Wucherung an der Buche: Gallwespe oder Gallmücke?
Auf den Blättern Ihrer Buche oder Buchenhecke sitzen kleine, spitze Knubbel? Das sind Pflanzengallen. Viele Gartenbesitzer vermuten dahinter eine Gallwespe. An Buchen stecken aber Gallmücken dahinter. Hier erfahren Sie, woran Sie die Gallen erkennen und warum Sie nichts dagegen tun müssen.

Wo leben Gallwespen stattdessen?
Gallwespen sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Bei uns leben die meisten Arten an Eichen, zum Beispiel die Gemeine Eichengallwespe und die Eichenlinsengallwespe. An Rosen (Gattung Rosa), vor allem an Wildrosen, leben mehrere Rosengallwespen-Arten. Die bekannteste ist die Gemeine Rosengallwespe mit ihren haarigen „Schlafäpfeln“. Auch am Ahorn gibt es eine Art, die Ahorngallwespe. An Buchen dagegen bilden nur andere Tiere Gallen: Gallmücken und Gallmilben. Weltweit gibt es rund 1.400 Gallwespenarten.
Wer verursacht die Gallen an der Buche?
An Buchenblättern finden Sie vor allem die Gallen von zwei Gallmücken-Arten:
- Buchengallmücke (Mikiola fagi): harte, glatte, spitz-eiförmige Gallen auf der Blattoberseite. Sie sitzen meist an den Blattadern und sind 4 bis 12 mm hoch. Zuerst sind sie grün, später gelb und oft rot.
- Kleine Buchengallmücke (Hartigiola annulipes): schlanke, zylindrische Gallen, nur 3 bis 6 mm hoch und dicht braun behaart.
Die Buchengallmücke selbst ist eine 4 bis 5 mm kleine Mücke mit nur einem Flügelpaar. Kopf und Brust sind dunkel, der Hinterleib ist beim Weibchen rot. Mit einer Gallwespe hat sie wenig gemeinsam. Gallwespen sind Hautflügler mit meist zwei Flügelpaaren und gehören zu einer ganz anderen Insektenordnung. Ähnlich ist nur das Ergebnis: eine Galle am Blatt.
Wie entsteht die Galle der Buchengallmücke?
Die Mücken fliegen im Frühjahr, wenn die Buche austreibt. Jedes Weibchen legt dann 200 bis 300 winzige rote Eier an die Knospen und Triebspitzen. Die junge Larve gibt Stoffe ab, die das Blattgewebe wachsen lassen. So bildet das Blatt um die Larve herum eine Galle. Innen bildet die Pflanze ein besonderes Nährgewebe. Die Larve sticht dessen Zellen an und saugt sie aus.
Im Herbst löst sich die Galle vom Blatt und fällt zu Boden. Die Larve überwintert darin im Laub. Im März verpuppt sie sich in der Galle. Wenige Wochen später schlüpft die neue Mücke. Es gibt eine Generation pro Jahr.

Wie erkenne ich einen Befall an der Buche?
Sie erkennen die Buchengallmücke an diesen Merkmalen:
- harte, spitz zulaufende Gallen auf der Blattoberseite, meist entlang der Blattadern
- mehrere Gallen pro Blatt, unregelmäßig verteilt
- auf der Blattunterseite nur eine kleine Wölbung, keine Verfärbung
- in jeder Galle eine einzelne weiße Larve ohne Beine, bis etwa 4 mm lang
Braune Flecken auf den Blättern haben eine andere Ursache. Oft steckt die Pilzkrankheit Blattbräune der Buche dahinter.
Leidet die Buche unter einem Befall durch die Gallmücke?
In der Regel nicht. Die Gallen fallen auf, schaden einer gesunden Buche aber nicht sichtbar. Das gilt auch, wenn viele Blätter Gallen tragen. Nur eine sehr junge Buche mit extrem vielen Gallen kann geschwächt werden.
Sollten Gallmücken an Buchen bekämpft werden?
Gallmücken an Buchen müssen Sie nicht bekämpfen. Chemische Mittel sind nicht sinnvoll. Sie erreichen die Larve in der festen Galle kaum und schaden anderen Insekten. Die Buchengallmücke hat außerdem eigene Gegenspieler, zum Beispiel kleine Erzwespen und Meisen.
Können Buchengallmücken stechen?
Nein. Die erwachsenen Gallmücken haben verkümmerte Mundwerkzeuge und nehmen kaum Nahrung auf. Sie können weder stechen noch beißen. Für Menschen und Haustiere sind sie völlig harmlos.
Gibt es auch nützliche Gallmücken?
Ja, aber das sind andere Arten. Die Larven der Blattlaus-Gallmücke (Aphidoletes aphidimyza) fressen Blattläuse. Eine andere Art (Feltiella acarisuga) frisst Spinnmilben. Ihre Larven sind orange und haben keine Beine. Im Fachhandel gibt es sie als Nützlinge zu kaufen. Diese Arten bilden keine Gallen. Die Buchengallmücke gehört nicht dazu.
Tipp
Gallen beobachten statt bekämpfen
Im Frühjahr, wenn die Buche austreibt, können Sie mit etwas Glück die Eiablage der Mücken beobachten. Im Herbst lohnt ein Blick auf den Boden unter der Buche: Dort liegen die abgefallenen Gallen. Schneiden Sie eine davon vorsichtig auf. Darin sehen Sie die weiße Larve, die dort überwintert.
Hinweis der Redaktion: Wir haben diesen Artikel im Oktober 2026 fachlich überarbeitet und fehlerhafte Grafiken ersetzt.
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