesfalls Spuren des Mittels ein.

Richtig angewandt dringt das Produkt etwa zwei bis drei Zentimeter in den Boden ein und vernichtet Flachwurzler, Sämlinge und Jungpflanzen zuverlässig.

Wann darf ich Kalkstickstoff verwenden?

Perlka können Sie von März bis September im Garten ausstreuen. Im Frühjahr sollten Sie es zwei Wochen, im Sommer mindestens eine Woche vor der geplanten Anpflanzung ausbringen. So lange dauert es, abhängig von der Temperatur, bis die Giftstoffe abgebaut wurden.

Möchten Sie das Präparat bei bestehenden Kulturen anwenden, sollten Sie dies mit Bedacht tun. Durch Überdosierung können die Pflanzen massiv geschädigt werden.

Düngen Sie den Rasen mit diesem Mittel, können schon kleinste Überlappungen mit dem Streuwagen dazu führen, dass an diesen Stellen nicht nur Moos und Unkraut, sondern auch die Rasenpflanzen vernichtet werden. Jungpflanzen und frisch gesetztes Gemüse können ebenso wie die unerwünschten Beikräuter eingehen.

Tipps

In manchen Jahren werden Nacktschnecken zur wahren Plage. Kalkstickstoff wirkt sowohl gegen die geschlüpften Schnecken als auch deren Brut. Hier genügen bereits 30 Gramm Kalkstickstoff je Quadratmeter. Wiederholen Sie die Anwendung nach einigen Wochen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Criniger kolio/Shutterstock

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