Alles über Heimchen: Lebensweise, Züchtung und Bekämpfung

Heimchen erinnern an Heuschrecken. Sie machen zirpende Geräusche, die in lauen Sommernächten eine besondere Atmosphäre erzeugen. Weniger romantisch sind ihre Gesänge, sobald sie in der Wohnung auftauchen. Wenn sie optimale Lebensbedingungen vorfinden und sich ausbreiten, hilft nur eine Bekämpfung.

Langfühlerschrecke
Heimchen werden als Reptilienfutter gezüchtet

Das Wichtigste in Kürze

  • Heimchen gehören zur Familie der Grillen und sind vor allem in Menschennähe zu finden
  • Beim Kauf sollte auf gute Qualität geachtet werden: fitte, kräftige Tiere und keine Kadaver in der Verpackung
  • Heimchen sollten mit einem Mix aus Trockenfutter wie Haferflocken oder Nagerpellets und Frischfutter wie Obst und Gemüse gefüttert werden
  • Heimchen können mit Klebefallen, weißem Wasser oder Barrieren aus Pfeffer und Essig bekämpft werden

Was sind Heimchen?

Hinter dem Heimchen steckt ein Insekt aus der Familie der Echten Grillen. Ihr lateinischer Name Acheta domesticus deutet auf Verhalten und Lebensweise hin. Acheta wird übersetzt mit Sänger, während sich der Artzusatz domesticus auf das häufige Vorkommen in häuslichen Umgebungen bezieht. Daher werden Heimchen gelegentlich als Hausgrillen bezeichnet.

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In der Terraristik dienen die Insekten als Futter für Reptilien. Heimchen werden zwischen 16 und 20 Millimeter lang. Ihr Körper hat anders als grün gefärbte Heuschrecken eine strohgelbe Grundfärbung. Kopf und Halsschild sind dunkelbraun bis schwarz gemustert.

Im Fachgeschäft oder online kaufen

In zahlreichen Zoomärkten wie Fressnapf können Sie Heimchen direkt kaufen. Wenn Sie sich für einen Kauf im Zoogeschäft entscheiden, sollten Sie einige Aspekte beachten. Nicht nur der Preis spielt eine Rolle, sondern auch die Lebensbedingungen der Tiere, die oft unzureichend sind. Auch Amazon bietet die Insekten zu einem günstigen Preis an, wobei das online Bestellen mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall für einen Kauf von anderen Heimchenzüchtern in Ihrer Region.

Fragen zur Kaufabwägung:

  • Wirken Heimchen fit und lebendig?
  • Ist der Hersteller auf der Packung angegeben?
  • Leben die Insekten dauerhaft in der Box?
  • Gibt es tote Tiere im Behältnis?

Tipps

Achten Sie beim Versand auf eine möglichst geringer Lieferungsdauer. Schon ein bis zwei Tage Nahrungsmangel sorgen für Stress, verursachen Kannibalismus und wirken sich negativ auf die Vitalität der Insekten aus.

Anleitung zum selber Züchten

Die Zucht und Haltung der Insekten ist vergleichsweise einfach, da Heimchen genügend Nahrung und warme Temperaturen benötigen. Diese Bedingungen können leicht in einem Zuchtbehälter hergestellt werden. Selbst gezüchtete Heimchen können später als Lebendfutter verfüttert oder getrocknet werden. Sie ersparen den Insekten Stress durch Nahrungsmangel, der häufig beim Transport vom Händler nach Hause auftritt. Achten Sie auf artgerechte Bedingungen, um den Heimchen optimale Lebensbedingungen zu gewährleisten.

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Materialien und Zucht

Nutzen Sie einen Behälter mit einer Größe von 50 x 30 x 30 Zentimeter. Hier finden etwa 1.000 Larven oder 500 ausgewachsene Heimchen Platz. Es eignen sich sowohl Gefäße aus Kunststoff als auch ein verschließbares Terrarium. Um eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten, sollten Sie die Öffnung mit Fliegengitter überspannen. Bedecken Sie den Boden mit Sand oder Hobelspänen.

Zur Eiablage benötigen Sie ein Teesieb, welches Sie mit Substrat befüllen. Hierfür eignen sich Kokosfasern. Weibchen können mit ihrem Eiablageapparat durch die feinen Maschen in das Substrat stechen, um dort ihre Eier abzulegen. Gleichzeitig sind die Eier im Teesieb geschützt und können nicht aufgefressen werden.

