Falscher Jasmin

Falscher Jasmin: Giftig für Mensch und Tier?

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Verschiedene Pflanzenarten werden im deutschen Sprachgebrauch als „Falscher Jasmin“ bezeichnet. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Vertreter, ihre Eigenschaften und gibt Hinweise zur Giftigkeit der jeweiligen Arten.

Pfeifenstrauch giftig
Falscher Jasmin kann giftige Öle enthalten

Giftigkeit des Echten Jasmins

Der Echte Jasmin (Jasminum officinale), eine beliebte Zierpflanze mit stark duftenden, weißen Blüten, enthält ätherische Öle, die gesundheitliche Risiken bergen können. Sie sollten diese Pflanze daher nur mit Vorsicht behandeln. Alle Pflanzenteile des Echten Jasmins sind giftig und können bei Hautkontakt Irritationen und allergische Reaktionen hervorrufen. Tragen Sie beim Schneiden oder Umpflanzen stets Handschuhe, um Hautentzündungen zu vermeiden.

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Besonders gefährlich ist der Verzehr von Pflanzenteilen des Echten Jasmins. Symptome einer Vergiftung können Übelkeit, Erbrechen, Schluckbeschwerden und in schweren Fällen Atemlähmung und Herzstillstand umfassen. Besonders in Haushalten mit Kindern oder Haustieren sollten Sie auf den Anbau dieser Pflanzen verzichten, da diese besonders anfällig für Vergiftungen sind.

Empfindliche Personen können durch den intensiven Duft der Blüten Kopfschmerzen bekommen. Platzieren Sie den Echten Jasmin daher nicht in geschlossenen Räumen oder in der Nähe von stark frequentierten Sitzbereichen. So können Sie den Echten Jasmin dennoch sicher und unbesorgt in Ihrem Garten genießen.

Der Europäische Pfeifenstrauch als „Falscher Jasmin“

Der Europäische Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius), auch bekannt als Bauernjasmin, Sommerjasmin oder Duftjasmin, gehört zur Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Ursprünglich stammt dieser Strauch aus Südosteuropa und dem Kaukasus. Trotz seiner inoffiziellen Bezeichnung als „Falscher Jasmin“ hat er botanisch nichts mit dem Echten Jasmin gemein, außer dass beide intensiv duftend sind.

Der Europäische Pfeifenstrauch ist ein robuster Strauch, der bis zu drei Meter hoch wächst und durch seine straff aufrechten, mit zunehmendem Alter leicht überhängenden Zweige auffällt. Von Mai bis Juni zieren ihn schneeweiße Blüten, die besonders abends einen süßen, intensiven Duft verströmen. Durch diesen Duft lockt er viele Insekten an und hat somit auch einen ökologischen Wert im Garten.

Das Holz des Pfeifenstrauchs wurde früher zur Herstellung von Pfeifen verwendet. Der Strauch eignet sich gut für sonnige und halbschattige Standorte mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Er ist schnittverträglich und frosthart, was ihn zu einer beliebten Wahl für Hecken und Rabatten macht.

Obwohl reine Formen des Europäischen Pfeifenstrauchs als ungiftig gelten, ist Vorsicht geboten. Hybriden, die mit anderen Pfeifenstraucharten gekreuzt wurden, können höhere Konzentrationen an Giftstoffen enthalten. Tragen Sie beim Schneiden stets Handschuhe, um Hautreizungen durch Pflanzensäfte zu vermeiden, und meiden Sie den Verzehr der Pflanzenteile.

Der „Falsche Jasmin“ aus Nordamerika

Ein bekannter Vertreter aus Nordamerika, der als „Falscher Jasmin“ bezeichnet wird, ist der Amerikanische Pfeifenstrauch (Philadelphus lewisii). Diese Art gehört ebenfalls zur Familie der Hortensiengewächse und ist mit dem Echten Jasmin botanisch nicht verwandt. Der Amerikanische Pfeifenstrauch hat weiße, duftende Blüten, die von Juni bis Juli blühen.

Im Gegensatz zu einigen anderen Pfeifenstraucharten ist der Amerikanische Pfeifenstrauch in allen Pflanzenteilen ungiftig, was ihn zu einer sicheren Wahl für Gärten mit Kindern und Haustieren macht. Die Blüten können unbedenklich für die Herstellung von Duftwässern oder zur Aromatisierung verwendet werden.

Pflegeleicht und frosthart bevorzugt der Amerikanische Pfeifenstrauch sonnige bis halbschattige Standorte mit gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Schneiden Sie den Strauch regelmäßig nach der Blüte zurück, um eine üppige Blüte zu fördern.

Der „Falsche Jasmin“ aus Asien

Der Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides), auch bekannt als Chinesischer Jasmin, ist eine aus Asien stammende Kletterpflanze der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Diese Art wird aufgrund ihrer stark duftenden, sternförmigen Blüten oft mit dem Echten Jasmin verwechselt. Botanisch sind sie jedoch nicht verwandt.

Der Sternjasmin gedeiht gut an sonnigen bis halbschattigen Standorten und benötigt einen nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Als Kletterpflanze braucht er eine Rankhilfe. Er ist frostempfindlich, verträgt aber leichte Minusgrade, wenn er gut geschützt oder ins Winterquartier gebracht wird.

Alle Pflanzenteile des Sternjasmins sind giftig, insbesondere der Milchsaft, der bei Verletzung von Blättern oder Stängeln austritt und reizende Inhaltsstoffe enthält. Tragen Sie bei Hautkontakt unbedingt Handschuhe, um Irritationen zu vermeiden. Der Verzehr von Pflanzenteilen kann zu schwerwiegenden Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen führen.

Verwechslungsgefahr

Die Bezeichnung „Falscher Jasmin“ kann leicht zu Verwechslungen führen, da verschiedene Pflanzenarten darunter bekannt sind und erheblich voneinander abweichen. Hier ein Überblick über häufig verwechslungsanfällige Arten:

  • Europäischer Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius): Auch als Bauernjasmin bekannt, gehört dieser Strauch zur Familie der Hortensiengewächse. Einige Hybriden können höhere Konzentrationen an Giftstoffen enthalten. Hautkontakt kann Hautreizungen verursachen.
  • Amerikanischer Pfeifenstrauch (Philadelphus lewisii): Diese ungiftige Art aus Nordamerika wird oft mit dem Europäischen Pfeifenstrauch verwechselt. Er ist eine sichere Wahl für Gärten mit Kindern und Haustieren.
  • Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides): Diese aus Asien stammende Kletterpflanze enthält giftige Alkaloide, die gesundheitliche Probleme bei Verzehr oder Hautkontakt hervorrufen können. Aufgrund ihres Duftes und der sternförmigen Blüten wird sie oft mit dem Echten Jasmin verwechselt, ist jedoch nicht botanisch verwandt.
  • Gelber Jasmin (Gelsemium sempervirens): Diese Pflanze aus den südlichen USA enthält starke Giftstoffe wie Gelsemin und Gelseminin. Symptome einer Vergiftung können schwere Atembeschwerden und lebensbedrohliche Zustände verursachen.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kinder und Haustiere im Garten spielen. Tragen Sie beim Schneiden oder Umpflanzen stets Handschuhe und vermeiden Sie den Verzehr von Pflanzenteilen, um mögliche Vergiftungsrisiken zu minimieren. Eine gründliche Identifikation der Pflanzen ist unerlässlich, da das Aussehen und der Geruch dieser Pflanzen stark variieren können.

Bilder: mtreasure / iStockphoto