Günsel

Günsel essbar: Verwendung in Küche & Heilkunde

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Der Günsel, ein unscheinbares Wildkraut mit leicht bitterem Geschmack, bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Garten und in der Küche. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Günsels, von seinen kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten bis hin zu seinen Eigenschaften als Heilpflanze.

Günsel essen
Günsel ist essbar und gesund

Geschmack von Günsel

Sowohl die Blätter als auch die Blüten des Günsels weisen einen dezent bitteren Geschmack auf. Diese besondere Note eröffnet vielfältige kulinarische Möglichkeiten, erfordert jedoch einen bewussten Einsatz, um die geschmackliche Balance in den Gerichten zu wahren.

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Verwendung von Günsel in der Küche

Mit seinem leicht bitteren Aroma bereichert der Günsel die Küche auf vielfältige Weise. Für die kulinarische Verwendung eignen sich vor allem die jungen Blätter und Blüten, die sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt werden können.

Günsel lässt sich beispielsweise verwenden für:

  • Salate und Quarkspeisen: Die jungen Blätter verleihen Wildkräutersalaten und Kräuterquarks mit ihrer leicht bitter-herben Note eine besondere Tiefe. Aufgrund des intensiven Aromas empfiehlt es sich, die Blätter sparsam zu dosieren und mit anderen Kräutern zu kombinieren.
  • Suppen und Eintöpfe: Sowohl Blätter als auch Blüten harmonieren hervorragend mit Suppen und Eintöpfen, denen sie eine herb-bittere Geschmacksnote verleihen.
  • Dekoration: Mit ihren leuchtenden Farben setzen die Blüten des Günsels farbenfrohe Akzente auf Salattellern, Desserts und anderen Gerichten. Neben der optischen Aufwertung bieten sie auch einen interessanten geschmacklichen Kontrast.
  • Getrocknet für Teemischungen: Getrocknete Günselblüten sind eine aromatische Bereicherung für selbst zusammengestellte Teemischungen.
  • Würze für Kartoffel- und Bratgerichte: Die Blätter des Günsels eignen sich hervorragend als Gewürz, insbesondere für Kartoffelgerichte und gebratene Speisen, wo ihr Aroma besonders gut zur Geltung kommt.

Um den bitteren Geschmack in Grenzen zu halten, sollten Sie beim Sammeln und Verwenden von Günsel stets auf junge Pflanzentriebe oder Blüten achten. Als ergänzende Komponente zu anderen Aromen und Geschmacksrichtungen bietet Günsel eine spannende und nährstoffreiche Zutat in der naturnahen Küche.

Günsel als Heilpflanze

Der Günsel, ein altbekanntes Wildkraut, wird seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde geschätzt. Die Pflanze ist reich an Bitterstoffen, Saponinen und Gerbstoffen, was ihr eine vielfältige Wirksamkeit bei unterschiedlichen Beschwerden verleiht. Traditionell wurde der Günsel unter anderem zur Behandlung von Wunden, Entzündungen und verschiedenen inneren Erkrankungen verwendet.

Historische Anwendungsgebiete sind:

  • Wundheilung: Aufgrund seiner adstringierenden Eigenschaften wurde Günsel äußerlich angewendet, um die Wundheilung zu fördern.
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum: Ein Aufguss aus Günsel diente zum Spülen bei Entzündungen.
  • Rheuma und Gicht: Berichten zufolge fand Günsel auch bei rheumatischen Beschwerden und Gicht Anwendung.
  • Verdauungsbeschwerden: Die leicht abführende Wirkung des Günseltees konnte bei Verdauungsproblemen hilfreich sein.

Trotz seiner historischen Beliebtheit in der Volksheilkunde ist der Gebrauch von Günsel in der modernen Naturheilkunde weniger verbreitet. Nichtsdestotrotz findet er noch immer Anwendung in spezifischen Bereichen, etwa in der österreichischen Volksmedizin bei Erkältungskrankheiten oder in der Homöopathie zur äußerlichen Behandlung von Mandelentzündungen und Hautgeschwüren.

Es ist wichtig zu betonen, dass Günsel wohldosiert verwendet werden sollte. Externe Anwendungen wie Umschläge oder Spülungen sind zu bevorzugen.

