Hanggrundstück begradigen – hilfreiche Informationen

Wenn der Kaufvertrag für das neue Grundstück abgeschlossen wurde, kann der eigentliche Bauprozess endlich beginnen. Doch viele Flächen sind noch nicht bereit zum Bebauen. Gerade bei abschüssigen Bereichen ist es wichtig, diese auf eine gerade Ebene zu bringen.

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Nicht immer ist es möglich, ein Hanggrundstück zu begradigen

Geltendes Baurecht

Im Paragraph 909 des Baugesetzbuches ist geregelt, dass Vertiefungen eines Grundstückes nicht erlaubt sind, sofern das Nachbargrundstück gefährdet wird. Im Falle von auftretenden Folgeschäden kann der Nachbar Schadensersatz einfordern. Das Bauordnungsrecht folgt dem grundlegenden Prinzip, dass ein Grundstück möglichst nicht verändert werden sollte. Für Eingriffe wie Abtragungen und Aufschüttungen müssen Sie sich eine Genehmigung einholen.

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Unverzichtbare Hilfsmittel

Handelt es sich um kleine Unebenheiten auf dem Baugrundstück, können Sie diese selbst mit Schaufel, Walze und Harke begradigen. Hierbei wird das vorhandene Erdreich neu verteilt, ohne dass größere Erdmassen bewegt werden müssen. Hat die Schieflage ein größeres Ausmaß, wird schweres Gerät benötigt.

Professionelle Begradigungen

Motorhacken sind für Arbeiten in etwas größerem Umfang sinnvoll. Aufwändige Bewegungen von großen Substratmengen oder das Abtragen eines Erdhügels erfordern einen Mini-Radlader. Erdbauunternehmen sind gefragt, wenn komplett neue Grundstücke eingeebnet werden sollen.

Grober Ablauf der Vorarbeiten

Im ersten Schnitt wird der Höhenunterschied des abschüssigen Grundstücks berechnet. Dieser liefert die Basis für die Berechnung der Erdvolumens, welches bewegt werden muss. Solche Höhenmessungen erfolgen auf klassischen Rasenflächen mit Stangen, Schnüren und einer Wasserwaage. Es gibt spezielle Geräte für die Nivellierung und die Berechnung der Neigung, welche genauere Messergebnisse liefern. Sie erweisen sich als unverzichtbar für größere Vorhaben.

Alternative Möglichkeiten für kleinflächige Neigungen:

  • Terrassierungen und Begradigung von Teilflächen
  • Stützmauern zur Befestigung von abschüssigen Bereichen
  • L-Steine, Trockenmauern oder Pflanzsteine als Abrutschsicherung

Mögliche Kosten

Wie tief Sie in die Tasche greifen müssen, hängt vom Umfang der Arbeiten ab. Begradigungen in Eigenregie sind die kostengünstigste Variante, die allerdings schnell an ihre Grenzen stößt. Beauftragen Sie eine Gartenbaufirma mit dem Aushub, können pro Kubikmeter zwischen 25 und 50 Euro anfallen. Diese Gebühren werden von der Bodenqualität beeinflusst. Zusätzliche Ausgaben entstehen für die Auffüllung und Planierung des Untergrunds sowie die Abfuhr und Entsorgung des nicht benötigten Erdaushubs, sodass Sie schnell bei 100 Euro pro Quadratmeter Fläche ankommen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Sergei Mishchenko/Shutterstock

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