Wann Sie den Garten umgraben sollten

Seit Jahrhunderten graben Bauern ihre Ackerflächen um, damit die Pflanzen besser wachsen können. Doch das Umgraben ist mit einem großen Nachteil verbunden, der damals noch nicht bekannt war. Diese Bodenbearbeitung ist heute nur für bestimmte Zwecke empfehlenswert.

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Beim Umgraben wird der Boden aufgelockert

Umgraben oder Auflockern?

Durch das Umgraben des Bodens werden die Lebensräume der zahlreichen Bodenlebewesen gestört. Jeder Organismus benötigt spezielle Bedingungen, die in den verschiedenen Schichten auftreten. Eine Umschichtung des Substrats zerstört diese Bedingungen, sodass der Boden nach diesen Pflegemaßnahmen Zeit zur Regeneration benötigt. Diese Form der Bodenbearbeitung ist dann empfehlenswert, wenn Sie ein neues Beet auf Rasenflächen, steinigen Böden und schweren Untergründen anlegen möchten. Bereits bestehende Beete sollten mit speziellen Geräten bis in tiefere Schichten aufgelockert werden.

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Vorteile eines umgegrabenen Bodens:

  • Wasser dringt tiefer in das Substrat ein
  • gelockertes Unkraut lässt sich einfacher entfernen
  • Pflanzen können den Boden besser durchwurzeln
  • Sauerstoffverfügbarkeit durch Belüftung des Bodens

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Umgraben?

Ob Sie Ihren Garten im Frühjahr oder im Herbst umgraben, hängt von den Substrateigenschaften ab. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die Sie gegeneinander abwägen müssen.

Frühjahr

Wenn Sie im Herbst Kompost auf die Erde ausgebracht haben, ist das kommende Frühjahr ideal für die Bodenbearbeitung geeignet. Sie verhindern, dass das Bodengefüge schon im Herbst aufgelockert wird und die Bodenlebewesen dem Frost ausgesetzt sind. Mulchen Sie den Boden, nachdem Sie den Kompost ausgebracht haben. Eine Schutzschicht aus Laub isoliert das Substrat und gewährleistet, dass die Mikroorganismen auch im Winter arbeiten können.

Im Frühjahr ist der Kompost durch die Frostsprengung fein krümelig. Das Umgraben im Frühjahr sorgt dafür, dass die Nährstoffe direkt an die Wurzeln der frisch eingesetzten Pflanzen gelangen. Die Erde hat sich im Laufe des Winters stark verdichtet, sodass das Auflockern und Umgraben einen höheren Kraftaufwand erfordert.

Herbst

Bringen Sie den Kompost im Frühjahr aus, eignet sich der Herbst besser für das Umgraben. Im Herbst ist die Bodenbearbeitung leichter, da das Substrat vor dem Frost nicht so stark verdichtet ist. Über den Winter friert der umgegrabene Boden durch, was die Bildung von Unkräutern hemmt. Große Brocken werden durch den Frost aufgesprengt und das Bodengefüge wird verbessert. Der Anteil an Luftporen im Substrat steigt. Ein frostgesprengter Boden wird im Frühjahr leicht aufgelockert, bevor Sie die Pflanzen hineinsetzen und Samen säen können.

Der Boden sollte weder zu trocken noch zu nass sein. Warten Sie mit der Bodenbearbeitung, bis sich die ersten Herbstschauer gelegt haben. Von Mitte September bis Ende Oktober haben die Tage noch milde Temperaturen und nachts besteht noch keine Frostgefahr. Entfernen Sie alle Unkräuter, die Sie beim Umgraben entdecken.

Eine Anleitung zum Umgraben

Das einfache Umgraben sorgt dafür, dass der Boden vollständig gewendet wird.

  1. Schaffen Sie einen Graben, der sich über das gesamte Beet zieht. Stechen Sie dazu die Erde mit einem Spaten ab, den Sie leicht schräg aufsetzen. Das Spatenblatt kann vollständig in der Erde versinken.
  2. Die ausgestochene Erde bringen Sie zur gegenüberliegenden Beetseite.
  3. Stechen Sie neben dem ersten Graben einen Zweiten aus. Wenden Sie die ausgehobene Erde um 180 Grad und geben Sie das Substrat in den ersten Graben.
  4. Auf diese Weise verfahren Sie weiter bis zum Ende des Beetes. Der letzte Graben wird mit der Erde aus dem ersten Graben aufgefüllt.
  5. Entfernen Sie bei dieser Maßnahme Unkraut und achten Sie darauf, dass keine größeren Bodenlebewesen zu Schaden kommen.

Besonderheit: Doppeltes Umgraben

Bei dieser Variante wird der Boden bis in eine Tiefe von zwei Spatenblättern umgegraben. Gehen Sie genauso vor wie beim einfachen Umgraben. Die Vorteile liegen darin, dass die Durchlässigkeit von besonders schweren Böden verbessert wird. Wenn Sie neue Beete anlegen, ist diese Methode ebenfalls gut geeignet. Auf diese Weise gelangt die Grasnarbe in den Unterboden, wo sie zersetzt wird und dem Substrat Nährstoffe zur Verfügung stellt. Die Unkrautsamen, die sich in den oberen Bodenschichten befinden, gelangen in tiefere Erdschichten und können nicht keimen.

Weitere Vorteile:

  • Pflanzen durchwurzeln tiefere Erdschichten
  • Wachstum in die Breite wird minimiert
  • bis zu vier Mal mehr Ertrag bei entsprechender Kompostdüngung

Das richtige Gartengerät

Spaten sind stabile Gartengeräte, die sich perfekt zum Umgraben und Auflockern von Böden eignen. Achten Sie auf die Länge des Stiels. Wenn Ihnen der Spaten bis zur Brust reicht, können Sie in einer optimalen Höhe arbeiten. Mit einem kleinen Spatenblatt lassen sich schwere Böden gut bearbeiten. Steinige Untergründe werden mit einem dreieckigen oder halbrunden Blatt umgegraben. Gebogene und rechteckige Blätter sind für steinarme Substrate geeignet.

Spatengabeln haben durch ihre vier Zinken den Vorteil, dass Sie während der Bodenbearbeitung weniger Bodenlebewesen wie Regenwürmer schädigen. Dieses Gartengerät lässt sich leichter in harte und steinige Böden einführen. Es dient dazu, den Untergrund aufzulockern. Mit einem Sauzahn lockern Sie den Boden bis ihn tiefe Schichten auf, ohne ihn umzuschichten

Text: Christine Riel
Artikelbild: IgorGolovniov/Shutterstock

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