Erdmandeln im eigenen Garten kultivieren

Während Erdmandeln in Spanien bereits seit dem Mittelalter auf dem Speiseplan stehen, gelten die gluten- und laktosefreien Knollen bei uns noch als gesunder Geheimtipp. Die zur Familie der Sauergrasgewächse zählende Pflanze, die auch als Tigernuss oder Chufa bezeichnet wird, bildet an den Wurzeln erbsengroße Knöllchen. Diese schmecken fein süß und haben ein nussiges Mandelaroma, das zu vielen Speisen passt.

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Die Erdmandel gehört zur Familie der Gräser

Aussehen und Wuchs

Wuchsform: Ausdauernd krautig wachsend, horstbildend
Wuchshöhe: 60 bis 100 Zentimeter
Stängel: Aufrecht, dreikantig mit einem weißen Streifen
Blätter: Hellgrün, V-förmig, parallelnervig, 5 bis 10 Millimeter breit
Blüten: Laubblattähnliche Hochblätter mit bis zu 10 Zentimeter langen Ähren
Blütenfarbe: Weiß
Blütezeit: Juli bis September
Wurzeln: Bildet unterirdische Ausläufer (Stolone) mit knolligen Verdickungen

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Standort und Boden

Die Erdmandel stammt ursprünglich aus den Tropen und Subtropen. Geben Sie der Pflanze deshalb einen warmen, vollsonnigen Platz mit gleichmäßiger Bodenfeuchte. Das Substrat sollte locker und eher sandig sein.

Aussaat

Es empfiehlt sich, die Tigernuss im Zimmer vorzuziehen, bevor sie nach den letzten Frösten ausgepflanzt wird:

  • Geben Sie etwas Wasser in eine Schale und lassen Sie die Erdmandelsamen über Nacht quellen.
  • Füllen Sie kleine Töpfe mit Anzuchterde.
  • Knöllchen hineinlegen und mit zwei Zentimeter Erde bedecken.
  • An einen warmen Ort, an dem die Temperatur nicht unter 25 Grad fällt, stellen.
  • Gleichmäßig feucht halten aber nicht übernässen.
  • Geben Sie den Erdmandeln nach dem Austrieb bis zum Auspflanzen einen hellen, kühleren Platz im Zimmer.

Nach den Eisheiligen werden die Tigernüsse ins Freiland umgesetzt. Der Pflanzabstand darf 30 mal 30 Zentimeter nicht unterschreiten.

Pflege

Ist es warm genug, erweisen sich Erdmandeln als ausgesprochen pflegeleichte und attraktive Gewächse.

  • Wässern Sie bei Trockenheit regelmäßig, die Erde sollte niemals vollständig austrocknen.
  • Gedüngt wird nur vor dem Einsetzen der Jungpflanzen mit etwas Komposterde.

Ernte und Weiterverarbeitung

Ende Oktober beginnen die Halme der Graspflanze zu vergilben und der richtige Zeitpunkt für die Ernte der Tigernüsse ist gekommen. Heben Sie die Wurzelstöcke mit einer Grabgabel vorsichtig aus dem Boden und schütteln Sie diese ab.

  • Die Erdmandeln können Sie nun einfach absammeln.
  • Waschen Sie diese erst kurz vor dem Verzehr.
  • Besonders lecker schmecken die Tigernüsse ganz frisch aus der Erde gehoben, gesäubert und mit der Schale verzehrt.

Erdmandeln trocknen

  1. Spülen Sie die Wurzelballen mit dem Gartenschlauch ab und pflücken Sie die Erdmandeln ab.
  2. Einzelne Knöllchen im mit Wasser gefüllten Spülbecken vorsichtig abwaschen.
  3. Mit einem Küchenhandtuch trockentupfen.
  4. Im Dörrgerät oder Backofen bei 50 Grad circa 12 Stunden dörren.
  5. Lagern Sie die getrockneten Tigernüsse wie Hülsenfrüchte. So halten Sie sich etwa zwei Jahre.

Tipps

Da sich die Erdmandel in Regionen mit warmen Wintern unkontrolliert ausbreiten kann, sollten Sie vor dem Anbau der Erdmandel eine Wurzelsperre in das Beet einbringen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Ani Susilawati/Shutterstock
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