Frühling am Gartenteich

Ein gepflegter Teich ist nicht nur eine optische Zier für den Garten, sondern auch ein echter Zugewinn für die Tier- und Pflanzenwelt. Über die Wintermonate bleibt Teichbesitzern allerdings nicht viel mehr zu tun, als auf die Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen zu hoffen.

Mehr als nur ein Hingucker: Der Gartenteich ist auch Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.

Das große Aufräumen nach dem Winter

Jetzt, wo das Frühlingserwachen nicht mehr nur eine leise Vorahnung ist, sondern sich wirklich in der Natur bemerkbar macht, steht wieder einiges mehr an Arbeit an – denn der Gartenteich samt Bepflanzung verlangt die richtige Pflege, um seine Pracht entfalten zu können.

Der Umgang mit Fischen

Auch wenn die Vorfreude auf die Arbeiten rund um den Teich noch so groß ist, ein wenig Geduld ist trotz allem Enthusiasmus gefragt. Solange die Wassertemperatur dauerhaft nicht mindestens über 10 Grad Celsius liegt (besser sind konstante 12 Grad Celsius), gilt es abzuwarten. Wer zu schnell wieder in den Betrieb einsteigt und mit der Säuberung oder gar dem Einschalten der Teichpumpen anfängt, riskiert möglicherweise Schäden bei den Teichbewohnern: Die Bewegung des noch kalten Teichwassers würde lediglich für eine Durchmischung der unterschiedlichen Temperaturschichten sorgen. Dadurch kühlt das Wasser insgesamt noch mehr ab, was wiederum die Fische empfindlich stören kann. Die müssen sich nach den Strapazen des Winters nämlich erst wieder an die wärmere Jahreszeit gewöhnen, aber eben langsam.

Ähnlich verhält es sich mit der Fütterung. Bei zu niedrigen Wassertemperaturen ist der Stoffwechsel der Fische so weit heruntergefahren, dass die aufgenommene Nahrung gar nicht verdaut wird. In der Folge sterben die Fische. Daher ist selbst bei konstanten zweistelligen Plusgraden zunächst leicht verdauliches Futter angesagt, um den Stoffwechsel nicht zu überfordern.

Erste Pflegemaßnahmen

Die Pflege des Teichs fängt im Frühjahr damit an, womit sie im Herbst aufgehört hat. Nach der Überprüfung der Umrandung – die bei starker Eisbildung im Verlauf des Winters durchaus auch gelitten haben könnte – steht daher als erstes das Entfernen der herbstlichen Überbleibsel an. Mit einem Kescher sind daher zuallererst abgestorbene Pflanzenteile und Blätter zu entfernen. Das dient nicht in erster Linie der Verschönerung, sondern der Vorbeugung.

Ansonsten droht durch den großen Anteil an pflanzlichen Nährstoffen ein starkes Algenwachstum, sobald die Temperaturen dauerhaft ansteigen. Das wirkt sich bekanntermaßen negativ auf die Wasser- und Sauerstoffqualität aus, worunter die ganze Teichlandschaft leidet. Eventuell ist es dazu auch notwendig, mit einem Schlammsauger den Teichgrund von abgesunkenem Herbstlaub zu befreien.

Während dieser Arbeiten können die Fische getrost im Teich gelassen werden. Stehen jedoch umfangreichere gestalterische Maßnahmen an, ist eine vorübergehende Umsiedlung aber vielleicht doch sinnvoll. Das ist unter Umständen weitaus weniger stressig, als dem Bepflanzen oder Umgestalten beiwohnen zu müssen. Der Umzug kann außerdem dadurch etwas erträglicher gemacht werden, indem die Ausweichbecken ebenfalls mit Teichwasser befüllt werden. Auf diese Weise ist die Umstellung für die Fische weniger groß.

