Elfenblume

Mit filigraner Leichtigkeit tanzen ihre Blüten über frischgrünem Laub dem Frühling entgegen. Bislang gilt die Elfenblume als Geheimtipp unter Hobbygärtnern für die dekorative Begrünung schattiger Lagen. Zumeist liegt sie als blühender Bodendecker mächtigen Gehölzen zu Füßen. Die folgenden Antworten auf oft gestellte Fragen verdeutlichen, wie umgänglich sich Epimedium in der Kultivierung erweisen.

Epimedium
Die zarten Blüten der Elfenblume erinnern wahrhaftig etwas an Elfen

Elfenblume richtig pflanzen

Öffnet sich im Herbst die ideale Pflanzzeit für Stauden, sind Elfenblumen zur Stelle, um verwaiste Schattenlagen üppig zu begrünen. Legen Sie im tiefgründig-lockeren und frisch-feuchten Boden mehrere Pflanzgruben an im Abstand von 25-30 cm. Dem Aushub geben Sie reifen Kompost und Hornspäne hinzu. Leicht verdichteter Erde verleihen einige Handvoll Laub- oder Nadelkompost die gewünschte Durchlässigkeit. Im Verlauf dieser Vorbereitungsarbeiten verweilen die noch eingetopften Wurzelballen in einem Gefäß mit kalkfreiem Wasser, bis sie durchdringend getränkt sind. Daraufhin topfen Sie die Epimedium aus und setzen sie in die Pflanzgruben, wobei die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird. Gießen Sie an mit weichem Wasser. Eine Mulchschicht aus Laub schützt die jungen Pflanzen im ersten Winter.

Pflegetipps

Der gärtnerische Fahrplan für eine fachgerechte Pflege von Epimedium basiert in erster Linie auf einem ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt. Lassen Sie eine Elfenblume zu keiner Jahreszeit austrocknen. Gießen Sie ausschließlich mit weichem Wasser unmittelbar auf die Wurzelscheibe, sobald der Boden angetrocknet ist. Eine Portion Kompost mit Hornspänen nimmt die Staude im Herbst gerne an. Ansonsten lassen Sie das Herbstlaub im Beet liegen, denn es verwandelt sich in nahrhaften Humus. Ein Rückschnitt der verwelkten Blütenstängel bewahrt die Pflanze vor dem kräftezehrenden Samenwachstum. Sommergrüne Epimedium-Arten schneiden Sie im Herbst bodennah zurück, gefolgt von den wintergrünen Exemplaren im Spätwinter. Leichter Winterschutz hat sich als sinnvoll erwiesen im Pflanzjahr sowie für die empfindlicheren, laubabwerfenden Elfenblumen-Sorten.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die Herkunft definiert die idealen Standortbedingungen. Die robusten europäischen Arten nehmen es als wintergrüne Bodendecker auch mit heftigem Wurzeldruck mächtiger Gehölze auf. Die sensibleren asiatischen Epimedium fühlen sich im schattigen Staudenbeet bestens aufgehoben in Nachbarschaft tendenziell zahmer Gesellen, wie Hosta, Kaukasus-Vergissmeinnicht oder Farnen. Allen Elfenblumen gemeinsam sind diese Ansprüche an den Standort:

  • Halbschattige bis schattige Lage
  • Humoser, frisch-feuchter Boden
  • Leicht saurer pH-Wert von 5,5 bis 6,5

Achten Sie in erster Linie darauf, dass eine Elfenblume nicht unter pralle Sonneneinstrahlung gerät, denn diesem Stress ist die zarte Schönheit nicht gewachsen. Wo indes die Rahmenbedingungen zumindest annähernd die Anforderungen erfüllen, bleiben Ihnen Epimedium bis zu 20 Jahre lang treu.
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Der richtige Pflanzabstand

