Kaktusfeige – schneiden und vermehren

Kaktusfeigen sind Früchte von Opuntien, die viele gesunde Stoffe beinhalten. Damit diese an den Kaktusohren wachsen, ist eine gute Pflege wichtig. Der Schnitt nimmt hierbei eine Sonderstellung ein, denn durch die falschen Maßnahmen leidet das Wachstum dieser Zierpflanzen.

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Die Kaktusohren können zur Vermehrung geschnitten werden

So wächst der Feigenkaktus

Die meisten Feigenkakteen, die im Handel als Zierpflanzen erhältlich sind, gehören zur Art Opuntia ficus-indica. Diese entwickelt regelmäßige Verzweigungen, die wegen ihrer Gestalt auch als Ohren bezeichnet werden. Es sind verdickte Sprosse, in denen die Pflanze Wasser speichert. Sie besitzen zahlreiche feine Stacheln und können verkehrt eiförmig, breit oder länglich erscheinen. In Zentralamerika und Mexiko verzehren die Menschen junge Triebabschnitte als Gemüse, das unter den Bezeichnungen Nopales oder Nopalitos bekannt ist. Hierbei werden die Pflanzenabschnitte geerntet, geschält und verarbeitet.

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Sind Schnitte notwendig?

Diese Kakteen erfordern keinen Formschnitt, denn durch die regelmäßige Entnahme von Trieben würde die Opuntie ihre bizarre Gestalt verlieren. Da die Blüten an den einjährigen Pflanzenteilen austreiben, würden Schnittmaßnahmen die Blühfreudigkeit zusätzlich einschränken. Sollte Ihr Feigenkaktus Krankheiten oder Mangelerscheinungen in Form von Verfärbungen aufweisen, schneiden Sie die betroffenen Pflanzenteile mit einem scharfen Messer ab.

Vermehren

Wenn ein Kaktusohr abbricht, haben Sie ideales Material für die Stecklingsvermehrung. Sie können auch gezielt einige Sprosse von kräftigen und gut eingewachsenen Exemplaren mit einem sauberen Schere abschneiden und diese anziehen. Die Bewurzelung klappt bei der richtigen Pflege problemlos.

So gehen Sie vor:

  • Schnittstelle etwa 14 Tage trocknen lassen
  • zu große Exemplare halbieren
  • Teilpflanzen mit der Schnittfläche in Kakteenerde drücken
  • mit Stäben stabilisieren

Tipp

Tragen Sie bei Pflegearbeiten an der Pflanze feste Handschuhe, denn die feinen Borsten verankern sich mit Widerhaken in der Haut und lassen sich daher schwer entfernen. Etwas heißes Wachs auf der Stelle hilft beim Herausziehen der Stacheln mit einer Pinzette.

Pflege

Gießen Sie das Substrat mit kleinen Wassermengen, um die Wurzelbildung anzuregen. Staunässe sollte nicht entstehen, denn dadurch besteht Schimmelgefahr. Nach zwei bis drei Monaten können Sie durch ein vorsichtiges Ziehen an der Pflanze feststellen, ob diese angewachsen ist. Wenn sie fest sitzt, hat sie Wurzeln entwickelt.

Einpflanzen

Opuntien wachsen in warmen und trockenen Gebieten. Sie vertragen Hitze und lang anhaltende Trockenperioden. Nicht jede Art übersteht die Minustemperaturen des mitteleuropäischen Winters. Winterharte Sorten dürfen in den Garten wandern, wo sie ganzjährig verweilen. Auch wenn sie während der Wintermonate vertrocknet und leblos erscheinen, wachsen sie im kommenden Frühjahr mit neuer Energie. Wichtig ist, dass Sie das Beet mit feinem Kies auffüllen. Dieses Substrat gewährleistet trockene Bedingungen und verbessert den Wasserablauf.

Gießen und Düngen

Während des Frühjahrs benötigen Opuntien regelmäßige aber vorsichtige Bewässerungen. Im Sommer reichen gelegentliche Wassergaben aus, sobald der Wurzelballen abgetrocknet ist. Zu Beginn der Wachstumsperiode zeigen sich die Kakteen dankbar über eine Düngung.

Text: Christine Riel
Artikelbild: SaskiaAcht/Shutterstock