Dendrobium

Traubenorchidee vermehren: Anleitung für Dendrobium Nobile

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Dendrobium nobile Orchideen lassen sich auf verschiedene Arten vermehren. Dieser Artikel stellt die Vermehrung durch Kindel, Stecklinge und Teilung vor und gibt Tipps zur erfolgreichen Kultivierung.

Dendrobium nobile Kindel
Dendrobium nobile bildet Kindel aus

Vermehrung durch Kindel

Eine der praktikabelsten Methoden, um Dendrobium nobile zu vermehren, ist die Nutzung von Kindeln. Diese kleinen Tochterpflanzen entstehen an den Pseudobulben oder direkt am Stiel der Blütenstände und entwickeln im Laufe der Zeit eigenständige Wurzeln und Blätter.

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Um Kindel erfolgreich zu nutzen, sollten Sie diese etwa ein Jahr an der Mutterpflanze belassen. In dieser Zeit entwickeln die Kindel meist zwei bis vier kräftige Wurzeln von etwa 3 bis 5 cm Länge. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, entfernen Sie die Kindel vorsichtig durch Abdrehen oder mit einem scharfen, desinfizierten Messer.

Vor dem Trennen der Kindel

  • Warten Sie, bis die Kindel mindestens zwei bis vier eigene Wurzeln gebildet haben.
  • Eine Wurzellänge von 3 bis 5 cm ist optimal, um sicherzustellen, dass die Kindel selbstständig gedeihen können.

Trennen der Kindel

  • Desinfizieren Sie das Messer, um Infektionen zu vermeiden.
  • Trennen Sie die Kindel vorsichtig von der Mutterpflanze, indem Sie diese abdrehen oder schneiden.

Nach der Trennung sollten die Kindel in eigene Pflanzgefäße mit speziellem Orchideensubstrat oder einer Mischung aus Rindenstücken, Holzkohle, Humuserde, Styropurflocken und Bast gesetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Wurzeln der Kindel gut mit dem Pflanzsubstrat bedeckt sind, um ein gesundes Wachstum zu fördern.

Einpflanzen der Kindel

Setzen Sie die getrennten Kindel schnellstmöglich in eigene Pflanzgefäße, um die frischen Schnittstellen zu schützen und ein optimales Anwurzeln zu fördern. Als Substrat eignet sich spezielles Orchideensubstrat oder eine Mischung aus feinkörniger Pinienrinde, Humus, Holzkohle und Styroporflocken, die eine luftige Struktur und gute Drainage bietet.

Durchsichtige Kulturtöpfe sind ratsam, da sie eine Beobachtung des Wurzelwachstums ermöglichen und die Photosynthese der Wurzeln unterstützen. Füllen Sie das Pflanzgefäß bis etwa zur Hälfte mit dem Substrat. Setzen Sie das Kindel so in den Topf, dass die Wurzeln gut im Substrat verteilt sind und die Pflanze stabil steht. Bedecken Sie die Wurzeln dann vollständig mit weiterem Substrat und drücken es leicht an, um Hohlräume zu vermeiden.

Nach dem Einpflanzen sollten Sie das Substrat leicht anfeuchten, indem Sie das Pflanzgefäß in kalkarmes, zimmerwarmes Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Lassen Sie das überschüssige Wasser gut abfließen, um Staunässe zu vermeiden. Eine transparente Abdeckung über den Anzuchttopf kann zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit beitragen, wobei tägliches Lüften notwendig ist, um Schimmelbildung zu verhindern.

Pflege der Kindel

Nach dem Einpflanzen benötigen die Kindel besondere Aufmerksamkeit. Stellen Sie die Pflanzgefäße an einen hellen, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Ort. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 50 % ist essenziell.

Gießen und Luftfeuchte

Tauchen Sie den Topf etwa einmal pro Woche in kalkarmes, lauwarmes Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann, um Staunässe zu verhindern.

Temperatur und Licht

Die Kindel bevorzugen Tagestemperaturen zwischen 20 und 25 °C und nächtliche Temperaturen um 15 °C. Diese Schwankungen fördern das Wachstum. Während der Ruhephase sollten die Temperaturen abgesenkt werden, um die Blütenbildung zu unterstützen.

