Wirkt Harnstoff gegen Unkraut?

Eines der häufig empfohlenen Hausmittel gegen lästige Beikräuter ist Harnstoff. In diesem Artikel befassen wir uns mit der Wirkung auf Pflanzen sowie der Frage, ob das Mittel zur Unkrautvernichtung im Hausgarten erlaubt ist.

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Harnstoff hilft dem Rasen beim Wachsen und beugt so Unkraut vor

Was ist Harnstoff?

Bei Harnstoff handelt es sich um eine weiße, wasserlösliche Substanz. Es ist ein Ausscheidungsprodukt, das beim Eiweißstoffwechsel von Wirbeltieren entsteht. Harnstoff besteht zu fast 50 Prozent aus Stickstoff, ein Wert, den selbst hoch dosierte Kunstdünger nicht erreichen.

Weltweit stellt Harnstoff den am häufigsten verwendeten Stickstoffdünger dar. Das Mittel erhalten Sie unter dem Namen Düngeharnstoff oder Urea im Fachhandel.

Warum wird mit Stickstoff gedüngt und wirkt das gegen Unkraut?

Stickstoff wird als „Motor des Wachstums“ bezeichnet, da er dieses, vorausgesetzt die notwendigen Nährstoffe sind in ausreichendem Maß vorhanden, stark beeinflusst. Gut mit Stickstoff versorgter Rasen wird dunkelgrün und dicht, wächst schnell und bildet mehr Blätter.

Indirekt lässt sich deshalb mit Harnstoff Unkraut durchaus verdrängen, da die anderen Pflanzen besser gedeihen.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Im Hausgarten überwiegen jedoch die Nachteile dieses Düngers:

  • Harnstoff wirkt versauernd auf den Boden.
  • Reiner Harnstoff-Dünger enthält keine Nährstoffe wie Kalium, Phosphat oder Kalk. Diese müssen durch andere Düngemittel substituiert werden.
  • Das macht die gezielte Düngung für den Laien recht kompliziert.

Eignet sich Harnstoff zur Unkrautvernichtung?

Da es sich bei Harnstoff um ein Düngemittel handelt, kann sich die erwünschte Wirkung ins Gegenteil verkehren. Statt die Pflanzen zu stärken und Unkräuter zu unterdrücken, gedeihen die sich rasch an die Bedingungen anpassenden Beikräuter verstärkt.

Wegen der Schwierigkeit, das richtige Mischungsverhältnis zu finden, sollten Sie die Harnstoffdüngung den Fachleuten überlassen. Darin ist auch der Grund zu sehen, dass dieses Düngemittel überwiegend im gewerbsmäßigen Anbau zum Einsatz kommt.

Wie werde ich mein Unkraut dann los?

  • Die mechanische Unkrautentfernung (jäten) ist die umweltfreundlichste Methode.
  • Von Hausmitteln wie Salz sollten Sie bei der Unkrautentfernung ebenfalls die Finger lassen, denn der Einsatz ist gesetzlich verboten.
  • Ein probates Mittel, das sehr gut wirkt, ist kochendes Wasser gegen Unkraut.
  • Um das Austreiben von Unkraut zu verhindern, eignet sich eine schützende Mulchschicht.

Tipps

Weisen Sie Beikräutern einen festen Platz im Garten zu und lassen Sie diese dort ungestört wachsen. Viele Unkräuter sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht, wertvolle Bienennahrung und bieten Schmetterlingsraupen einen geschützten Ort für die Verpuppung.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Bochkarev Photography/Shutterstock

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