Hochbeet

Hochbeet befüllen: So gelingt der optimale Schichtaufbau

Artikel zitieren

Die optimale Befüllung eines Hochbeets ist entscheidend für das gesunde Wachstum Ihrer Pflanzen. Dieser umfassende Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den Aufbau der verschiedenen Schichten, von der Drainage bis zur Pflanzschicht, und gibt wertvolle Tipps zur Materialauswahl.

hochbeet-befuellen
Ein Hochbeet besteht aus mehreren Schichten

Die Drainageschicht: Fundament für gesundes Wachstum

Die unterste Schicht Ihres Hochbeets übernimmt eine wichtige Aufgabe: Sie leitet überschüssiges Wasser ab und beugt Staunässe vor. Verschiedene Materialien eignen sich, um eine effiziente Drainage zu gewährleisten:

  • Grobe Basis: Beginnen Sie mit einer 15 bis 30 cm hohen Schicht aus grobem Material. Hierfür bieten sich beispielsweise grober Kies, Schotter, zerkleinerte Äste oder spezielle Drainage-Kügelchen an.
  • Schutzvlies: Um zu verhindern, dass die darüberliegenden Schichten in die Drainage eindringen, sollten Sie diese mit einem atmungsaktiven Vlies abdecken.

Lesen Sie auch

Tipp: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Materialien auf schadstofffreie Qualität, um die Gesundheit Ihrer Pflanzen zu schützen.

Die Zersetzungsschicht: Nährstoffe und Wärmequelle

Die Zersetzungsschicht liefert durch den natürlichen Verrottungsprozess wertvolle Nährstoffe und Wärme. Diese Schicht besteht aus einer Mischung verschiedener organischer Materialien:

  • Grünabfälle: Nutzen Sie Gartenabfälle wie Rasenschnitt oder Laub. Achten Sie darauf, dass die Materialien nicht zu feucht sind, um Fäulnisbildung zu vermeiden.
  • Halbverrotteter Kompost: Dieser liefert bereits Nährstoffe, enthält aber noch genügend organisches Material für den weiteren Zersetzungsprozess.
  • Umgedrehte Rasensoden: Diese können ebenfalls verwendet werden, sollten jedoch frei von chemischen Düngemitteln sein.
  • Rohkompost: Grober Kompost trägt zur Wärmeentwicklung bei und setzt kontinuierlich Nährstoffe frei.

Die Schichtdicke variiert je nach Größe und geplanter Nutzung des Hochbeets zwischen 5 und 30 cm.

Die Nährstoffschicht: Versorgung der Pflanzen

Die Kompostschicht ist das Herzstück des Hochbeets und versorgt Ihre Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen. Hierfür eignet sich:

  • Feiner Kompost: Dieser stellt eine reichhaltige Quelle an Nährstoffen und Mikroorganismen dar und bildet die optimale Basis für das Wurzelwachstum.
  • Gut verrotteter Stallmist: Alternativ können Sie gut verrotteten Stallmist verwenden.

Eine Schichtdicke von ca. 20 cm ist ideal. Um den Nährstoffgehalt langfristig zu erhalten, sollten Sie diese Schicht jährlich mit frischem Kompost oder Stallmist auffüllen.

Die Pflanzschicht: Wurzelraum und Wachstum

Die oberste Schicht des Hochbeets bietet Ihren Pflanzen den idealen Wurzelraum. Sie besteht aus:

  • Hochwertige Gartenerde: Wählen Sie eine lockere, durchlässige Erde, die reich an Humus und Nährstoffen ist.
  • Reifer Kompost: Mischen Sie etwas reifen Kompost unter die Erde, um den Nährstoffgehalt zu erhöhen.

Diese Schicht sollte etwa 30 cm hoch sein und ein ausgewogenes Feuchtigkeitsniveau aufweisen.

Materialien: Vielfalt für Ihr Hochbeet

Verschiedene organische und anorganische Materialien eignen sich zur Befüllung Ihres Hochbeets:

Drainageschicht:

  • Äste und Zweige (zerkleinert)
  • Unbehandelte Holzschnitzel
  • Lecca-Kügelchen (für leichte Strukturen)

Zersetzungsschicht:

  • Rasen- und Grünschnitt
  • Halb zersetztes Laub
  • Umgedrehte Rasensoden
  • Halbverrotteter Kompost

Nährstoffschicht:

  • Halbreifer Kompost
  • Gut verrotteter Pflanzenfresser-Mist (mit Kompost vermischen)

Pflanzschicht:

  • Hochwertige Gartenerde oder spezielle Hochbeeterde
  • Reifer Kompost

Hochbeet-Befüllung: Garten & Terrasse

Je nach Untergrund gibt es bei der Befüllung Ihres Hochbeets einige Besonderheiten zu beachten:

Befüllen auf natürlichem Boden

  • Schutz vor Wühlmäusen: Ein engmaschiges Gitter am Boden schützt vor unerwünschten Besuchern.
  • Schutz der Seitenwände: Kleiden Sie die Innenwände mit Noppenfolie aus, um sie vor Feuchtigkeit und Verrottung zu schützen.

Befüllen auf dem Dachgarten oder der Terrasse

  • Filtermatte oder Vlies: Diese verhindern, dass Erde durch den Boden rieselt.
  • Wasserablauf: Schaffen Sie einen Ablauf, um überschüssiges Wasser abzuleiten.
  • Schutz der Seitenwände: Auch hier empfiehlt sich Noppenfolie zum Schutz vor Feuchtigkeit.

Die richtige Menge Erde berechnen

Um die benötigte Erdmenge zu ermitteln, berechnen Sie das Volumen jeder Schicht. Multiplizieren Sie das Ergebnis anschließend mit dem Faktor 1,2, um die Verdichtung des Materials zu berücksichtigen.

Beispiel:

Für eine Schicht mit den Maßen 1 m (Länge) x 0,8 m (Breite) x 0,3 m (Höhe) benötigen Sie:

1 m x 0,8 m x 0,3 m x 1,2 = 288 Liter Erde

Bilder: vincent noel / Shutterstock