Anzucht des Erdbeerbaums

Im Urlaub in Portugal, Spanien oder anderen Mittelmeerländern ist Ihnen der exotische Erdbeerbaum mit Sicherheit schon einmal begegnet. Vielleicht haben Sie einige Früchte mit nach Hause genommen, um die attraktive Pflanze selbst heranzuziehen. Sind Gartenfreunde Besitzer eines Arbutus unedo, können Sie Stecklinge schneiden und den Baum auf diese Weise vermehren. Die Mühe lohnt in jedem Fall, da vorgezogene Erdbeerbäume aus dem Gartencenter relativ teuer und schwer zu bekommen sind.

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Erdbeerbäume können aus Samen oder Stecklingen gezogen werden

Anzucht aus Samen

Frische Samen, die Sie aus Früchten gewinnen, sollten Sie möglichst schnell in die Erde bringen. Gekauftes, getrocknetes Saatgut lassen Sie zunächst einen Tag in zimmerwarmem Wasser vorquellen.

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Beim Erdbeerbaum handelt es sich um einen Kaltkeimer, dessen Samen Kältereize benötigen, um aufzugehen. Das macht die Anzucht nicht ganz einfach.

Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:

  • Samen auf feuchtem Sand verteilen und leicht andrücken.
  • An einen warmen Platz (etwa 20 Grad) stellen und regelmäßig besprengen, sodass das Substrat nicht austrocknet. Das Abdecken, um ein Treibhausklima zu erzeugen, ist nicht nötig.
  • Nach vier Wochen den Sand mit den Saatkörnern in eine Plastiktüte füllen und diese gut verschließen.
  • Legen Sie den Beutel für weitere acht Wochen in das Gemüsefach des Kühlschranks. Überprüfen Sie wöchentlich, ob das Sand-Samen-Gemisch noch feucht ist und mischen Sie es durch.

Anschließend werden die Samenkörner in Töpfe mit Erde gegeben. Setzen Sie diese aber keinesfalls sofort höheren Wärmegraden aus. Ideal ist ein Temperaturbereich zwischen fünf und zehn Grad, beispielsweise in einem hellen, kühlen Kellerraum.

Bis sich Laubblätter zeigen, kann einige Zeit ins Land gehen, verlieren Sie also nicht die Geduld. Nach etwa drei bis vier Monaten sollten die Pflänzchen gekeimt haben und groß genug für die Vereinzelung sein.

Anzucht aus Stecklingen

Schneiden Sie Stecklinge von einer kräftigen Mutterpflanze bevorzugt im Spätsommer oder Herbst.

  • Trennen Sie Triebspitzen mit etwa acht Blattpaaren ab.
  • Bis auf zwei Blätter entlauben.
  • Geben Sie die Stecklinge einzeln in Anzuchttöpfchen mit nährstoffarmer Anzuchterde.
  • Angießen und mit einer Haube oder durchsichtigen Plastikbeuteln bedecken.
  • An einem hellen Fensterplatz mit einer Durchschnittstemperatur von zwanzig Grad entwickelt die Anzucht rasch Wurzeln.
  • Sobald diese aus der Bodenöffnung herauswachsen, in ein größeres Gefäß umsetzen.

Tipps

Sand ist nicht immer keimfrei und beginnt häufig zu schimmeln. Um dem vorzubeugen können Sie ihn im Backofen bei 100 Grad Ober-/Unterhitze für etwas dreißig Minuten sterilisieren. Dies funktioniert auch in der Mikrowelle bei höchster Wattzahl. Hier dauert der Vorgang nur fünf Minuten.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Graeme Knox/Shutterstock

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