Erdreich entsorgen – ein sensibles Thema

Erdreich ist ein umfassender Begriff, der verschiedene Erdtypen in sich vereint. Daher lässt sich die Frage nach der richtigen Entsorgung nicht pauschal beantworten. Oft können Sie sich teure Entsorgungskosten sparen, indem Sie das Material nutzen.

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Erdreich ist nicht gleich Erdreich

Erdaushub entsorgen

Als Erdaushub werden alle Lehm-, Sand- und Tonböden bezeichnet, die frei von Wurzelwerk, Steinen und Pflanzenresten sind. Auch Grasböden, bei denen die Grasnarbe entfernt wurde, fallen unter diese Bezeichnung. Ist das Substrat durch Chemikalien, Öl oder sonstige Stoffe und Verunreinigungen belastet, bedarf es einer gesonderten Entsorgung über Fachbetriebe.

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Entsorgungsmöglichkeiten:

  • Container: eignen sich für kleinere Mengen
  • LKW: sollten bei einem Hausbau angefordert werden
  • Deponie: wenn überschaubares Erdreich mit dem eigenen Anhänger transportiert werden kann
  • Börsen: als Anlaufpunkt für die Suche nach privaten Abnehmern

Kosten

Für die Containermiete fallen pro Woche Gebühren in unterschiedlicher Höhe an, wobei Fahrtkosten inbegriffen sind. Wenn Sie die Behälter selbst befüllen, sollten Sie für Mengen unter zehn Kubikmeter etwa 180 bis 250 Euro einplanen. Soll das Unternehmen die Befüllung übernehmen, kann der Preis auf 300 bis 400 Euro ansteigen. Deponien berechnen zusätzliche Lager- und Entsorgungskosten, die unterschiedlich hoch ausfallen. Die Abfuhr größerer Mengen durch einen LKW kostet pro Fuhre inklusive Fahrt- und Deponiegebühren zwischen 1.300 und 1.800 Euro.

Gebühren sparen

Wenn Sie Möglichkeiten der Weiterverwendung haben, sollten Sie diese ausschöpfen. Mit dem Erdreich lässt sich der Garten neu gestalten. Sie können eine Terrasse anlegen oder den Außenbereich in eine hügelige Landschaft umformen. Wenn Ihnen der Platz fehlt, finden Sie in sogenannten Mutterbodenbörsen schnell Abnehmer für reinen Erdaushub. Die Entsorgung über diesen Weg ist meist kostenlos. Allerdings müssen Sie sich über den Transport Gedanken machen.

Mutterboden verwerten

Unter den Mutterboden fällt der oberste Bodenhorizont, der fruchtbare Eigenschaften aufweist. Gemäß Paragraph 202 des Baugesetzbuches muss dieser in seinem Ursprungszustand geschützt werden und darf nicht der Entsorgung zum Opfer fallen. Achten Sie darauf, dass Sie das wertvolle Substrat nicht mit Bauschutt vermischen. Lagern Sie Oberboden an einem geschützten Ort und geben Sie ihn über Internetbörsen an Gärtner ab, wenn Sie keine Verwendungsmöglichkeiten haben.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Veronika Fialova/Shutterstock

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