Damit sich die Larven ungestört entwickeln können, sind zusätzliche Aufzuchtbehälter notwendig. Nach einigen Tagen wird das Teesieb aus dem Terrarium geholt, sodass Sie das Substrat mit den Eiern in einen Aufzuchtbehälter legen können. Dieser wird etwa einen Zentimeter mit Sand befüllt. Eierkartons oder zusammengeknülltes Zeitungspapier sorgen für Versteckmöglichkeiten. Fehlen solche Rückzugsorte, reduzieren die Larven selbst ihre Population durch Kannibalismus.

Tipps

Wenn Sie die ausgewachsenen Heimchen aus dem Aufzuchtbehälter entnehmen wollen, sollten Sie nach draußen gehen. Je nach Temperatur sind die Insekten unterschiedlich agil und können schnell in der Wohnung entkommen.

Füttern

heimchen

Heimchen mögen es abwechslungsreich


Heimchen sollten stets abwechslungsreich gefüttert werden. Sie benötigen eine Mischung aus Trocken- und Frischfutter, damit sie alle benötigten Nährstoffe bekommen. Gekaufte Heimchen sind oft ausgelaugt, da sie mit minderwertigem Futter versorgt werden. Daher sollten Sie kurz nach dem Kauf und vor dem Verfüttern Ihre Heimchen mit energiereicher Nahrung versorgen. Nicht gefressene Reste von frischer Kost sollten täglich entfernt werden, damit sie nicht schimmeln. Heimchen sind sehr anfällig für Krankheiten.

  • Trockenfutter: Weizenkleie, Müsli, Fischfutter, Haferflocken, Nagerpellets
  • Frischfutter: Obst und Gemüse, Sprossen und Blätter verschiedener Wiesenkräuter
  • Vitaminpräparate: z.B. Grillen-Zuchtkonzentrat

Im Garten aussetzen

Viele Züchter haben irgendwann zu viele Heimchen im Terrarium, die wegen ihrer Größe nicht mehr an kleinere Reptilien verfüttert werden können. Sie sollten die überschüssigen Tiere allerdings nicht draußen freilassen, da sie sich dort schnell massenhaft ausbreiten können. Wenn Sie Tiere züchten, die Heimchen auch im getrockneten oder gefrorenen Zustand annehmen, sollten Sie auf eine Zucht verzichten.

Exkurs

Heimchen in der Wohnung

Heimchen sind häufiger im Haus unterwegs, denn hier finden sie geeignete Lebensbedingungen und genügend Nahrung. Die Gefahr einer massenhaften Ausbreitung in den eigenen vier Wänden besteht meist nicht. Grund dafür sind fehlende Substrate, die sich für die Eiablage eignen. In beheizten Gewächshäusern oder in warmen und feuchten Räumen, in denen Kübelpflanzen stehen, kann es allerdings zu einer Vermehrung kommen. Das Zirpen nervt alle Hausbewohner, sodass geeignete Maßnahmen zum Bekämpfen notwendig werden.

Bekämpfung mit Hausmitteln

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Bei einzelnen Heimchen im Garten oder in der Wohnung besteht kein Grund zur Panik


Vereinzelte Tiere lassen sich noch gut einfangen und umsetzen. Bei einer massenhaften Vermehrung hilft diese Maßnahme nicht mehr. Eine erste Methode um Heimchen loszuwerden, ist das Entfernen der Nahrungsbasis. Stellen Sie sicher, dass die Grillen keine Nahrung mehr finden. Das ist allerdings nicht so einfach, da sich die Tiere auch im Vorratskeller ausbreiten und bei knappen Ressourcen selbst vor Textilien keinen Halt machen. Sinnvoll sind daher verschiedene Bekämpfungsmethoden mit Hausmitteln.

Eine Bekämpfung mit Hausmitteln ist schonender für Umwelt und Gesundheit und dazu weniger kostenintensiv.

Heißes Wasser

Wenn Sie eine Brutstätte entdeckt haben, sollten Sie Gelege und bereits geschlüpfte Larven wegsaugen. Eine gründliche Reinigung sorgt dafür, dass alle Eier beseitigt werden. Wischen Sie die Brutstätte mit einem nassen Tuch aus. Larven und Eier, die sich tiefer in Nischen und Ritzen befinden, kommen gut mit Feuchtigkeit und Wasser zurecht. Nutzen Sie daher zur Reinigung möglichst heißes Wasser, damit die Temperatur in der Luft ansteigt und Larven abtötet.

