Ficus benjamina als Bonsai – Pflege-Anleitung mit Tipps & Tricks

Mit gutmütiger Schnittverträglichkeit und bescheidenen Ansprüchen bewirbt sich die Birkenfeige als idealer Bonsai für den Einsteiger. Hat Sie die faszinierende, asiatische Gartenkunst der Mini-Bäume in den Bann geschlagen? Dann machen Sie sich hier vertraut mit allen relevanten Maßnahmen für die beste Pflege einer Benjamini als Bonsai.

Birkenfeige Bonsai
Der Ficus Benjamini ist der perfekte Einsteiger-Bonsai
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Der ideale Standort für einen Ficus-Bonsai

Für ein harmonisches Wachstum ist in der Zeit von Mai bis September ein Platz auf dem Balkon wünschenswert. Hell und warm sollte der Standort sein, ausgestattet mit einem Schutz vor praller Mittagssonne. Wenn sich im Herbst die Temperaturen der kritischen 15-Grad-Marke nähern, räumen Sie die Birkenfeige ein. Am lichtdurchfluteten Fensterplatz bei Temperaturen um 18 Grad Celsius überdauert Ihr Mini-Benjamini die kalte Jahreszeit.

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Birkenfeige als Bonsai gießen – Wie mache ich es richtig?

Ob in Großformat oder als Bonsai legt die Birkenfeige Wert auf ein wechselfeuchtes Substrat. Ist die Oberfläche der Erde fühlbar angetrocknet, gießen Sie durchdringend. Besprühen Sie die Wurzelscheibe solange mit weichem Wasser, bis es aus der Bodenöffnung tropft. Bis zum nächsten Wässern sollte wiederum das Substrat antrocknen, jedoch nie austrocknen. Bitte beachten Sie, dass Ihr Benjamini auf Staunässe und Ballentrockenheit mit Abwurf der Blätter reagiert.

Ficus benjamina als Bonsai düngen – Wann und wie oft?

Mit Blick auf das geringe Substratvolumen erweist sich der Nährstoffbedarf einer Birkenfeige als Bonsai höher, als Sie es von einer normal großen Zimmerpflanze gewohnt sind. Von März bis September verabreichen Sie bitte einen flüssigen Bonsai-Dünger im Wochentakt. Von Oktober bis Februar verlängern sich die Dünge-Intervalle deutlich auf 4 bis 6 Wochen. Besprühen Sie das Substrat vorher und nachher mit weichem Wasser, beugen Sie Wurzelschäden durch die Dünge-Salze wirksam vor.

Tipps für den Rückschnitt – So bleibt Benjamini im Bonsai-Format

Es ist primär der gekonnte Rückschnitt, mit dessen Hilfe Sie Ihrer Birkenfeige die zierliche Gestalt als Bonsai abtrotzen. Die vorbildliche Schnittführung verläuft nach dem Motto des gezielten Wechsels zwischen schneiden und wachsen lassen. Je kontinuierlicher geschnitten wird, desto filigraner das Wachstum. So machen Sie es richtig:

  • Vom Frühjahr bis zum Herbst alle 6 Wochen schneiden
  • Beste Zeit ist zwischen März und Juli
  • Neutriebe mit 5 bis 7 Blättern einkürzen bis auf 2 oder 3 Blätter
  • Die Bonsai-Schere 2 bis 3 mm oberhalb eines schlafenden Auges ansetzen
  • Aus der Kronenform herausragende Triebe einkürzen
  • Abgestorbene Zweige idealerweise im zeitigen Frühjahr auslichten

Achten Sie bei der Schnittführung an Ihrer Birkenfeige darauf, dass am Ende kein dicker Ast über einem dünneren Zweig steht. Legen Sie bitte Handschuhe an, um sich vor dem giftigen Pflanzensaft zu schützen. Indem Sie auf jede frische Schnittwunde ein kleines Stück Küchenvlies legen, kann der klebrige Milchsaft nicht auf die Blätter tropfen.

Keinesfalls sollte der Rückschnitt einer Birkenfeige als Bonsai nach einem fest zementierten Fahrplan verlaufen. Die alten Meister der asiatischen Gartenkunst traktieren einen Benjamini nicht unentwegt mit Schere und Zange. Stattdessen lassen sie den Bonsai auch einmal über längere Zeit unbehelligt, um sich täglich an seinem einzigartigen Erscheinungsbild zu erfreuen.

Künstlicher Herbst erzeugt zierliche Blätter

Das Geheimnis kleiner Blätter an einem Bonsai beruht auf der Simulation herbstlicher Bedingungen. Zu diesem Zweck schneiden Sie während der Wachstumszeit die Blätter ab und belassen den Blattstiel am Trieb. Nach einiger Zeit trocknen die Stiele ein und fallen ab. Aus den darunter befindlichen Knospen treiben kleinere Blätter aus als zuvor. Je häufiger Sie den künstlichen Herbst wiederholen, desto graziler wird das Laub. Voraussetzung ist ein heller bis sonniger Standort sowie Phasen der Regeneration von 6 bis 12 Monaten.

Fachgerecht umtopfen – Darauf ist beim Bonsai zu achten

Hat ein Bonsai seine Schale vollständig durchwurzelt, ist es höchste Zeit, ihn umzutopfen. Am Benjamini ist dies in der Regel alle 2 bis 4 Jahre erforderlich. Die neue Bonsai-Schale sollte in der Länge mindestens drei Viertel der Wuchshöhe ausmachen. Lösen Sie den Wurzelballen vom Rand der Schale mit einem Sichelmesser und heben den Bonsai heraus. Mit einem Wurzelhaken lockern Sie den Erdballen, um das Substrat abzuschütteln. So verfahren Sie weiter:

  • In der neuen Bonsaischale ein Kunststoff-Gitter auslegen als Drainage
  • Darüber eine dünne Schicht aus 2 Teilen Pikiererde und je 1 Teil Akadama und Blähton (18,90€ bei Amazon*) einfüllen
  • Das Wurzelsystem des Benjamini-Bonsais sternförmig auf dem Substrat ausbreiten
  • Mit Erde rundherum auffüllen, sodass die bisherige Pflanztiefe bewahrt bleibt

Mit einem Holzstäbchen drücken Sie das Substrat fest und gießen an mit weichem Wasser. In den folgenden 4 bis 6 Wochen wird der gestresste Bonsai weder gedüngt noch geschnitten oder gedrahtet.

Tipps

Damit sich die Birkenfeige in eine dreidimensionale Bonsai-Skulptur verwandelt, werden im zeitigen Frühjahr ausgewählte Zweige gedrahtet. Spezieller Bonsaidraht wird im 45-Grad-Winkel um die biegsamen Triebe gewickelt. Knospen und Blätter dürfen nicht unter den Draht geraten. Innerhalb von 4 bis 6 Wochen dirigieren Sie einen Zweig in die gewünschte Richtung, um den Draht anschließend wieder zu entfernen.

Text: Paula Jansen

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