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Buche: Krankheiten erkennen und erfolgreich behandeln

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Die Buche ist vielen Krankheiten und Schädlingen ausgesetzt. Dieser Artikel stellt die häufigsten Bedrohungen und ihre Symptome vor und gibt Tipps zur Prävention und zum Schutz.

Buche Schädlinge
Krankheiten sind oft an den Blättern zu erkennen

Buchenkomplexkrankheit: Eine vielschichtige Bedrohung

Die Buchenkomplexkrankheit stellt eine bedeutende Gefahr für Buchen dar, da sie durch eine Kombination verschiedener Stressfaktoren ausgelöst wird. Diese Krankheit zeigt eine Reihe von Symptomen und beeinflusst sowohl die Vitalität als auch die Stabilität der Bäume.

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Ursachen und Beitragende Faktoren

Die Krankheit wird durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgelöst:

  • Abiotische Ursachen: Anhaltende Trockenheit und extreme Wetterschwankungen schwächen die Buchen erheblich. Diese Stressoren beeinträchtigen die Wasserversorgung und erhöhen die Anfälligkeit der Bäume.
  • Biotische Erreger: Schädlinge und Pilze wie die Buchenwollschildlaus und Nectria-Pilze stellen eine zusätzliche Bedrohung dar. Sie greifen die geschwächte Rinde an und erleichtern nachfolgende Infektionen durch andere Organismen wie den Rotbuchen-Rindenkugelpilz.

Symptomatik und Verlauf

Typische Symptome eines Befalls sind:

  • Rindenveränderungen: Absterben und Abblättern der Rinde, was sich häufig zuerst im Kronenbereich zeigt. Anschließend können durch Pilzbefall, wie zum Beispiel Biscogniauxia nummularia, Astbrüche auftreten.
  • Schleimfluss: Schleimige Stellen an der Rinde weisen auf innere Verletzungen und Infektionen durch Mikroorganismen hin.
  • Vergilbung und Welke: Vergilbte und welke Blätter deuten auf eine gestörte Wasserversorgung und Stoffwechselprobleme hin.

Regionale Verbreitung und klimatische Einflüsse

Die Buchenkomplexkrankheit wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts observiert, wobei ihre Intensität in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Besonders betroffen sind Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie Teile von Luxemburg und Belgien. Erhöhte Trockenheitsperioden durch den Klimawandel haben die Ausbreitung der Krankheit begünstigt.

Präventive Maßnahmen

Häufige Inspektionen und frühzeitige Eingriffe durch gezielte Forstbewirtschaftung können helfen, die Vitalität der Buchen zu fördern. Wichtig sind Maßnahmen wie ein effektives Wassermanagement und die Reduktion klimatischer Stressoren. Die nachhaltige Pflege und sofortige Reaktion auf Stresssymptome und Schädigungen tragen zur Stabilität und Gesundheit der Buchen bei.

Brandkrustenpilz: Gefahr aus dem Verborgenen

Der Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta) stellt eine ernsthafte Gefahr für Buchen und andere Laubbäume dar, da er bevorzugt den unteren Stammbereich und die Wurzeln infiziert.

Erkennung und Symptome

Auffällige Merkmale eines Befalls durch den Brandkrustenpilz sind:

  • Schwarze, krustenartige Fruchtkörper: Diese erscheinen hauptsächlich im Frühjahr an der Stammbasis und sind leicht zu erkennen.
  • Weißfäule: Der Pilz verursacht eine Zersetzung des Holzes, wodurch die Standfestigkeit des Baumes erheblich beeinträchtigt wird.
  • Moderfäule: Besonders bei hoher Feuchtigkeit beschleunigt sich der Holzabbau, was das Umsturzrisiko erhöht.

Präventive Maßnahmen

Regelmäßige Inspektionen der Stammbasis und Wurzelbereiche dienen der frühzeitigen Erkennung eines Befalls. Bei bestehenden Verletzungen sollten erhöhte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Durch vorbeugende Schnitte und Schonung des Wurzelbereichs kann die Standfestigkeit der Bäume unterstützt werden.

Buchenschleimrübling: Ein Indikator für Schwäche

Der Buchenschleimrübling (Oudemansiella mucida) befällt häufig geschwächte oder absterbende Buchen und zeigt an, dass der Baum bereits unter Stress steht.

Symptome und Auswirkungen

Anzeichen eines Befalls sind:

  • Weißliche Fruchtkörper: Diese erscheinen als schleimig-glänzende, weiße Pilzhüte am Stamm und an den Wurzeln.
  • Beschleunigte Holzfäule: Der Pilz fördert die Zersetzung des Holzes, was die Stabilität des Baumes weiter beeinträchtigt.

Während der Buchenschleimrübling gesunde Bäume nicht unmittelbar gefährdet, signalisiert sein Auftreten eine bereits bestehende Schwächung des Baumes. Eine genaue Ursachenermittlung und rechtzeitige Gegenmaßnahmen sind daher notwendig.

Schadinsekten: Blattläuse, Springrüssler und Co.

Neben Pilzkrankheiten können verschiedene Schadinsekten Buchen erheblich schädigen. Zu den häufigsten gehören:

  • Buchenblattlaus (Phyllaphis fagi): Rot- und Blutbuchen sind besonders betroffen. Die Läuse verursachen Verfärbungen und Verkrüppelungen der Blätter, die schließlich abfallen. Bläulich-weiße Wachsfäden kennzeichnen den Befall.
  • Buchenspringrüssler (Orchestes fagi): Diese Käferart frisst im Frühjahr Löcher in die Blätter. Ihre Larven minieren die Blätter, was zu braunen verfärbten und löchrigen Blättern führt.
  • Buchenwollschildlaus (Cryptococcus fagisuga): Diese Schädlinge saugen Pflanzensaft aus der Rinde und schwächen die Bäume erheblich. Ein Befall zeigt sich durch weiße, wollige Beläge auf der Rinde.

Ein starker Befall durch diese Insekten kann die Vitalität der Buchen deutlich beeinträchtigen und das Risiko für sekundäre Pilzinfektionen erhöhen. Achten Sie daher sorgfältig auf Anzeichen eines Befalls und ergreifen Sie bei Bedarf umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung.

Bilder: Humlebi / iStockphoto