Eiche Steckbrief – Arten, Vorkommen, Aussehen und Co.

Die Eiche ist einer der bedeutendsten bei uns beheimateten Waldbäume. Seit Jahrhunderten gilt der Baum als Symbol für Kraft und Beständigkeit. Wohl auch deswegen sind seine Blätter auf Münzen zu entdecken. Wie gut kennen Sie diesen Baum wirklich?

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Eichen können sehr alt werden

Name und Artenreichtum

Eichen gehören zu der Familie der Buchengewächse, ihr botanischer Name lautet Quercus. Unter dieser Gattung sind mehr als 600 Arten versammelt, die sich aller mehr oder weniger voneinander unterscheiden.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Eiche ist die Nordhalbkugel der Erde, wo die Artenvielfalt am größten ist und sie zu den wichtigsten Laub abwerfenden Baumarten zählt.

Einige Eichenarten sind aber auch in Nordamerika, Zentralamerika, Eurasien und Nordafrika anzutreffen.

Häufigste Arten in Deutschland

In Deutschland sind etwa 30 Eichenarten angesiedelt. Der Spitzenreiter – gemessen am Grad der Verbreitung – ist die Stieleiche, die auch als Deutsche Eiche bekannt ist. Weitere bedeutende Arten sind:

  • Flaumeiche
  • Sumpfeiche
  • Traubeneiche
  • Zerreiche

Größe und Alter

Die Eiche kann bis zu 40 m hoch und 1000 Jahre alt werden. Doch das sind Spitzenwerte, die nicht von jedem Baum und auch nicht von jeder Art erreicht werden. Die hierzulande verbreiteten Stieleichen und Traubeneichen erreichen mit bis zu 800 Jahren ein hohes Alter und entwickeln sich unter idealen Bedingungen zu stattlichen Bäumen.

Stamm und Rinde

Der Stamm der Eiche wird mit den Jahren immer kräftiger und kann einen Umfang von bis zu 8 m erreichen. Hier gibt es aber auch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Eichenarten, die sich auch in der Form zeigen. Manche wachsen gerade, andere wiederum krumm.

Die Rinde ist in jungen Jahren dünn und hell gefärbt. Mit den Jahren dunkelt die Farbe nach, bis sie einen Braunton erreicht hat. Dann hat sich die Rinde auch schon längst in eine dicke und rissige Borke verwandelt.

Wurzelsystem

Die Eiche bildet kräftige Pfahlwurzeln, die tief in das Erdreich vordringen. Sie können eine Länge von bis zu 40 m erreichen. Damit kann das Wurzelsystem so mächtig sein, wie die Krone des Baums. Deswegen gilt die Eiche auch als sturmfest. Ergänzt wird das Wurzelsystem durch feinere Wurzeln, die in die Breite gehen.

Blätter

Die Blätter der Eiche treiben jedes Jahr neu aus. Bei uns geschieht das je nach Witterung zwischen April und Juni. Die Blätter aller Eichenarten haben sogenannte Buchtungen, davon abgesehen, sehen sie alle etwas anderes aus.

  • es gibt sie in unterschiedlichen Grüntönen
  • Länge und Form variieren

Blüten

Die Blüten der Eiche zeigen sichl nach ca. 60 Jahren und danach in einem Abstand von 2 bis 7 Jahren. Die Blütenknospen treiben gleichzeitig mit den Blättern aus. An jeder Eiche sind sowohl männliche als auch weibliche zu bewundern.

  • männliche Blüten befinden sich an hängende, 2-4 cm lange Kätzchen
  • weiblich Blüten sind kleiner und haben eine Knopfform

Früchte und Samen

Die Früchte der Eichen, das sind die Eicheln, die wir im Herbst unterhalb des Baums finden. In jeder von ihnen befindet sich im Inneren ein oder gelegentlich auch zwei Samen.

Die Früchte können an Schweine verfüttert werden, während andere Nutztiere sie weniger vertragen. Früher wurde aus ihnen ein Kaffee-Ersatz und Eichelbrot hergestellt. Natürlich sind sie auch ein wunderbares Bastelmaterial für Kinder.

Vermehrung

Die herabgefallene Eichel bleibt etwa sechs Monate keimfähig. Daraus kann jeder selbst eine Eiche ziehen. Im Frühjahr wird ein unbeschädigtes Exemplar in einen Topf eingepflanzt, damit sich aus ihm ein neuer Baum entwickelt.

Standort und Boden

Die Eiche ist ein Lichtbaum, der keine schattigen Plätze mag. Wenn es um den idealen Boden geht, stellt die anpassungsfähige Eiche keine großen Ansprüche. Er sollte aber unbedingt locker sein, damit sich ihre Pfahlwurzel den Weg in die Tiefe leichter bahnen kann.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten, die an Eichen häufig vorkommen:

  • Eichenfeuerschwamm
  • Eichenmehltau
  • Krebs
  • Rindenbrand

Die häufigsten Schädlingsarten sind:

  • Grüne Eichenwickler
  • Gemeine Frostspanner
  • Eichenprozessionsspinner
  • Schwammspinner
  • Eichenprachtkäfer

Nutzen/Giftigkeit

Das Eichenholz ist fest und langlebig, weswegen es ein wichtiges Wirtschaftsgut darstellt. Aus ihm werden überwiegend Möbel gefertigt.

Die Blätter und Früchte der Eiche sind nicht giftig, aber sehr bitter. Deswegen werden den Eicheln zuerst die Bitterstoffe entzogen, bevor sie als Eichenmehl in der Küche Anwendung finden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Allen Paul Photography/Shutterstock

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