Einen Bonsai aus der Eibe gestalten

Taxus baccata ist eine heimische Gehölzart, die in der Natur interessante Formen entwickelt. Das macht sie zu einem begehrten Objekt für die Bonsaikunst. Eiben können durch Schnitttechniken und Drahten geformt werden, wobei das Abspannen eine Variante darstellt. Auch Totholzpartien sind möglich.

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Die Eibe ist ein typischer Bonsai

Gestaltungsmöglichkeiten

Eiben erlauben vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, was sich schon aufgrund der bizarren Wuchsformen in der Natur ablesen lässt. Das Gehölz passt sich optimal an die Umweltbedingungen an, was den Formenreichtum fördert. Taxus baccata wächst als Strauch mit kriechenden Trieben bis hin zu imposanten Bäumen.

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Schneiden

Die Art verträgt einen Rückschnitt bis in das alte Holz, ohne dass der Kronenbereich verkahlt. Eiben treiben zuverlässig aus und verzeihen auf diese Weise Schnittfehler. Schnittmaßnahmen sind ganzjährig möglich. Regelmäßige Eingriffe während der gesamten Wachstumsphase sind hilfreich, damit mehr Licht in das Innere der Krone fällt und die Bildung von Knospen und Verzweigungen angeregt wird.

So gehen Sie vor:

  • senkrecht wachsende Triebe an der Basis kappen
  • waagerechte Zweige um zwei Drittel einkürzen, sodass sechs bis acht Austriebe stehen bleiben
  • alte Nadeln regelmäßig abzupfen

Drahten

Diese Methode empfiehlt sich nur für Exemplare, die nicht durch Techniken wie Abspannen oder Schneiden in die gewünschte Gestalt gebracht werden können. Gespannte Triebe behalten ihre Form nach zwei bis drei Jahren, während die Drahtformung etwas schneller zum Ergebnis führt.

Hinweise

Alte Äste sind sehr hart und steif, weswegen sie sich schwer biegen lassen. Junge Zweige, die nicht älter als ein bis zwei Jahre sind, eignen sich gut zum Formen mit Drähten. Diese Gestaltungsmaßnahme ist zu jeder Jahreszeit möglich. Da der Bonsai langsam wächst, müssen Sie den Aludraht für ein Jahr an den Pflanzenteilen belassen. Im Anschluss sind Erhaltungsschnitte notwendig, damit das Bäumchen nicht verwildert.

Tipps

Wenn sich ein senkrecht nach oben strebender Austrieb nicht negativ auf das Gesamtbild auswirkt, können Sie diesen durch Draht in die Waagerechte bringen.

Totholz formen

In der Natur wachsende Nadelbäume zeichnen sich durch Partien mit abgestorbenem Holz aus, wenn sie durch Blitzschläge, Dürrephasen, Windbruch oder Schneelasten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Totholz bleicht bei starker Sonneneinstrahlung aus.

Die Bonsaikunst nutzt dieses Element, um den Minibaum interessanter zu gestalten. Als Shari wird freilegendes Holz im Stammbereich bezeichnet. Da diese Gestaltungsmöglichkeit Risiken mit sich bringt, sollten Sie die Technik an weniger wertvollen Exemplaren testen.

So gestalten Sie einen Shari

Damit sich solche Totholzbereiche entwickeln, müssen Sie Saftbahnen gezielt durchtrennen. Daher ist es wichtig, die Bereiche sorgfältig auszuwählen und exakt zu markieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wichtige Äste im oberen Bereich keine Nährstoffe mehr bekommen und der Baum Schaden davonträgt. Zeichnen Sie den Shari-Bereich mit Kreide ab. Beginnen Sie damit, schmale Rindenstreifen vom Ast abzuschälen. Im Laufe der Jahre können Sie diesen Abschnitt schrittweise verbreitern.

Text: Christine Riel
Artikelbild: NeydtStock/Shutterstock

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