Methoden und Ideen zum Hang-Abfangen

Ein Hanggarten kann überaus reizvoll sein. Allerdings stellt die schräge Topographie auch vor gewisse Herausforderungen. Um Hänge gegen Abrutschen zu sichern, kann man das Nützliche aber auch mit Schönem verbinden – ein Hangim Garten bietet zum Beispiel eine natürliche Vorlage für Terrassenbeetanlagen.

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Es gibt viele optisch ansprechende Optionen der Hangbefestigung
  • Hänge können mit Gabionen, Betonmauern oder Trockenmauern abgefangen werden
  • Pflanzen geben Hängen Halt und stabilisieren sie so
  • Bachläufe an Hängen machen etwas her

Methoden zum Abfangen eines Hangs

Um einen Hang am Abrutschen durch Erosion und Gravitation und die Grundstücksoberfläche an einer substanziellen Verschiebung zu hindern, gibt es einige Möglichkeiten. Durch geschickt gestaltete Abfang-Vorrichtungen kann man eine Gartenfläche in Schräglage auch besonders attraktiv nutzbar machen und das Nötige mit Schönem verbinden.

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Hang abfangen: So können Sie einen Hang abfangen

Zum Befestigen eines Hangs bieten sich einerseits mehr oder weniger massive, steinerne Errichtungen an. Aber auch mit Bauelementen aus Holz oder mit Pflanzen lässt sich ein Hang abfangen. Die üblichsten Methoden sind folgende:

  • Schwergewichtsmauer (Betonmauer – Trockenmauer – Gabionen – Natursteinmauer)
  • Beton-Fertigelemente
  • Pflanzsteine
  • Holz-Palisaden
  • Begrünung

Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile und ist für unterschiedliche Voraussetzungen und Vorstellungen geeignet. Hier zunächst ein kleiner Überblick über ihre jeweiligen Eigenschaften:

  Schwergewichtsmauer Beton-Fertigelemente Pflanzsteine Holz-Palisaden Begrünung
Geeignet für steile, schwierige Hänge schwere, mäßig steile Hänge alle Hänge, zusätzlichen Kräuteranbau flache, einfache Hänge breite, flachere Hänge
Vorteile sehr stabil und beständig einfache Verarbeitung, beständig günstigste Steinvariante, Bepflanzungsmöglichkeit billigste Variante, einfache Errichtung ökologischste Variante, dekorativ
Nachteile teuer, aufwändige Errichtung Fundament nötig, nüchternes Aussehen nicht jedermanns Stil verwitterungsanfällig, mäßige Haltekraft aufwändig, pflegeintensiv

Schwergewichtsmauer

Um einen steilen, langen Hang abzufangen, ist eine schwere Steinmauer die solideste Lösung. Eine sogenannte Schwergewichtsmauer hat das nötige Gewicht und die nötige Festigkeit, um sich der Druckgewalt der Hangmasse entgegenzustemmen. Unter einer Schwergewichtsmauer versteht man schwere Mauern aus Steinmaterialien – etwa solche aus massiven Beton-Modulen mit Stützfuß oder auch gemauerte Varianten. Zu letzterem zählen etwa Trocken- und Natursteinmauern.

Betonmauer

Eine massive Betonmauer wird meist aus einzelnen Modulen errichtet, die nach oben hin leicht abflachen. Dadurch lehnen sie sich gewissermaßen gegen das Erdreich des Hangs. An der Basis besitzen die Module einen Fuß besitzen, dessen Dicke in etwa ein Drittel der Mauerhöhe beträgt. Zu etwa einem Drittel muss die Mauer auch in den Boden versenkt werden, damit sie dem Hang genug Standfestigkeit entgegensetzen kann.

Versenkt werden muss die Mauer in ein Betonfundament. Ganz wichtig bei jeder massiven, für vom Hang herunterfließendes Regen- und Schmelzwasser undurchlässige Mauer ist eine Drainage. Dazu errichtet man am besten hinter dem eigentlichen Fundamentgraben einen mit Kies gefüllten Abflussgraben, in den auch ein Dränrohr verlegt werden kann.

Alternativ lässt sich eine Schwergewichtsmauer auch mit Schalungssteinen errichten. Die hohlen, mit Beton zu füllenden Bausteine lassen sich mit Nut- und Federsystem unkompliziert verbauen und können schon zu relativ günstigen Preisen zu bekommen sein. Die Regeln für die Fundamentierung und Drainageeinrichtung gelten wie für eine Schwergewichtsmauer aus Betonmodulen.