Süßer Köder

Um die ausgewachsenen Heimchen zu beseitigen, können Sie sich selbst einen Köder bauen. Dazu benötigen Sie einen Lockstoff, dem die Insekten nicht widerstehen können. Dieses Lockmittel sollte in Form einer klebrigen Flüssigkeit aufgestellt werden. Hüpft ein Heimchen hinein, bleibt es in der Masse kleben. Durch weitere Bewegungen versinkt das Insekt in der Flüssigkeit und ertrinkt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Zuckerrohr-Melasse mit heißem Wasser verrühren (Verhältnis 1:4)
  2. Masse abkühlen lassen
  3. in flache Schälchen füllen
  4. an verschiedene Stellen im Haus aufstellen

Klebefallen mit Honig oder Melasse

Mit doppelseitigem Klebebank können Sie sich selbst eine Klebefalle bauen. Bringen Sie das Band in Schlupfwinkeln wie Nischen unter Schränken an und bestreichen Sie das Band mit Melasse oder Honig. Der süße Duft lockt die Insekten an, die beim Fressversuch auf dem Klebeband haften bleiben. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass die Tiere nur langsam wegen Nahrungsmangel verenden.

Barrieren mit Pfeffer und Essig

Beide Gewürzmittel finden sich in nahezu jedem Haushalt. Heimchen mögen den intensiv stechenden Geruch allerdings wenig, sodass Sie Pfeffer und Essig zum Vergrämen einsetzen können. Bepinseln Sie Zugänge zu Vorräten und potentielle Eingänge in Rückzugsnischen mit Essig und streuen Sie Pfeffer darüber. Die Barriere hält etwa zwei bis drei Tage an, bis der Geruch nachlässt. Anschließend sollten Sie die Wanderschranke erneuern. Bei kontinuierlicher Wiederholung werden sich die Insekten auf die Suche nach anderen Nahrungsquellen machen und hoffentlich aus Ihrem Haus verschwinden.

Natürliches Insektizid herstellen

Der Saft aus den Wurzeln der Gelben Teichrose (Nuphar lutea) enthält giftige Alkaloide, die tödlich auf Heimchen wirken. Pressen Sie die Rhizome der Wasserpflanze aus oder zerkleinern Sie die Blätter. Der Pflanzensaft wird mit frischer Milch im Verhältnis 2:1 gemischt und mit etwas Honig verfeinert. Das Gemisch wird auf die Oberflächen vor den Verstecken gestrichen. Nachdem die Heimchen den Saft aufgeleckt haben, sterben sie.

Chemisch bekämpfen

Zum Loswerden von Heimchen in der Wohnung können Fressköder, Klebefallen oder Insektensprays verwendet werden. Sie wirken auf unterschiedliche Weisen und werden dort eingesetzt, wo sich die Insekten tagsüber zurückziehen. Währen die Falle ohne giftige Inhaltsstoffe auskommt, nutzen Gels und Sprays verschiedene Gifte. Diese vernichten die Grillen anders als Klebfallen innerhalb kurzer Zeit, bringen aber weitere Gefahren mit sich. Außerdem müssen sie mehrmals angewendet werden, bis alle Insekten abgetötet wurden.

  Wirkung Nachteile  
Kontaktinsektizide tödliche Lähmungserscheinungen schädlich für Umwelt und Gesundheit  
Fraßköder tödlich nach Aufnahme beinhaltet giftige Insektizide  
Klebefallen Anlockung durch Pheromone langsamer Tod  

Lebensweise

Heimchen meiden das Licht. Daher sind ihre Zirpgeräusche überwiegend ab der Dämmerung zu hören. Wenn sie einen schattigen Platz gefunden haben, erklingen ihre Laute auch am späten Vormittag. Doch in der Regel verstecken sich die Insekten tagsüber in ihren Höhlen oder in feucht-warmen Nischen. Während der Nacht sind sie besser getarnt, sodass sie ihren Feinden kaum ins Auge fallen.

Die Temperaturen spielen ebenfalls eine Rolle in der Aktivität der Heimchen. Bei warmen Temperaturen um die 30 Grad Celsius zeigen die Grillen ihr Aktivitätsoptimum. Je tiefer das Thermometer sinkt, desto unbeweglicher werden die Insekten. Sind die Temperaturen zu heiß, können sie ihren Wasserhaushalt nicht mehr optimal regenerieren und sterben.

