Dipladenia richtig überwintern – Anleitung für Einsteiger

Mit majestätischen Trichterblüten verwandelt die tropische Dipladenia Beet, Balkon und Terrasse in ein opulentes Sommermärchen. Neigt sich das Blütenfestival im Herbst dem Ende zu, steht für Hobbygärtner zu Recht die Frage im Raum: Kann man Dipladenia überwintern? Diese Anleitung erklärt anfängertauglich, wie die angesagten Blumen den Winter wohlbehalten überleben.

Mandevilla überwintern
Die schöne Dipladenia ist leider alles andere als winterhart

Dipladenien sind nicht winterhart

Ein Blick bei Wikipedia auf die Verbreitungsgebiete tut kund, dass Mandevilla-Arten mehrheitlich in Südamerika beheimatet sind. In den tropischen Habitaten sind Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nahezu unbekannt. Dipladenien sind demzufolge in mitteleuropäischen Regionen nicht winterhart. Aus diesem Grund entscheiden sich Hobbygärtner zumeist für die einjährige Kultivierung. Nach dem ersten Frost sterben die Sommerblumen ab und wandern auf den Kompost.

In vielen warmen Vegetationszonen rund um den Erdball sind Dipladenia-Arten ein wohlvertrautes Bild an Straßen, in Parks und Gärten, weil die Pflanzen hier mehrjährig gedeihen. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die farbenprächtigen Kübelpflanzen ihr Blütenfestival auch im mitteleuropäischen Klima wiederholen, sofern ihnen eine artgerechte Überwinterung vergönnt ist.

Keine Regel ohne Ausnahme

Einzige Dipladenia mit Frostverträglichkeit ist die reine Art Mandevilla laxa, auch bekannt als Chilenischer Jasmin. Im Zuge fortschreitender Klimaerwärmung erweist sich die robuste Pflanze im schweizerischen Tessin bereits als vollkommen winterhart und wird an vielen Stellen ganzjährig ausgepflanzt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die robuste Dipladenia-Art den Sprung über die Alpen schafft. In klimatisch begünstigten Weinbaugebieten verweilt Chilenischer Jasmin bereits ununterbrochen im Freien, unter der Voraussetzung entsprechender Vorkehrungen gegen strengen Frost.

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Die Mandevilla Laxa ist derzeit die einzige, winterharte Dipladeniasorte

Wo kann Mandevilla überwintern? – Standort-Tipps

Die Dipladenia braucht zum Überwintern zwei Dinge:

  • ausreichend Licht
  • Temperaturen zwischen 10 und 15°C

Steht die Dipladenia im Winter zu warm, blüht sie im Folgejahr möglicherweise nicht.

Leicht gesagt, einer Mandevilla ein helles, nicht vollsonniges und frostfreies, nicht zu warmes Winterquartier bereitzustellen. Wenn Sie die tropische Pflanze einräumen, hat drinnen die Heizsaison längst begonnen. Ein Versuch, Dipladenia zur Zimmerpflanze im mollig-warmen Wohnräumen umzufunktionieren, ist zum Scheitern verurteilt. Folgende Tabelle nennt geeignete und ungeeignete Standorte für die Überwinterung von Dipladenien hinter Glas:

geeigneter Standortungeeigneter Standort
Haus/WohnungWohnzimmer
SchlafzimmerKüche
KellerHeizungskeller/Waschküche
Wintergartendraußen
GarageBalkon/Terrasse
TreppenhausWohndiele
Gewächshaus 
Überwinterungszelt 

Die Dipladenia im Keller überwintern

Gärtner, die weder einen Wintergarten noch ein frostfreies Gewächshaus zur Hand haben, überwintern ihre Dipladenia oft im Keller. Das ist aber nur dann eine wirklich gute Option, wenn es hier ausreichend hell ist. Zwar sind die Temperaturen im unbeheizten Keller für die Dipladenia ideal (meist zwischen 11 und 15°C), aber Lichtmangel tut der Mandevilla gar nicht gut. Daher sollten Sie Ihre Dipladenia nur dann im Keller überwintern, wenn sie in der Nähe eines großen Fensters stehen kann.