Technik-Check und Inbetriebnahme

Abgesehen von der regelmäßigen Überprüfung der Wasserqualität (das betrifft vor allem den pH-Wert und den Nitrit-Nitrat-Gehalt) steht als nächster Schritt die erneute Inbetriebnahme technischen Helfer an. Teichpumpen und –filter sollten vorher allerdings noch einmal gründlich auf ihre Sauberkeit und Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Erst danach können sie wieder im Teich installiert werden. Insbesondere Teichpumpen tragen so rechtzeitig zur Wasserzirkulation und somit zu einer Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff bei.

Einmal wieder in Betrieb genommene Filtersysteme sollten im Übrigen rund um die Uhr laufen. Denn ansonsten sterben gerade die Mikroorganismen ab, die sich im Filter ansiedeln und für die Reinigung des Wassers sorgen.

Das großen „Aufforsten“

Selbstverständlich ist kein Teich vollständig ohne eine entsprechende Bepflanzung. Die ist nicht nur Zierrat, sondern trägt zugleich zum Erhalt des gesamten Biotops bei. Die richtige Pflege ist wegen dieser Doppelfunktion also umso wichtiger.

Zurückschneiden und Teilen

Der Gefahr des Algenwachstums kann auch mit der Pflege der Teichpflanzen entgegengewirkt werden. Zu stark gewachsene Pflanzen und abgestorbene Pflanzenteile sind daher abzuschneiden und zu entfernen. Damit wird gleichzeitig eine gute Grundlage für das Wachsen der Wasserpflanzen gelegt und Platz für schwächere Pflanzen geschaffen.

Das Teilen der Wurzeln ist natürlich erheblich leichter, wenn schon beim Anlegen des Gartenteichs Pflanzkörbe verwendet wurden. Die lassen sich vergleichsweise problemlos aus dem Wasser holen und es braucht nur noch einen gezielten Spatenstich, um den Wurzelbereich zu teilen. Bei Pflanzen, die beispielsweise in einem Naturteich fest mit der Erde verwurzelt sind, gestaltet sich das Unternehmen deutlich aufwändiger. In solchen Fällen gibt es zwei Herangehensweisen: Entweder wird solange Wasser aus dem Teich abgelassen, bis die Pflanzen gut erreichbar sind oder das Ganze wird mit der passenden Beinbekleidung angegangen, die kein Entwässern erfordert.

Neue Bepflanzung

Im Mai und Juni kann mit dem Einsetzen der neuen Teichpflanzen begonnen werden, aber selbst zu späteren Terminen ist das durchaus noch möglich. Unterwasserpflanzen beispielsweise wachsen auch den Winter hindurch weiter und nehmen erst durch eine längere Vereisung wirklich Schaden. Allerdings sind längst nicht alle Pflanzenarten zur selben Zeit oder durchgängig zu bekommen – und selbst wenn im Warmwasserbecken vorgetriebene Exemplare bisweilen schon ab Februar erhältlich sind, sagt das noch nichts über die Tauglichkeit unter den wesentlich ungünstigeren äußeren Bedingungen zu dieser Zeit aus.

Der späteste Termin für das Einpflanzen hängt zudem immer von dem Zeitraum ab, den die jeweilige Pflanze für die Vorbereitung auf ihre Winterruhe braucht. Dabei spielt allerdings auch das Wetter eine nicht unerhebliche Rolle, ab September ist es jedoch bis zur neuen Saison erst einmal vorbei mit neuen Pflanzen. Wer im Übrigen keine Neuzugänge kaufen möchte, aber trotz des geteilten Bestandes immer noch Bedarf hat, kann unter Umständen mit anderen Teichbesitzern einen Tausch vornehmen.

Was soll es sein?

Es gibt eine Fülle an Teich- und Wasserpflanzen, was jedoch keinesfalls zu einem Auswahlverfahren nach optischen Kriterien verführen sollte. Aussehen ist hier ganz sicher nicht alles, denn die Funktion für den Teich ist oftmals wesentlich wichtiger. Darüber hinaus sind selbstverständlich auch die Gegebenheiten des Teichs zu berücksichtigen: Steile Hänge und Kiesufer sind zum Beispiel nicht für alle Arten geeignet. Manche, wie zum Beispiel die Wasserhyazinthen, brauchen ausreichend hohe Temperaturen und einen Teich mit direkter Sonneneinstrahlung, um wirklich gedeihen zu können.