Vornehmlich fungieren Epimedium als blühende Bodendecker oder setzen im kleinen Tuff augenfällige Akzente im Staudenbeet. Die gekonnte Bemessung des Pflanzabstandes geht beim Arrangement der einzelnen Elfenblumen davon aus, dass sie zumeist ebenso breit wie hoch gedeihen. Mit einer Distanz von 25-30 cm zwischen den Stauden und zur Nachbarpflanze, liegen Sie somit genau richtig.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Zentrales Kriterium für die ideale Bodenbeschaffenheit ist eine erstklassige Durchlässigkeit. Attribute wie nährstoffreich, humos und frisch-feucht reihen sich dahinter ein. Für ein vitales Wachstum ebenfalls relevant ist ein neutraler bis saurer Bodenwert von 5,5 bis 6,5. Dies gilt insbesondere für die asiatischen, sommergrünen Epimedium.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Über die Monate September und Oktober erstreckt sich die bestmögliche Pflanzzeit für Epimedium. Zu dieser Zeit ist das Erdreich aufgewärmt von der Sommersonne und bietet den Rhizomen beste Wachstumsbedingungen. Wer diesen Termin verpasst, pflanzt die Elfenblume im Frühling an, wobei sich in diesem Fall die erste Blütezeit ins nächste Jahr verschiebt.

Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit aller Epimedium erstreckt sich von April bis Mai. Nur sehr selten kleidet sich die Staude Anfang/Mitte Juni noch in ihr florales Kleid. Um einer Elfenblume den Kraftaufwand einer Samenbildung zu ersparen, schneiden Sie die über das Laub hinausragenden Blütenstängel rechtzeitig ab.

Elfenblume richtig schneiden

Es sind gleich mehrere Anlässe, zu denen der Gärtner seine Epimedium schneidet. Bereits während der Blütezeit, können die grazilen Blüten als Vasenschmuck geschnitten werden. Darüber hinaus sind die formschönen Herzblätter als floristisches Beiwerk sehr begehrt. Im Anschluss an die Blüte ist es von Vorteil, die verwelkten Stängel über dem Laub abzuschneiden, denn das Wachstum von Samen kostet einer Elfenblume viel Kraft. Die laubabwerfenden Epimedium-Arten schneiden Sie im Herbst bodennah ab. Die wintergrünen Stauden vertreiben mit ihrem dichten Laubgewand während der kalten Jahreszeit die Tristesse aus dem Garten und werden erst im zeitigen Frühjahr bis zum Boden eingekürzt.
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Elfenblume gießen

Da die kriechenden Rhizome von Epimedium sich horizontal ausbreiten und nur wenig in die Tiefe gehen, besteht regelmäßiger Gießbedarf. Sobald die Erde an der Oberfläche antrocknet, wird gewässert mit weichem Wasser. Geben Sie gesammeltes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser unmittelbar auf die Wurzelscheibe, um die Blüten- und Blättertracht nicht zu beeinträchtigen. Bitte bedenken Sie, dass wintergrüne Elfenblumen während der kalten Jahreszeit weiterhin gegossen werden, sofern Schnee und Regen ausbleiben.

Elfenblume richtig düngen

Eine Kompostdüngung im Herbst stellt die Weichen für einen perfekten Frühstart im nächsten Jahr. Da im Rahmen einer organischen Düngung die Nährstoffe erst ab Temperaturen deutlich über 10 Grad Celsius aufgenommen werden, läuft eine Startdüngung im März ins Leere. Wo kein Kompost zur Verfügung steht, lassen kundige Hobbygärtner einfach das Herbstlaub liegen, da es sich in nahrhaften Humus verwandelt. Bestens geeignet für die Nährstoffzufuhr sind Brennnessel- und Beinwelljauche, die sich ganz einfach selbst herstellen lassen. Vermeiden Sie zu Zufuhr einer geballten Ladung mineralischen Volldüngers. Der hohe Stickstoffanteil treibt vor allem das Blätterwachstum voran, was zulasten der elfenzarten Blüten verläuft.

Schädlinge

Wichtigste Schädlinge für Epimedium sind die gefräßigen Nacktschnecken. Diese Plagegeister kümmert der Giftgehalt wenig, denn sie machen sich ungezügelt über die zarten Blüten und saftigen Blätter her. Schützen Sie daher einzelne Elfenblumen mit einem Schneckenkragen. Beete mit flächiger Bepflanzung werden umgeben von einem Elektro-Schneckenzaun. Platzieren Sie zusätzlich innerhalb umzäunter Areale tiefe Schalen mit altem Bier. Darüber hinaus wirken Wanderschranken mit spitzen Steinchen abschreckend auf die Vielfraße. Wer den Griff zum chemischen Schneckenkorn scheut, streut regelmäßig Kaffeesatz aus, da das Koffein toxisch wirkt auf Schnecken.