Erläuterungen zu geeigneten Winter-Standorten

Stolze Besitzer von Wintergarten, Treibhaus oder verglaster Terrasse müssen nicht lange Ausschau halten nach dem idealen Winterquartier für Dipladenia. Taugliche Alternativen sind alle Räumlichkeiten mit hellen Lichtverhältnissen und leicht temperiertem Raumklima, wie eine frostfreie Garage mit Fenster und Pflanzenheizung oder ein lichtdurchflutetes Treppenhaus. In Ermangelung der genannten Optionen bietet sich die Investition in ein Überwinterungszelt mit Frostwächter an, unter dessen Schutz eine liebgewonnene Dipladenia die kalte Jahreszeit verbringen kann.

Erläuterungen zu ungeeigneten Winter-Standorten

Am Schaulaufen auf der winterlichen Fensterbank im gut geheizten Wohnzimmer oder Büro sollte sich eine Mandevilla nicht beteiligen. Im Gegensatz zur ungekrönten Winterkönigin mit Namen Amaryllis, kommen Dipladenien nicht zurecht mit einer Kombination aus Lichtmangel und Wärme. Diese Prämisse disqualifiziert als Standort für den Winter fernerhin Küche, Wohndiele und warme Kellerräume in der Nähe von Heizung, Waschmaschine und Trockner als Standort.

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Die Dipladenia braucht im Sommer wie im Winter viel Licht

Bei Platzmangel zurückschneiden

Wägen Sie bitte sorgfältig ab, ob Sie Ihre Dipladenie vor dem Einräumen zurückschneiden. Wie uns das Wachstumsgesetz der Spitzenförderung lehrt, veranlasst jeder Schnitt die Pflanze zu einem kräftigen Austrieb. So kurz vor dem Beginn der Überwinterung geht Ihre tropische Blütenschönheit stark geschwächt aus einem Rückschnitt hervor. Greifen Sie bitte nur dann zur Schere, wenn am Winter-Standort drangvolle Enge herrscht und Sie andernfalls keinen Platz frei haben. Den zentralen Form- und Erhaltungsschnitt notieren Sie bitte für das zeitige Frühjahr. So stutzen Sie eine Mandevilla im Herbst richtig:

  • Handschuhe anlegen zum Schutz vor dem giftigen Milchsaft
  • Fliesen, Steinboden mit Folie abdecken oder Pflanze auf Gras oder Erde stellen
  • verwelkte Blüten ausputzen
  • überlange Triebe um das unbedingt notwendige Maß einkürzen

Bei dieser Gelegenheit unterziehen Sie alle Triebe und Blätter bitte einer genauen Überprüfung. Halten Sie Ausschau nach Hinweisen auf Schädlinge, wie Blatt- oder Schildläuse. Werden Sie fündig, bekämpfen Sie die Läuse vor dem Umzug ins Winterquartier. Hoher Befallsdruck ist ein Argument, das Vorhaben einer Überwinterung zu canceln, um andere florale Wintergäste nicht zu gefährden.

Tipps

Dipladenien neigen dazu, aus größeren Schnittwunden klebrigen Milchsaft in Strömen auszuscheiden. Den Saftfluss können Sie ganz einfach abfangen, indem Sie kleine Wattebäusche oder Teile von Papiertaschentüchern griffbereit haben. Drücken Sie nach jedem Schnitt ein Knäuel auf die Wunde, tropft kein hartnäckiges Sekret auf die immergrünen Blätter.

