Welche Vor- und Nachteile hat die Eibe als Heckenpflanze?

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) sowie die Hybrideibe (Taxus media) werden aufgrund ihrer Vorteile gern für Heckenpflanzungen verwendet. Doch hat das attraktive Nadelgehölz auch Nachteile? Und wie lassen sich diese reduzieren?

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Eine Eibenhecke ist immergrün, pflegeleicht, aber giftig

Welche Vorteile hat eine Eibenhecke?

Eiben sind beliebte Heckenpflanzen, weil sie

  • immergrün
  • sehr pflegeleicht
  • schattenverträglich
  • sehr schnittverträglich
  • langlebig
  • und robust

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sind. Regelmäßig geschnitten, entwickelt das Nadelgehölz einen sehr dichten Wuchs und ergibt so nach einigen Jahren einen hervorragenden Sichtschutz, der absolut blickdicht ist. Zudem gehört die Konifere zu den Gehölzen, die man auch unbesorgt in den Schatten pflanzen kann.

Des Weiteren lassen sich Eiben nach Lust und Laune beschneiden und vertragen sogar einen radikalen Rückschnitt – das Gehölz treibt einfach immer wieder aufs Neue aus. Die dunkelgrün glänzenden Nadeln sowie die leuchtend roten Beeren im Herbst machen die Hecke zudem optisch sehr attraktiv.

Wo eignen sich Eiben für eine Hecke besonders gut?

Im Prinzip können Sie Eiben an jeden Standort im Garten setzen und sie werden sich dort wohlfühlen. Ob in der vollen Sonne oder im tiefen Schatten, auf sandigem oder auf lehmigem Boden: Die Eibe ist ein anspruchsloses Gewächs und kommt fast überall zurecht. Lediglich staunasse, sehr trockene oder stark saure Böden verträgt die Pflanze nicht.

Besonders wohl fühlt sich die EIbe jedoch an einem Platz, der

  • halbschattig bis schattig ist
  • leicht feucht, aber nicht staunass
  • einen lockeren und nährstoffreichen Boden aufweist
  • und einen neutralen pH-Wert hat

Welche Nachteile hat die Eibe als Hecke?

Eiben können bis zu 1000 Jahre alt (und mehr!) werden, weil sie extrem langsam wachsen und sich zudem immer wieder regenerieren können. Dies bedeutet allerdings auch, dass das Nadelgehölz nur sehr langsam wächst. Mit einem maximalen jährlichen Zuwachs von 20 bis 30 Zentimetern müssen Sie viele Jahre warten, bis die Eibenhecke hoch und dicht gewachsen ist.

Zudem sind alle Pflanzenteile hochgiftig für Mensch und Tier. Wenige Beeren genügen, um ein Kind oder ein Haustier tödlich zu vergiften. Vor allem die leuchtend roten Früchte laden zum Naschen ein und sollten daher gerade von neugierigen Kids ferngehalten werden.

Gibt es auch ungiftige Eiben?

Alle Eiben und im Handel erhältliche Eibensorten sind giftig! Es gibt keine Varietät oder Zuchtsorte, die nicht giftig wäre.

Allerdings können Sie mit der Sorte ‚Hillii‘ eine rein männliche Zuchtform für Ihre Hecke wählen, die keine Früchte ausbildet. Damit fallen die verlockenden roten Beeren als Gefahrenquelle schon einmal weg. Allerdings bleiben alle anderen Pflanzenteile wie Nadeln, Holz etc. immer noch toxisch.

Gibt es weitere Alternativen zur Eibenhecke?

Anstatt der giftigen Eibe suchen viele Gartenbesitzer nach einer ungefährlicheren Alternative. Allerdings sind diese oftmals ebenfalls giftig:

  • Liguster: beliebte Heckenpflanze, für Menschen und Tiere nur gering giftig
  • Thuja bzw. Lebensbaum: giftig für Mensch und Tier (v. a. Pferde!), kann starke Vergiftungssymptome verursachen, zudem ökologisch fragwürdig
  • Kirschlorbeer: alle Pflanzenteile giftig, allerdings längst nicht so stark wie Eibe, ökologisch jedoch sehr fragwürdig

Eine ungiftige Alternative wäre beispielsweise Bambus, der, sofern es sich um Fargesia handelt, auch keine Rhizomsperre braucht.

Tipp

Vorsicht bei Buchs

So mancher setzt auch auch Buchsbaum anstatt einer anderen Konifere. Allerdings ist Buchs mittlerweile durch den schwer zu bekämpfenden Buchsbaumzünsler arg bedroht, weshalb Sie besser auf andere Pflanzen ausweichen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Joe Kuis/Shutterstock

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