Überwintern

Die widerstandsfähigeren, europäischen Epimedium bieten klirrendem Frost bis – 28 Grad Celsius tapfer die Stirn. Daher sind für die wintergrünen Schönheiten keine Vorkehrungen vor dem ersten Frost zu treffen. Lassen Sie im Beet einfach das Herbstlaub liegen, sind die Rhizome ausreichend geschützt vor den Unbilden der kalten Jahreszeit. Jungpflanzen im ersten Jahr sowie die sensibleren asiatischen, sommergrünen Elfenblumen erhalten aus Gründen der Vorsicht im Herbst eine schützende Schicht aus Torfmull und Nadelreisig.

Elfenblume vermehren

Die zahlreichen Ausläufer einer gut etablierten Elfenblume liefern reichlich Material für die Vermehrung. Im Frühjahr oder Herbst schneiden Sie leicht bewurzelte Stücke ab. Am neuen halbschattigen bis schattigen Standort pflanzen Sie die Rhizomschnittlinge im Abstand von 25-30 cm so tief ein wie zuvor. Ein wenig gärtnerische Erfahrung erfordert die Teilung. Graben Sie im Herbst die Pflanze aus, um den Wurzelballen zu zerteilen. Wenngleich die Beschädigung der Rhizome dabei unumgänglich ist, sollte sich das Ausmaß in Grenzen halten. Bevor Sie die Segmente einpflanzen, wird das Erdreich angereichert mit Kompost und Hornspänen. Bitte halten Sie die bisherige Pflanztiefe möglichst präzise ein und gießen großzügig an mit weichem Wasser.

Ist Elfenblume giftig?

Die botanische Zuordnung zur Familie der Hahnenfußgewächse, weist uns hin auf einen möglichen Giftgehalt hin. Entfernt verwandt mit Eisenhut oder Rittersporn, enthalten Epimedium ebenfalls einen – wenn auch geringen – Giftanteil. Die Rede ist von Alkaloiden und Bitterstoffen, die nach einem absichtlichen oder versehentlichen Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen können.
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Braune Blätter

Braune Blätter an Epimedium sind in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Im zeitigen Frühjahr treiben die Stauden mit rötlich-braunen Blättern aus, die sich erst im Laufe des Sommers hellgrün einfärben. Laubabwerfende Epimedium-Arten nehmen dann im Herbst mitunter eine bräunlich-gelbe Farbe an, bevor die Blätter zu Boden fallen und dort als Winterschutz und Humuslieferant agieren. Die wintergrünen Elfenblumen signalisieren mit braunen Blättern im Spätwinter, dass sie ihr florales Pulver jetzt verschossen haben und es Zeit für den Schnitt ist.

Gelbe Blätter

Gelbe Blätter mit deutlich erkennbaren grünen Blattadern sind ein häufiges Symptom für Chlorose. Dabei handelt es sich um einen Nährstoffmangel, der ausgelöst wird durch die Verwendung kalkreichen Gießwassers. Zu viel Kalk im Boden legt wichtige Mineralien und Spurenelemente fest, sodass die Wurzeln diese nicht mehr aufnehmen können. Geben Sie ab sofort einzig gesammeltes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser an Ihre Epimedium, erholen sich die Stauden erfahrungsgemäß wieder.

Trivia

Im Jahr 2014 erwiesen die deutschen Staudengärtner der Elfenblume ihren Respekt, indem sie Epimedium zur Staude des Jahres kürten. Diese Ehre verdankt die bislang wenig bekannte Waldpflanze ihrer zarten Blütenschönheit, gepaart mit robuster Widerstandsfähigkeit und einer breit gefächerten Sortenvielfalt. Somit reihen sich Epimedium ein neben populären Stauden, wie Hosta, Veronica oder Astern, die diesen begehrten Titel in den Jahren zuvor erlangten.

Schöne Sorten

  • Akebono: Die großblütige Epimedium kleidet sich in ein zartlilafarbenes Blütenkleid über rotbraunem, später grünem Laub
  • Elfenkönigin: Die orchideenähnlichen, rein weißen Blüten kontrastieren wunderbar mit dunklen Blütenstängeln
  • Ellen Willmot: Mit leuchtendem Blütenflor in Kupferrosa, haucht diese Sorten lichtarmen Lagen Leben ein
  • Nanum: Ihren kleinen Wuchs gleicht diese Züchtung aus mit dunkelrot gerandeten Blättern und weißen Blüten
  • Amber Queen: Innovative Neuzüchtung mit gelben, orange marmorierten Blüten und wintergrünem Laub
Text: Paula Jansen

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