Winterliche Pflege – Tipps & Tricks

Zu den tragenden Säulen einer erfolgreichen Überwinterung von Dipladenien zählt die richtige Pflege. Im Rahmen der Vorbereitung haben Sie die Gabe von Dünger eingestellt und den Gießbedarf auf die veränderten Ansprüche angepasst. Im Winterquartier wünscht sich die tropische Kübelpflanze diese Zuwendungen:

  • Untersetzer befüllen mit Wasser sowie Blähton oder Splitt, um die lokale Luftfeuchtigkeit zu erhöhen
  • ein bis zweimal pro Woche Blätter besprühen mit kalkfreiem, zimmerwarmem Wasser
  • gelegentlich gießen, damit die Erde nicht vollständig austrocknet

Statten Sie während der Überwinterung Ihrer Dipladenia mindestens einmal pro Woche einen Besuch ab, um die Pflanze penibel zu inspizieren auf Schädlinge und Krankheiten. Bei ersten Anzeichen für einen Befall isolieren Sie die betroffene Mandevilla bitte von anderen Pflanzen, bevor Sie sich adäquaten Bekämpfungsmethoden widmen.

Winterliche Pflege

Überwinterung ab Juli vorbereiten – so geht’s

Ab Ende Juli stimmen Sie Ihre Dipladenia ein auf die geplante Überwinterung. Zu diesem Zweck wird das Pflegeprogramm einer Modifikation unterzogen. Verabreichen Sie ab diesem Zeitpunkt bitte keinen Dünger mehr. Ein Stopp in der Nährstoffversorgung bewirkt, dass sich das Wachstum beruhigt und alle Triebe ausreifen. Registriert die Pflanze fallende Temperaturen, stellt sie das Wachstum vollständig ein und ist perfekt vorbereitet auf die bevorstehende Winterzeit.

Steht der Umzug ins Winterquartier in naher Zukunft bevor, gießen Sie bitte sparsamer. Ihre Dipladenia ist bereits angezählt, wenn sie mit feucht-nassem Wurzelballen eingeräumt wird. Abhängig von den Rahmenbedingungen am winterlichen Standort, reduziert sich die Verdunstung auf ein Minimum, sodass die Pflanze im Topf unter nassen Füßen leidet. Ist das Substrat zu feucht, sind Wurzelfäulnis und Krankheiten vorprogrammiert.

Eine Kombination aus Lichtmangel und Wärme bringt jede Dipladenia im Winterquartier zur Strecke

Dipladenia verliert Blätter – was tun?

Blattverlust im Winterquartier ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Folgende Übersicht weist hin auf häufigste Auslöser für den Abwurf von Blättern mit Tipps für die Problemlösung:

  • Lichtmangel: Standortwechsel an einen helleren bis sonnigen Standort
  • Trockenstress: Wurzelballen in weiches Wasser tauchen, gut abtropfen lassen und fortan häufiger gießen
  • Staunässe: 2-3 Wochen nicht mehr gießen oder umtopfen in frisches, torffreies Substrat
  • Kälte: umsiedeln an einen Platz mit 8-15 Grad Celsius, jenseits von kaltem Durchzug

Wirft Ihre Mandeville trockene Blätter ab, deutet das Symptom auf Trockenstress und Staunässe gleichermaßen hin. Um die tatsächliche Ursache zu ermitteln, überprüfen Sie bitte das Substrat per Daumenprobe. Drücken Sie den Finger ein bis zwei Zentimeter in die Erde. Ertasten Sie keine Feuchtigkeit, besteht Gießbedarf. Fühlbare Nässe weist auf Staunässe hin. Das Rätselraten hat ein Ende, wenn Sie einen Feuchtigkeitsmesser ins Substrat stecken.

Blattläuse im Winterquartier bekämpfen

Im Winterquartier immergrüner Dipladenien liegen Blattläuse auf der Lauer, um sich über die saftig-grünen Blätter herzumachen. Häufig haben die Kübelpflanzen beim Umzug vom Balkon das Gesindel bereits im Gepäck. Frech verstecken sich die winzigen Schädlinge auf den Blattunterseiten oder Blattachseln und hoffen, der Aufmerksamkeit des Gärtners zu entgehen. Wenige Exemplare reichen aus, um sich explosionsartig zu vermehren. So bekämpfen Sie Blattläuse mit einem einfachen Hausmittel:

  1. Wurzelballen in Plastiktüte packen
  2. Pflanze kräftig abbrausen, idealerweise auch kopfüber
  3. 1 Liter Wasser abkochen und abkühlen lassen
  4. 20-30 Gramm reine Kernseife einrühren mit 1-2 Spritzern Spiritus
  5. einfüllen in eine Sprühflasche
  6. im Abstand von 3-4 Tagen Dipladenia einsprühen (Blattunterseiten bitte nicht vergessen)

Im Kampf gegen Blattläuse hat sich Seifenlösung als unschlagbar wirksam erwiesen und stellt alle chemischen Mittel in den Schatten. Verschiedene Hersteller bieten das bewährte Hausmittel fix und fertig an, wie Neudorff mit Neudosan Blattlaus-frei AF oder Naturen mit Bio-Schädlingsfrei AF.

Schöne Arten – differenzierte Kälteverträglichkeit

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Die meisten Dipladenia-Arten vertragen kurzzeitig Temperaturen um die 0 Grad


Ein bunter Reigen wunderschöner Arten lässt keine Wünsche offen, Beet, Balkon und Terrasse mit Dipladenien zu schmücken. Von kompakten, kleinen Sorten bis hin zu majestätischen Kletterpflanzen für die Fassadenbegrünung erstreckt sich die Auswahl. In Bezug auf das kurzzeitige Temperaturminimum schrumpft die Diversität auf ein Minimum, wie folgende Tabelle aufzeigt:

NameBlütenfarbekurzzeitiges Temperatur-MinimumTemperatur Überwinterung
Mandevilla Sundaville redrot0 Grad Celsius8 bis 15 Grad Celsius
Mandevilla Sundaville white Pyramideweiß0 Grad Celsius8 bis 15 Grad Celsius
Dipladenia Crimson redrot, später verblassend zu rosa0 Grad Celsius8 bis 15 Grad Celsius
Dipladenia Diamantina Opale Citrinegelb0 Grad Celsius8 bis 15 Grad Celsius
Mandevilla laxa Chilenischer Jasminweiß– 10 Grad Celsius0 bis – 5/-8 Grad Celsius
Dipladenia Hybrida Rio deep redtiefrot5 Grad Celsius15 bis 18 Grad Celsius

Erläuterungen zu Arten und Sorten

Bei Dipladenien mit dem Sortennamen Sundaville handelt es sich um Hybriden, die von der Art Mandevilla sanderi abstammen. Japanischen Züchtern sind die prachtvoll blühenden Sorten gelungen, die fix und fertig als Pyramide, am Spalier oder hängend im Topf in Gartencentern ab Mai zu entdecken sind. Neben den beliebten weißen und roten Sorten offeriert die Serie fernerhin gelbe, apricot oder rosa blühende Hybriden. Für Gärtner mit einem Faible für den kunterbunten Kübel, hält die Sundaville-Familie die Sorte Tricolor bereit mit weißen, rosa und roten Trichterblüten.

Für Furore sorgen die Sorten der Serie Diamantine aus den Händen französischer Züchter. Stellvertretend für das breit gefächerte Sorten-Angebot nennt obige Tabelle mit Opale Citrine die weltweit erste gelbe Dipladenia. In 2016 folgte mit Opale Orange Coral eine weitere Sensation mit leuchtend orangen Blüten. Für die Kultivierung im Blumenkasten oder Beet empfehlen sich die kleinwüchsigen Diamanta-Sorten aus der Jade-Serie, die mit roten, rosa, weißen, gelben oder gestreiften Blüten kreative Gestaltungsideen sprudeln lassen.