Gabionen

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Gabionen werden besonders gern zur Hangbefestigung eingesetzt

Gabionen liegen seit einiger Zeit voll im Trend – zum einen, weil sie mit ihren regelmäßigen Drahtkorb-Rahmen den aktuell so puristisch und geometrisch-elegant ausgerichteten architektonischen Zeitgeschmack treffen. Zum anderen sicherlich auch, weil sie dabei durch die mörtellose Befüllung mit losen Steinen relativ leicht zu errichten sind. Wenn sie fürs Abfangen eines Hangs zum Einsatz kommen sollen, ist aber eine solide Fundamentierung immens wichtig. Denn schon an sich sind Gabionen nicht so stabil wie massive Betonmauern. Sie eignen sich deshalb eher nur für Hänge mit mäßigem Gefälle.

Neben der Versenkung in ein tiefes Betonfundament ist auch bei einer Gabionenmauer eine Drainage dringend nötig. Denn wenn sich Wasser zwischen den losen Steinen im Drahtkorb ansammelt und gefriert, droht die Mauer durch die Eislast nach vorn zu kippen.

Trockenmauer

Trockenmauern sind eine besonders charaktervolle mörtellose Mauervariante. Ganz besonders in der Natursteinmauer-Version, die aus unbehauenen Natursteinen errichtet wird. Wegen ihrer Verbreitung im Mittelmeerraum kann eine Natursteinmauer für ein mediterranes Flair im Garten sorgen, insbesondere dann, wenn ein Hang mit mehreren kleinen, terrassenartig arrangierten Natursteinmauern abgefangen wird.

Um eine Trockenmauer zu errichten, brauchen Sie nicht unbedingt solide Fachkenntnis zu besitzen. Wichtig ist aber, dass Sie sie bei einem Einsatz als Hangabstützung leicht schräg gegen den Hang gelehnt ausrichten. Ein tiefes Betonfundament ist auch vonnöten. Damit eine klare Linie verfolgt wird, hilft eine Spannschnur.

Hier noch ein anschauliches Video von einer privat errichteten Trockenmauer am Hang:

Beton-Fertigelemente

Unter Fertig-Betonelementen versteht man modulare Beton-Palisaden oder L-Steine. Sie sind einfach zu verarbeiten, müssen aber wie Schwergewichtsmauern in ein Betonfundament gesetzt werden. Außerdem ist auch hier eine Drainiage in Form eines Kiesgrabens an der Rückseite notwendig.

Pflanzsteine

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Pflanzringe eignen sich hervorragend für das Abfangen eines Hangs

Eine Errichtung aus Pflanzsteinen sind zwar nicht jedermanns Stil. Allerdings lässt sich ein Hang damit auf vergleichsweise unaufwändige und günstige Weise abfangen. In der typischen treppenförmig aufgeschichteten und dadurch automatisch schon nach hinten gelehnten Verarbeitungsart eignen sich Pflanzsteine ideal zur Hangbefestigung. Außerdem ergeben sie eine vielfältig nutzbare Bepflanzungsfläche – entweder für eine rein dekorative Grün- und Blühwand oder auch ganz gezielt als Kräutergarten für die Küche.

Die Errichtung erfordert allerdings wie auch bei Schwergewichtsmauern ein Fundament aus Kies und Beton mit einer Abflusseinrichtung.

Holz-Palisaden

Einen kleinen Hang kann man auch mit „Soft“-Lösungen abfangen. Etwa mit Holzpalisaden. Der große Vorteil an ihnen ist die recht unkomplizierte Verarbeitung und der vergleichsweise niedrige Anschaffungspreis. Nachteilig ist allerdings die Verwitterungsanfälligkeit der hölzernen Elemente. Trotz der Imprägnierung, mit der sie angesichts ihrer destinierten Verwendung in direktem Erdbodenkontakt immer versehen sind, modern sie mit der Zeit und müssen dann ausgetauscht werden.

Um einen Hang mit Holz-Palisaden abzufangen, sollte die Errichtung in einen Fundamentgraben mit Kies und Magerbeton gesetzt werden.

Begrünung

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Hecken, Stauden und Sträucher dienen zur natürlichen Hangbefestigung

Eine weitere Möglichkeit, einen Hang zu befestigen, ist schlichtweg eine Begrünung. Pflanzen können mit ihren Wurzeln den Zug, der in schräg liegendem Erdreich sitzt, recht gut festigen. Allerdings ist diese Variante nur bei Hängen mit mäßigem Gefälle sinnvoll. Außerdem sollte die Erdoberfläche vor dem Bepflanzen mit einem Geogitter oder einer Böschungsmatte aus Jute oder Kokosfasern versehen werden. Dadurch wird das Abrutschen grob ausgebremst, die Pflanzen haben durch das Maschenwerk aber noch genug Raum, um ihre Wurzeln auszustrecken.