Düngen

Verwenden Sie Dünger erst nach der Anwuchsphase, wenn die jungen Pflanzen kräftige Wurzeln ausgebildet haben und neues Wachstum zeigen. Dann können Sie alle zwei bis drei Wochen einen speziellen Orchideendünger in halber Konzentration anwenden.

Wichtigste Pflegehinweise

  • Standort: Hell, aber keine direkte Sonneneinstrahlung.
  • Bewässerung: Wöchentliches Tauchen in kalkarmem, lauwarmem Wasser.
  • Luftfeuchtigkeit: Hohe Luftfeuchtigkeit durch Abdeckung erhöhen, tägliches Lüften nicht vergessen.
  • Temperaturen: Tagsüber 20–25 °C, nachts 15 °C; während der Ruhephase niedrigere Temperaturen.
  • Düngen: Nach Anwuchsphase alle zwei bis drei Wochen mit speziellem Orchideendünger in halber Konzentration.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge ist ebenfalls eine effektive Methode. Verwendet werden am besten die verblühten Triebe der Pflanze.

Vorbereitung und Auswahl der Stecklinge

  1. Triebe auswählen: Triebe auswählen, die bereits verblüht und kräftig sind.
  2. Triebe schneiden: Die ausgewählten Triebe mit einem scharfen, desinfizierten Messer abschneiden.

Einpflanzen der Stecklinge

  1. Pflanzgefäß vorbereiten: Ein Pflanzgefäß mit speziellem Orchideensubstrat oder einer Mischung aus Rindenstücken, Holzkohle, Humus und Styropurflocken füllen.
  2. Stecklinge einpflanzen: Die abgeschnittenen Triebe etwa 2 bis 3 cm tief in das Pflanzsubstrat stecken.
  3. Substrat anfeuchten: Das Substrat gleichmäßig feucht halten, ohne Staunässe zu verursachen.

Pflege der Stecklinge

Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Ort. Um die Bewurzelung zu erleichtern, können Sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen, indem Sie das Pflanzgefäß mit einer transparenten Abdeckung versehen und diese täglich lüften.

Sobald sich die ersten Wurzeln an den Stecklingen bilden, passen Sie die Pflege den Bedürfnissen der jungen Pflanzen an, um ein kräftiges Wachstum zu fördern.

Vermehrung durch Teilung

Die Vermehrung durch Teilung eignet sich besonders für große, gesunde Pflanzen mit mehreren Pseudobulben. Der ideale Zeitpunkt ist das Frühjahr.

Vorbereitung und Durchführung der Teilung

  1. Pflanze aus dem Topf nehmen: Entfernen Sie die Orchidee vorsichtig aus dem Pflanzgefäß und schütteln Sie überschüssiges Substrat von den Wurzeln ab.
  2. Rhizom durchschneiden: Nutzen Sie ein scharfes, desinfiziertes Messer, um das Rhizom zu teilen. Jedes Teilstück sollte mindestens drei bis vier Pseudobulben und ausreichend Wurzeln besitzen.
  3. Schnittwunden pflegen: Lassen Sie die Schnittwunden für mehrere Stunden an der Luft trocknen oder bestreuen Sie sie leicht mit Holzkohlepulver, um Infektionen zu verhindern.

Einpflanzen der Teilstücke

Setzen Sie die getrennten Rhizomteile in eigene Pflanzgefäße, gefüllt mit geeignetem Orchideensubstrat. Eine Mischung aus Rindenstücken, Holzkohle und Styropor sorgt für optimale Belüftung.

Erste Pflege der neuen Pflanzen

  • Gießen: Gießen Sie die frisch eingepflanzten Teilstücke sparsam, um die Wurzelbildung zu fördern. Staunässe ist zu vermeiden.
  • Standort: Stellen Sie die Töpfe an einen hellen, aber vor direkter Mittagssonne geschützten Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Sobald die ersten neuen Triebe erscheinen, behandeln Sie die neuen Orchideen stufenweise wie erwachsene Pflanzen und beginnen mit einer regelmäßigen, aber zurückhaltenden Dünung.

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