Männchen versus Weibchen

Männchen und Weibchen unterscheiden sich durch die Vorderflügel. Während diese bei den Weibchen ein gleichmäßiges Rautenmuster zeigen, haben die Männchen spezielle Strukturen auf den Flügelflächen. Mit diesen erzeugen sie Geräusche, die typisch für die Art sind. Sie richten ihre Vorderflügel auf und spreizen sie nach außen. Anschließend werden sie nach innen und außen gegeneinander gerieben, wodurch die typischen Zirplaute entstehen. Diese Töne werden gelegentlich als Gesänge bezeichnet, da sie melodisch klingen. Das Zirpen dient verschiedenen Zwecken.

Die Laute der Heimchen:

  • Balzzirpen: drei verschiedene Melodien sollen Weibchen beeindrucken
  • Paarungszirpen: kurzsilbige Melodie direkt vor der Paarung
  • Revierzirpen: besonders laute Töne sollen Konkurrenten vertreiben

Exkurs

Stridulation

Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich eine Form der Geräuscherzeugung, die typisch für Heimchen, Grashüpfer und Bockkäfer ist. Sie reiben bestimmte Körperteile aneinander, um mit ihren Artgenossen zu kommunizieren. Heimchen haben auf dem rechten Flügel eine besonders raue Ader, die mit 140 feinen Zähnen ausgestattet ist. Auf dem linken Flügel befindet sich eine Schrillkante. Wenn die Heimchen ihre Flügel aneinanderreiben, geraten die Zähnchen in Schwingung. Sie erzeugen ein leises Zirpen, welches durch eine flexible Membran im Flügel verstärkt und in der Umgebung verbreitet wird.

Grillen vs. Heimchen

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Auch die Steppengrille wird gern als Futter für Reptilien gezüchtet


Grillen stellen eine Familie mit mehr als hundert Arten dar. Dazu gehören Arten wie Heimchen, Steppengrillen, Mittelmeergrillen oder Kurzflügelgrillen, die bevorzugt als Futter für gezüchtete Reptilien genutzt werden. Sie unterscheiden sich in Größe und Entwicklungszeiten. Auch Sprungverhalten und Lautäußerungen zeigen Unterschiede.

  Geräusche Sprungverhalten Züchtung
Heimchen laut große Sprünge einfach
Mittelmeergrille extrem laut springt nur wenig etwas schwieriger
Steppengrille leise springt kaum einfach
Kurzflügelgrille gemäßigt sehr weite Sprünge einfach

Schlupf der Larven

Etwa zwei bis drei Tage nach der Paarung legen Weibchen ihre Eier in die feuchte Erde. Das Gelege kann zwischen 800 und 2.600 Eier umfassen. Die Zahl richtet sich maßgeblich nach der Ernährung des Weibchens. Hat es überwiegend tierische Kost verspeist, werden mehr Eier produziert als bei einer pflanzlichen Ernährung.

Die Eier sind in der Lage Feuchtigkeit zu absorbieren. Dadurch quellen sie an, sodass sie ihr Gewicht verdoppeln. Damit Larven schlüpfen, sind bestimmte Temperaturen notwendig. Liegt die Temperatur bei 16 Grad Celsius, dauert die Entwicklung zur Larve etwa 54 Tage. Zeigt das Thermometer dauerhaft 35 Grad Celsius an, schlüpfen die Larven nach etwa acht Tagen.

Ideale Substrate für die Eiablage:

  • Gemüsereste
  • Sägespäne
  • Kübelpflanzenerde

Entwicklung

Die anfangs hell gefärbten Larven besitzen keine Flügel und können daher nur krabbeln. Sie durchlaufen zwischen neun und 16 Larvenstadien, bis sie sich zum ausgewachsenen Heimchen häuten. Diese Entwicklung dauert zwischen 80 und 130 Tage an und hängt von Temperatur und Nahrungsangebot ab. Wenn sie genügend pflanzliche Kost zur Verfügung gestellt bekommen, schließen sie ihre Entwicklung innerhalb zehn Wochen ab.

Was fressen Heimchen?

Heimchen sind Allesfresser, die sich sowohl von pflanzlichen Resten als auch von tierischem Gewebe ernähren. Tierische Kost wird bevorzugt, da sie mehr Energie liefert und sich die Heimchen dadurch besser vermehren können. Sie gelten als gute Verwerter von Küchenabfällen, Lebensmittelresten und Aas.

Ihren Wasserbedarf decken die Grillen über das Futter, daher nehmen sie gerne wasserhaltige Nahrung zu sich. Da sie im Haushalt auch vor Lebensmitteln nicht zurückschrecken, gelten Heimchen als Hygieneschädlinge. Ist die Nahrung minderwertig oder knapp, kann es zu Kannibalismus kommen.