Als festigende Hangbepflanzung eignet sich eine Mischung aus flach und tief wurzelnden Kleingehölzen und einer flächigen Unterlagerung mit Bodendeckern. Haltgebende und dekorative Kleingehölze sind etwa:

  • Liguster
  • Strauchrosen
  • Sommerflieder
  • Kornelkirsche
  • Besenginster
  • Zwergmispel

Als Bodendecker eignen sich:

  • Elfenblume (hübsch und dichtwurzelnd)
  • Golderdbeere (robust, pflegeleicht)
  • Efeu (trittfest, aber auch sehr wüchsig)

Ideen zur Gartengestaltung mit Hang

Aus einem Garten in Hanglage kann man gestalterisch einiges herausholen. Oft können Sie dabei Praktisches mit Nützlichem verbinden.

Terrassen mit Natursteinmauern

Ein Klassiker ist sicherlich die Terrassierung mit Natursteinmäuerchen. Dadurch erschaffen Sie einerseits ein stimmungsvolles, mediterranes Flair im Garten und erweitern andererseits auch die Nutzfläche Ihres Gartens. Denn die entstehenden eingeebneten Flächen sind mit den meisten Pflanzen besser bepflanzbar. Klein dimensionierte Terrassierungen können auch als Grundlage für Halb-Hochbeete dienen.

Andererseits können Sie auf den eingeebneten Terrassenflächen natürlich auch Genussplätze mit Liegemöbeln oder Sitzgruppen mit Sonnenschirm einrichten. Gerade an sonnigen Südhängen mit attraktiver Aussicht ins Land bietet sich das an.

Bachläufe

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Wer einen Hang im Garten hat, kann diesen für einen Wasserlauf nutzen

Die Abschüssigkeit eines Hangs können Sie auch hervorragend für Wasserläufe ausnutzen. Beruhigendes Plätschern und anmutige Wasserbewegungen über ein dekoratives Steinbett werten einen Garten enorm auf. Um einen Bachlauf zu bauen, benötigen Sie im Grunde nur eine Teichfolie, Kies- und Steinmaterial zum Beschweren und dekorieren, Pflanzen je nach Begrünungswunsch und eine Pumpe – denn für einen kontinuierlichen Lauf muss das unten ankommende Wasser schließlich wieder zum oben liegenden Ausgangspunkt gelangen. Für diesen bieten sich Sprudelsteine oder Wasserspeier an. Unten kann zum Beispiel ein kleiner Teich angelegt werden.

Rutsche

Haben Sie Kinder? Wie wäre es dann, eine Rutschbahn in den Hang zu integrieren? Die natürliche Schräglage der Topographie erlaubt es, eine Rutsche ohne Gerüst aufzustellen – nur eine Treppe sollte neben der Bahn errichtet werden.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich ein Hang besonders günstig abfangen?

Grob kann man sagen: alle steinernen Lösungen sind auch kostenintensiv. Damit fallen für Sparfüchse aber auch leider schon die solidesten Methoden weg. Wer aber nur einen kleinen Hang mit mäßigem Gefälle abzufangen hat, kann zum Beispiel mit Holz-Palisaden recht günstig wegkommen. In der Anschaffung sind sie recht günstig und auch für das Fundament wird nur etwas Magerbeton und Kies benötigt.

Wer ist für das Abfangen eines Gefälles zwischen Nachbargrundstücken verantwortlich?

Die Nachbarschafts-Rechtslage ist oft nicht ganz klar auf Individualfälle anwendbar. So auch bei Gefällen zwischen Nachbargrundstücken. Grob lässt sich Folgendes sagen: es muss immer sachkundig geklärt werden, ob ein natürliches Gefälle vorliegt oder ob beim Anlegen des Oberlieger- oder Unterlieger-Gartens Erdsubstanz abgebraben oder aufgeschüttet wurde. Wenn durch Abgraben bzw. Aufschütten ein künstliches Gefälle entsteht, hat immer dessen Verursacher die Arbeit und die Kosten zu tragen.

Wie gestaltet man eine Hangbefestigung modern?

Holz-Palisaden und Pflanzsteinen wohnt ein eher konventioneller, verstaubter Charakter inne. Der aktuelle gartenarchitektonische Zeitgeschmack verlangt mehr nach klaren Materialien und geradlinigen, schnörkellosen Formen. Mit geometrisch definierten L-Steinen oder puristischen Gabionen werden diese Kriterien auf jeden Fall erfüllt. Stilistisch passende Bepflanzungen bekommen Sie zum Beispiel mit Buchsbäumen und Ziergräsern hin.

Welche Stabilisierungsmethoden eignen sich für einen kleinen Hang?

Wer nur einen kleinen Hang mit mäßigem Gefälle abzufangen hat, kann gut mit Palisaden aus Holz oder Beton arbeiten. Auch eine kleine, selbst geschichtete Natursteinmauer ist hier empfehlenswert.

Text: Caroline Strauss
Artikelbilder: HaiGala/Shutterstock, Cre8 design/Shutterstock, Horst Bingemer/Shutterstock, shalom3/Shutterstock, Terrie L. Zeller/Shutterstock

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