Exkurs

Überwintern für pompöse Dipladenia lohnenswert

Weit mehr als die Hälfte aller verkauften Dipladenia-Arten und Sorten begeistern mit kompaktem Wuchs und üppigem Blütengewand. Auf das Wachstum überlanger Ranken wird tunlichst verzichtet. Dank einer Behandlung mit Wuchshemmern verharren die Blütenschönheiten auf einer Wuchshöhe von 20 bis 40 Zentimetern, ideal für die sommerliche Zierde von Blumenbeeten, Gräbern und Balkonkästen. Langjährige Gartenpraxis hat bewiesen, dass sich der Aufwand einer Überwinterung einzig lohnt für prächtige, voluminöse Dipladenien, die vom Züchter vorgezogen am Spalier mit einer Höhe von mindestens 40 bis 80 Zentimetern in die Saison starten. Diese Erfahrungen bestätigen unter anderem Experten des renommierten Online-Shops von Mein-schöner-Garten.

Dipladenia rechtzeitig einräumen

Kultivieren Sie Dipladenien im Topf oder Kübel mit integrierter Rankhilfe, erweist sich diese Voraussicht als praktisch für ein unkompliziertes und zeitsparendes Einräumen. Befestigen Sie in der Nähe des Standortes ein Minimum-Maximum-Thermometer, ermitteln Sie den richtigen Zeitpunkt, um die kälteempfindlichen Pflanzen einzuwintern. Sinken auch bei Nacht die Temperaturen unter 8 Grad Celsius, fällt der Startschuss für die Überwinterung. Mandevillen verkraften nur kurzzeitig ein Temperaturminimum von 0 Grad Celsius. Eine ganze Nacht unter dem Gefrierpunkt beeinträchtigt die Erfolgsaussichten für eine mehrjährige Kultivierung erheblich. So sollte das Winterquartier beschaffen sein:

  • hell, jedoch ohne direktes Sonnenlicht
  • leicht temperiert mit 8 bis 15 Grad Celsius
  • ausreichend entfernt von kalter Zugluft durch Türen oder gekippte Fenster

Ist es am winterlichen Standort zu dunkel, drohen gelbe Blätter und Blattverlust. Als Spätfolge verzögert sich die Blütezeit im nächsten Frühling um mehrere Wochen, weil sich die blattlose Dipladenia zuerst darum kümmern muss, ein neues Laubgewand wachsen zu lassen. Diesem Ungemach beugen Sie vor mithilfe einer speziellen Beleuchtung. Über gute Erfahrungen berichten Dipladenia-Freunde mit einer Pflanzenlampe, die den Standort mithilfe eines LED-Strahlers in pflanzenspezifisches blau/rotes Lichtspektrum taucht.

Youtube

Sonderfall Mandevilla laxa (Chilenischer Jasmin)

Die bedingte Frostverträglichkeit von Mandevilla laxa erlaubt in wintermilden Regionen der Winterhärtezone Z8 eine Überwinterung im Freien. In Weinbauregionen, am Niederrhein oder in Gärten mit adäquatem Mikroklima müssen Sie die Kübelpflanze nicht zwingend einräumen. Vor dem ersten Frost dick eingepackt in einen Mantel aus Wintervlies und auf einen isolierenden Holzfuß gestellt, bestehen gut Aussichten auf eine unversehrte Überwinterung.

Schrittweise auswintern

Das Ende der Winterzeit bedeutet für eine Dipladenia, dass sie mit gravierenden Unterschieden zwischen Winterquartier und Freiluft-Standort arrangieren muss. Ein abrupter Standortwechsel bringt die Tropenschönheit an ihre Grenzen und wird nicht selten mit dem Ausfall der Blütezeit quittiert. Indem Sie eine Mandevilla schrittweise auswintern, gehen Sie diesem Problem gekonnt aus dem Weg. So machen Sie es richtig:

  • beginnend mit Ende März/Anfang April wöchentlich einen flüssigen Blumendünger verabreichen
  • häufiger gießen mit kalkarmem Wasser für ein leicht feuchtes Substrat
  • ab Anfang/Mitte Mai die Pflanze tagsüber aufstellen am halbschattigen, warmen Standort
  • über Nacht einräumen hinter Glas
  • nach 8 bis 10 Tagen am vollsonnigen Platz für die Sommerzeit aufstellen