Natürliche Feinde

Zu des Fressfeinden zählen alle Tiere, die sich von größeren Insekten ernähren. Heimchen haben keine giftigen Inhaltsstoffe. Sie sind reich an Proteinen und können sich kaum gegen größere Raubtiere wehren. Ihr einziger Schutz ist die Dunkelheit der Nacht. Droht Gefahr, ziehen sich die Insekten in Nischen und Höhlen zurück.

Diese Tiere fressen Heimchen:

  • Ameisen, Spinnen und Wespen
  • Vögel und Fledermäuse
  • Frösche und Eidechsen
Heimchen Vogel

Heimchen sind ein leckeres Futter für Vögel

Natürlicher Lebensraum

Ursprünglich stammt die Art aus den trockenen Gebieten Afrikas. In Ostafrika kommen Heimchen bis in Höhen von 2.600 Meter vor. Heute sind sie weltweit anzutreffen und treten auch in kühleren Regionen auf. Erste Beschreibungen der Art in Deutschland gehen auf das 16. Jahrhundert zurück.

In Europa sind sie allerdings an menschliche Siedlungen gebunden. Heimchen fühlen sich in Lebensräumen mit hoher Luftfeuchtigkeit wohl. Wenn die Temperaturen zudem gleichmäßig hoch sind, finden die Insekten optimale Lebensbedingungen vor. Beide Faktoren sind im Kompost gegeben, der durch Gärungsprozesse hohe Temperaturen entwickelt und eine konstante Feuchtigkeit besitzt.

Das sind typische Rückzugsorte:

  • Gewächshäuser
  • Keller
  • feuchte U-Bahnschächte

Winter

Außerhalb menschlicher Siedlungen würden Heimchen den Winter in Mitteleuropa und anderen kühleren Regionen außerhalb Afrikas nicht überleben. Sie haben keine Mechanismen entwickelt, um frostige Temperaturen zu überstehen, denn in ihrer natürlichen Heimat ist eine Überwinterung nicht notwendig. Sobald der Winter einbricht, sterben Tiere in der Natur. Haben Sie einen warmen und feuchten Rückzugsort gefunden, können sie die frostige Jahreszeit überleben.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt werden Heimchen?

Die Lebenserwartung der Insekten hängt von Temperatur und Nahrungsangebot ab. Obwohl ihre Entwicklung bei Temperaturen um 35 Grad Celsius schneller ablaufen, überleben sie die Hitze nicht besonders lange. Bei einer optimalen Temperatur zwischen 28 und 30 Grad Celsius haben die Insekten eine Lebensdauer von zwölf Wochen.

Was fressen Heimchen am Liebsten?

Die Grillen bevorzugen tierische Kost, wobei sie als Allesfresser auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Um die Insekten erfolgreich zu züchten, spielt das Nahrungsangebot eine große Rolle. Heimchen nehmen Salat, Möhren oder Haferflocken mit Vorliebe an.

Wie vermehren sich Heimchen?

Wenn ein Männchen durch seine Lockmelodien eine potentielle Partnerin in die eigene Arena gelockt hat, legt sich dieses noch einmal ins Zeug. Weibchen betasten die Männchen mit ihren Fühlern und lauschen den Melodien mit ihren Ohren, die sich auf den Beinen befindet. Wenn ihr das Konzert gefällt, besteigt sie das Männchen. Diese übertragen einen mit Spermien gefüllten Sack auf das Weibchen.

Wann fliegen Heimchen?

Obwohl die Grillen voll entwickelte und funktionsfähige Flügel besitzen, setzen sie diese nur selten ein. Ihre Flüge können nur in Ausnahmefällen beobachtet werden, wenn die Temperaturen sehr hoch sind.

Wann zirpen Heimchen?

Das Paarungsschauspiel der Grillen erstreckt sich von Ende April bis Ende Juni. Dann sitzen die Männchen auf einem Platz in der Nähe ihrer selbst gegrabenen Höhlen. Diese Wohnhöhlen sind bis 20 Zentimeter lang. Die Männchen, die einst im Schutz der Höhlen aus den Eiern geschlüpft sind, nutzen die Gänge als Rückzugsort bei Gefahr. Ihre eintönigen Lockmelodien erklingen ab der Abenddämmerung bis in die Nacht hinein.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: Sari ONeal/Shutterstock, Ezume Images/Shutterstock, Kuttelvaserova Stuchelova/Shutterstock

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