Warum sollte man Eibe häckseln?

Die Eibe (Taxus baccata) wird gern als Heckenpflanze genutzt, vor allem, weil sie so gut schnittverträglich ist. Doch darf man das Schnittgut der hochgiftigen Eibenhecke kompostieren? Oder gar als Mulch verwenden? Wir klären auf.

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Gehäckselt verrottet die Eibe schneller

Darf man Eibenreste kompostieren?

Zunächst einmal: Auch wenn die Eibe hochgiftig ist, darf jeglicher Eibenrest – etwa vom Rückschnitt – auf den Kompost. Sie brauchen das giftige Taxin nicht zu befürchten, denn dieses wird beim Kompostieren durch Bakterien zersetzt. Die fertige Komposterde enthält schließlich keinerlei Giftstoffe mehr und kann bedenkenlos verwendet werden.

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Allerdings gilt es, beim Kompostieren von Eibenmaterial folgende Hinweise zu beachten:

  • Schnittgut von Eiben möglichst klein häckseln
  • Gesicht und Hände schützen
  • lange Kleidung, Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz tragen
  • Häckselgut mit anderen Abfällen (z. B. Rasenschnitt; Obstreste, Laub) gut vermischen

Decken Sie außerdem den Kompost gut ab, damit Tiere und kleine Kinder nicht an die giftigen Eibenreste gelangen.

Wie zerkleinert man Eibenschnittgut am besten?

Sie können Eibenzweige wie jedes andere Schnittgut auch häckseln, beispielsweise in einem Gartenhäcksler. Beachten Sie dabei jedoch unbedingt die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen, damit keine Pflanzenteile versehentlich in den Mund geraten! Schutzbrille und Mundschutz sind daher unabdingbar, ebenso wie feste Handschuhe und lange Kleidung – schließlich sollen auch keine giftigen Rückstände auf der Haut verbleiben. Duschen Sie nach dem Schneiden und Häckseln, waschen Sie sich gründlich die Haare und stecken Sie auch die getragene Kleidung in die Waschmaschine.

Warum darf man kranke Eiben nicht auf den Kompost bringen?

Zwar sind Eibenreste kompostierbar, allerdings gilt dies nur für gesunde Bäume. Kranke Eiben, etwa welche

  • mit gelben Nadeln
  • vertrocknenden Zweigen und Nadeln
  • Flecken auf Nadeln und Zweigen

sollten besser über den Hausmüll oder eine Deponie entsorgt werden. Sie leiden möglicherweise an einem Pilzbefall oder einer anderen Krankheit und haben deshalb auf dem Kompost nichts zu suchen. Pilzsporen beispielsweise werden durch das Kompostieren nicht abgetötet und können sich mit der Komposterde weiter verbreiten. Diese Regel gilt übrigens nicht nur für kranke Eiben, sondern auch für jedes andere Schnittgut.

Darf man Eibenhäcksel zum Mulchen verwenden?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Eibenhäcksel zum Mulchen zu verwenden. Allerdings gibt es Einschränkungen:

  • Mulch (13,00€ bei Amazon*) aus Eibenhäckseln versäuert den Boden
  • daher nur bei Pflanzen anwenden, die sauren Boden benötigen (z. B. Rhododendron, Hortensien)
  • oder mit anderem Mulchgut (z. B. Rasenschnitt) mischen und verteilen
  • nicht für Obstgehölze, Beerensträucher und andere Nutzpflanzen verwenden!
  • dafür Sorge tragen, das der Eibenmulch nicht in die Hände von Kindern gerät oder von Haustieren gefressen wird

Aufgrund der Giftigkeit der Eibe sollte sie nicht als Mulchgut für Nutzpflanzen verwendet werden. Bedenken Sie außerdem, dass das Schnittgut von Nadelgehölzen und Koniferen (d. h. auch von Thuja, Buchs etc.) bodenversäuernde Eigenschaften hat.

Warum sollte man EIbe überhaupt häckseln?

Doch wozu muss man Eibenreste überhaupt häckseln, mögen Sie sich vielleicht fragen. Die Antwort ist ganz einfach: Eiben enthalten chemische Stoffe, die den Verrottungsprozess behindern. Durch das Häckseln zersetzen sich die Eibenzweige schneller, sodass Sie den Prozess beschleunigen.

Übrigens sind ebendiese fäulnisverhindernden Stoffe auch die Ursache dafür, dass Eiben so extrem langsam altern und uralt werden können.

Tipp

Darf man Eiben stark zurückschneiden?

Eiben sind extrem schnittverträglich. Sie können sie sogar auf den Stock zurücksetzen – d. h. knapp über dem Boden abschneiden – und sie würden trotzdem immer wieder austreiben. Aus diesem Grund lassen sich die Bäume auch in geradezu jede gewünschte Form schneiden.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: JurateBuiviene/Shutterstock