Das Ende der Überwinterung bedeutet nicht, dass Sie die drohende Gefahr durch Schädlinge oder Krankheiten ad acta legen können. Im Gegenteil sind pünktlich zum Beginn der neuen Saison Scharen von Blattläusen zur Stelle, um sich an den saftigen Blättern Ihrer Dipladenia zu laben. Setzen Sie die Kontrollen bitte nahtlos fort, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Saison-Prolog – Dipladenia umtopfen und schneiden

Damit sich eine überwinterte Dipladenia erneut von ihrer prachtvollsten Seite zeigt, stellen Sie die Weichen mit einem planvollen Saison-Prolog. Das Wachstum kommt in Schwung, indem Sie die Pflanze in frisches Substrat umtopfen und verschneiden. Beide Maßnahmen werden im Folgenden näher erklärt:

Umtopfen

Als Substrat eignet sich eine hochwertige Kübelpflanzenerde ohne Torfanteil. Alternativ gedeihen Mandevilla prächtig in einem Mix aus herkömmlicher Blumenerde und Kokoserde zu gleichen Teilen, angereichert mit Blähton oder Lavagranulat. Einige Tonscherben auf dem Topfboden fungieren als Drainage zum Schutz gegen Staunässe. Bevor Sie die Kletterpflanze austopfen, lösen Sie die Ranken von der Kletterhilfe. Daraufhin schütteln Sie die ausgediente Erde ab, topfen die Pflanze in frische Erde ein und befestigen die Triebe erneut am Spalier.

Schneiden

Der Wechsel in frisches Substrat ist die perfekte Gelegenheit, eine überwinterte Dipladenia zu schneiden. Dank einer hervorragenden Schnittverträglichkeit obliegt es Ihrer gärtnerischen Einschätzung, in welchem Umfang Sie den Rückschnitt durchführen. Bitte bedenken Sie, dass sich der Beginn der Blütezeit verzögert, je radikaler Sie schneiden. Schützen Sie Hände, Kleidung und Fußboden vor dem klebrig-milchigen Pflanzensaft. Verwenden Sie vorzugsweise eine scharfe, desinfizierte Gartenschere mit Bypass-Mechanik. Das leicht giftige Schnittgut entsorgen Sie bitte außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Dipladenia draussen überwintern?

In Anbetracht eines Temperaturminimums von 0 bis 8 Grad Celsius, können Sie eine Dipladenia selbst in wintermilden Weinbauregionen nicht im Freien überwintern. In ihren tropischen Heimatregionen gedeiht die prächtige Sommerschönheit freilich als mehrjährige Kletterpflanze das ganze Jahr draußen. Im mitteleuropäischen Klima gelingt das gärtnerische Meisterstück lediglich im frostfreien, hellen Winterquartier hinter Glas. Einzige Ausnahme von der Regel gilt für Mandevilla laxa, die in Winterhärtezone Z8 draussen überwintern kann, sofern entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Sind Dipladenien giftig?

Dipladenien zählen zur Familie der Hundsgiftgewächse. Charakteristisch für alle Arten und Sorten ist ein giftiger Milchsaft, der aus Verwundungen an Trieben und Blättern austritt. Das weiße, klebrige Sekret enthält verschiedene Toxine, die für Mensch und Tier bedenklich sind. Unmittelbarer Hautkontakt kann Allergien und Ekzeme verursachen. Absichtlicher oder unabsichtlicher Verzehr ruft Übelkeit und Erbrechen hervor.

Kann ich eine Dipladenia warm überwintern im Topf auf der Fensterbank im Wohnzimmer?

Es ist gut nachzuvollziehen, dass Sie sich im Winter weiterhin am prächtigen Blütenkleid Ihrer Dipladenie erfreuen möchten. Indes ist hier der Wunsch der Vater des Gedankens. Um die mediterrane Gelassenheit ist es geschehen, wenn Sie die Pflanze während der dunklen Jahreszeit mit Temperaturen über 15 Grad Celsius traktieren. Eine Konstellation aus Lichtmangel und molliger Zimmerwärme quittieren Mandevilla mit dem Ausfall der nächsten Blütezeit oder sie gehen ein. Eine empfehlenswerte Alternative ist ein Platz auf der lichtdurchfluteten Fensterbank im leicht temperierten Schlafzimmer.