Ein Klassiker unter den Teichpflanzen: Die Seerose

Auch wenn sie prinzipiell weit verbreitet sind – nicht zuletzt wegen der schönen Blüten, die es inzwischen in verschiedensten Farben gibt –, haben Seerosen gewisse Ansprüche an ihre Umgebung. Wie die Wasserhyazinthen benötigen sie ein Mindestpensum an Wärme und Sonnenlicht, fünf Stunden am Tag sollten es schon sein. Außerdem ist die Teichtiefe nicht unerheblich, denn die unterschiedlichen Seerosenarten sind für verschiedene Wassertiefen besser oder schlechter geeignet.

Darüber hinaus empfiehlt sich das Anpflanzen in Körben, denn mitunter neigen die Seerosen zu starkem Wachstum. Mit Pflanzkörben lässt sich das besser eindämmen und der Gesamteindruck des Teichs besser kontrollieren. Beim Einsetzen in den Teich hilft das Beschweren mit Steinen dabei, das Wegschwimmen der Körbe zu verhindern. Auf diese Weise kann beispielsweise auch verhindert werden, dass die Pflanzen in einen zu tiefen Bereich abrutschen – das kann im ungünstigsten Fall nämlich zum Absterben führen. Im Gegenzug kann aber auch das Anpflanzen in zu geringer Tiefe das Wachstum negativ beeinflussen.

Nicht nur für Naturteiche: Der Rohrkolben

In freier Natur sind sie nahezu überall vorzufinden und aufgrund der Artenvielfalt auch für unterschiedlichste Gartenteiche geeignet. Reizvoll sind Rohrkolben zum einen wegen des typischen Erscheinungsbildes und weil sie vergleichsweise pflegeleicht sind. Der Aufwand lässt sich sogar noch weiter reduzieren, wenn von Anfang an Pflanzkörbe verwendet werden. Das dämmt nämlich das ansonsten recht ausgeprägte Wachstum ein, das schnell die übrigen vorhandenen Pflanzenarten verdrängen könnte.

Was die Höhenausdehnung betrifft, spielen zwei Faktoren eine Rolle: Zum einen werden manche Arten wesentlich größer als andere, zum anderen kann das aber über die Wassertiefe etwas reguliert werden. Wem Rohrkolben von zwei Meter Höhe zu viel sind, kann immer noch zur Sorte Typha minima greifen. Der reichen 15 Zentimeter Wassertiefe schon aus, entsprechend kleiner ist sie im Gegenzug im Wuchs. Ein sonniger bis halbschattiger Standort hilft aber allen Arten, eine zusätzliche Düngung ist hingegen nicht notwendig. Der Breitblättrige Rohrkolben Typha latifolia ist neben seinen optischen Reizen für die Teichlandschaft zudem als Heilpflanze beliebt: Sowohl Blätter, Blüten als auch Wurzeln können zu medizinischen Zwecken genutzt werden, die Wirkung reicht von blutstillend über harntreibend bis hin zu allgemein kräftigend.

Bei der Gestaltung gibt es außerdem noch zahlreiche Möglichkeiten mit Unterwasserpflanzen oder Sumpfpflanzen für die Uferzone. Werden die erst neu gepflanzt, sorgen die Ausläufer Sumpf-Vergissmeinnicht oder Gemeinem Frauenmantel nach der Hauptblüte dafür, dass die „Bauarbeiten“ innerhalb kurzer Zeit gar nicht mehr zu erkennen sind. Spätestens im Sommer präsentiert sich der Gartenteich dann in voller Pracht.

Text: Gartenjournal.net
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