Verschiedene Günselarten

Unter den Günselarten gibt es zwei besonders bemerkenswerte Vertreter, die sowohl in der freien Natur als auch in naturnah gestalteten Gärten ihre Besonderheiten entfalten.

  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans): Diese Art zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, mit Hilfe von kriechenden Ausläufern dichte Teppiche zu bilden. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 30 cm und ihrem aufrechten Wuchs ist sie besonders auffällig. Die gegenständig angeordneten Blätter sind eiförmig oder spatelförmig mit einer leicht glatten Textur. Im Frühjahr bis Frühsommer trägt der Kriechende Günsel blaue, manchmal auch rosafarbene oder weiße Blüten, die dank ihrer Wirtelanordnung besonders ins Auge fallen.
  • Genfer Günsel oder Heide-Günsel (Ajuga genevensis): Der Genfer Günsel teilt ähnliche Standortvorlieben, bildet jedoch eher Polster und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 cm. Seine Blätter sind im Gegensatz zum Kriechenden Günsel dicht behaart. Die Blütenstände präsentieren sich in der Regel in einem intensiven Dunkelblau, seltener in Rosa oder Weiß. Eine Besonderheit ist das Fehlen von Ausläufern, wodurch sich der Genfer Günsel nicht so stark ausbreitet.

Beide Günselarten tragen zu einer biodiversen und optisch ansprechenden Gartengestaltung bei und bieten neben ihrer Schönheit auch einen Lebensraum für verschiedene Insektenarten.

Wann und wie erntet man Günsel?

Um den Günsel optimal zu nutzen, sind die richtige Erntezeit und Methode entscheidend. Beachten Sie die folgenden Punkte für eine erfolgreiche Ernte:

  1. Zeitpunkt: Der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist vom späten Frühjahr bis zum frühen Sommer, wenn die Pflanzen jung und zart sind.
  2. Pflanzenteile: Konzentrieren Sie sich auf junge Blätter und Blüten, da diese den besten Geschmack aufweisen.
  3. Erntemethode: Verwenden Sie eine saubere, scharfe Schere oder ein Messer, um die jungen Triebe am Stängel zu schneiden.
  4. Nachhaltigkeit: Lassen Sie immer genügend Blätter an der Pflanze, damit sie sich regenerieren kann.
  5. Verarbeitung: Nach der Ernte sollten die gesammelten Blätter und Blüten schnell verarbeitet werden. Sie können frisch in Salaten verwendet oder für die spätere Verwendung getrocknet werden.

Wo findet man Günsel?

Günsel bevorzugt Standorte, die von Natur aus nährstoffreich und leicht feucht sind. Sandig-lehmige, humusreiche Böden bieten ideale Bedingungen.

Typische Standorte sind:

  • Wiesen: Die offenen, sonnigen bis halbschattigen Bereiche bieten ideale Bedingungen.
  • Waldränder und Laubwälder: Hier profitiert Günsel vom lockeren Baumbestand.
  • Gärten und Parks: Unter Hecken und neben Gebüsch kann sich die Pflanze gut etablieren.
  • In Wassernähe: An Bächen oder Flussufern findet Günsel ebenfalls passende Bedingungen.
  • Unter Mauern und Böschungen: Diese Bereiche bieten Schutz und ein geeignetes Mikroklima.

Ist Günsel giftig?

Günsel gilt als ungiftig und ist sogar als Heilpflanze bekannt.

  • Menschen: Sowohl der Kriechende als auch der Genfer Günsel sind für den Menschen unbedenklich. Ihre Blätter und Blüten sind essbar und werden in der Küche verwendet.
  • Haustiere: Auch für Hunde, Katzen, Pferde und Rinder wurde bisher keine toxische Wirkung nachgewiesen.
  • Verwendung als Heilpflanze: Historisch wurde Günsel aufgrund seiner Inhaltsstoffe in der Naturheilkunde geschätzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Günsel nicht nur sicher für den menschlichen Verzehr ist, sondern auch eine Reihe interessanter Anwendungsmöglichkeiten in der Küche und in der traditionellen Medizin bietet.

Bilder: MiaZeus / iStockphoto