Warum blüht meine überwinterte Dipladenia im Juni immer noch nicht?

Verschiedene Ursachen bewirken einen verzögerten Beginn der Blütezeit an überwinterten Dipladenien. Ab dem zweiten Jahr und nach einem Rückschnitt im Frühjahr haben die Pflanzen ein verstärktes vegetatives Wachstum zu bewältigen. Häufig erhalten Mandevilla im Jahr zuvor zu wenig Dünger. Damit ausreichend Energiereserven für eine erneute Blütezeit zur Verfügung stehen, verabreichen Sie von März bis Ende Juli bitte je 5 Liter Substratvolumen 20 bis 30 Gramm Langzeitdünger. Alternativ geben Sie während der Vegetationsperiode wöchentlich einen flüssigen Blumendünger ins Gießwasser.

Worauf ist beim Gießen von Dipladenia zu achten?

Dipladenien gedeihen mit einer rübenförmigen Wurzel als Speicherorgan für Wasser. Daraus folgt ein mäßiger bis geringer Wasserverbrauch, denn das Substrat sollte nur leicht feucht sein. Im Sommer reicht es völlig aus, wenn Sie die Pflanze ein bis zweimal wöchentlich gießen, sofern die Erde an der Oberfläche fühlbar trocken ist. Wenn Sie eine Dipladenia überwintern, sinkt der Gießbedarf auf gelegentliche Wassergaben, damit die Erde nicht vollständig austrocknet. Verwenden Sie vornehmlich kalkarmes und handwarmes Wasser.

Warum färben sich die Blätter meiner überwinterten Dipladenia gelb?

Steht eine Dipladenia im Winterquartier mit gelben Blättern da, rücken drei Ursachen in den Fokus. Am zu dunklen, warmen Standort zieht die Pflanze ihre Blätter ein, um auf bessere Zeiten zu hoffen. Fernerhin lässt hartes, kalkhaltiges Gießwasser im Substrat den pH-Wert in die Höhe schnellen. Als Resultat leidet die Mandevilla unter Blattchlorose, erkennbar an gelb verfärbten Blättern. Ein unvermittelter Umzug aus dem Winterquartier an den vollsonnigen Standort ruft auf den immergrünen Blättern Sonnenbrand hervor. Es beginnt mit gelben Flecken, die sich zügig ausbreiten, wenn Sie die Pflanze nicht einige Tage beschatten, damit sie sich an die Sonnenstrahlen gewöhnen kann.

Sollte eine Dipladenia nach jeder Überwinterung umgetopft werden?

Jährliches Umtopfen ist nicht obligat für überwinterte Dipladenien. Erst wenn sich die Wurzeln durch das Substrat drücken oder aufgrund von Platzmangel aus der Bodenöffnung wachsen, kommen Sie um die Maßnahme nicht mehr herum. Damit sich der Beginn der diesjährigen Blütezeit nicht unnötig verzögert, darf der neue Topf nicht zu groß gewählt sein. Maximal zwei Fingerbreit Platz sollten sich zwischen Wurzelballen und Gefäßwand befinden.

Tipps

Im Handumdrehen erklimmt eine starkwüchsige Dipladenia ihre Rankhilfe bis in schwindelerregende Höhen. Schattenwurf durch das dichte Blätter- und Blütengewand lässt den Fuß der Kübelpflanze verkahlen. Mit einer kleinwüchsigen Sorte als Unterpflanzung stellen Sie die lückenlose Blütenpracht wieder her. Gemeinsam ziehen große und kleine Mandevilla im Herbst in ein geeignetes Winterquartier um.

Text: Paula Jansen
Artikelbilder: Sulla Mino/Shutterstock, anna kadoglu/Shutterstock, Maksym Kapliuk/Shutterstock

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