Auch das Gärtnern im Gewächshaus braucht einen Plan

Witterungsempfindliches Gemüse, Ernteverlust, exotische Pflanzenarten, hybrides Saatgut und Bepflanzungsplan: Zum Gärtnern im Gewächshaus ist eine Vielzahl gärtnerischer Kenntnisse nötig, wenn das ganze Jahr über geerntet werden soll. Daher braucht auch das kleinste Haus einen gut durchdachten Plan.

Gewächshaus anbauen
Das Gärtnern im Gewächshaus bietet so einige Vorteile

Zu wenig Platz ist oft selbst im größten Gewächshaus. Wer es bis zum Ende des Jahres auf ordentliche Erträge bringen will, kommt um einen Bepflanzungsplan, der sich an den verschiedenen Vegetationsphasen orientiert nicht herum. Wer zum ersten Mal sein Gewächshaus bewirtschaftet und daher nur über bescheidene praktische Erfahrungen verfügt, wird nicht umhinkommen, sich ein fundiertes gärtnerisches Grundlagenwissen anzulesen. In erster Linie muss zunächst Klarheit darüber herrschen, was von der technischen Ausstattung her gesehen überhaupt angebaut werden kann und soll. Möglich ist sowohl der Einzelanbau der verschiedensten Pflanzenarten sowie deren Kombination untereinander, wie zum Beispiel:

  • Gemüseanbau
  • Pflanzenanzucht
  • alpine Pflanzen
  • Wein und exotische Früchte
  • Palmen und Orchideen
  • Farne und Palmen
  • Kübel-, Zimmer- und Topfpflanzen (auch NUR zur Überwinterung)
  • Kakteen und Sukkulenten

Bepflanzung und deren zweckmäßige Auswahl

Wenn alle Pflanzen tatsächlich auch gedeihen sollen, ist etwas Zurückhaltung angesagt, was die Anzahl der Sorten und die der Pflanzen selbst anbelangt. Es kann sonst leicht zu einer unerwünschten Konkurrenz einzelner Arten untereinander kommen. Berücksichtigt werden müssen darüber hinaus die teilweise sehr verschiedenen Vegetationszeiten und schließlich spielen beim Gärtnern im Gewächshaus auch gewisse arbeitstechnische, wie auch energiewirtschaftliche Aspekte eine wesentliche Rolle. Bei einem übergroßen Teil der Gewächshäuser handelt es sich um sogenannte Kalthäuser, die lediglich für den Notfall mit einer kleinen, meist externen Heizung ausgestattet sind. Das Gärtnern im Gewächshaus ermöglicht hier das Vorziehen von Gemüse und Kräutern, hilft, die spätere Ernte vom Freiland um Wochen vorzuverlegen, sowie länger zu ernten und die (Mehr?)-Erträge sicherer aufwachsen zu lassen.

Aufzucht von Wärme liebenden Nutzpflanzen

Aufgrund der besonders in den letzten Jahren zu beobachtenden extremen Klimaschwankungen und deren ungünstige Auswirkungen auf die Wachstumsentwicklung solch beliebter Pflanzen wie Gurken, Tomaten, Paprika und Auberginen, findet die Aufzucht bis zur Ernte immer öfter ausschließlich unterm schützenden Glas statt. Dennoch: Es hilft zuverlässig gegen übermäßige Ernteverluste beim Lieblingsgemüse, hat aber meistens negative Auswirkungen was Aroma und Geschmack der Früchte anbelangt. Von daher kann es Sinn machen, für witterungssensible Gemüsearten ein separates Foliengewächshaus aufzustellen, das sich bei optimalem Wetter einfach abdecken lässt.

Tipps

Besonders bei der Eigenaufzucht von Gemüse lohnt es sich, bei den Sämereien etwas anspruchsvoller und kritisch zu sein. Hybride Sorten lassen zwar die Ernte optisch ziemlich eindrucksvoll erscheinen, vom natürlichen Geschmack her, müssen aber meist Einbußen in Kauf genommen werden. Nur wenig teurer ist das Bio-Saatgut von Züchtern, für das es ein recht breit ausgebautes Händlernetz gibt.

Text: Fred Lübke

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