Chili trocknen

So trocknen Sie Chili mühelos an der Luft oder in Geräten

Die sachkundige Pflege lockt bei Chilipflanzen eine reichhaltige Ernte hervor. Doch wohin mit den scharfen Leckerbissen? Luft-trocknen hat sich seit Jahrhunderten bewährt als effektive Konservierung von Chilis. Die Konsistenz der Schoten bestimmt das Prozedere. So gehen Sie vor.

Dünnfleischige Chilis trocknen luftumspült

Im konstant trocknen Klima verdunstet ein Großteil des eingelagerten Wassers. Mikroorganismen und Bakterien vermehren sich nur sehr langsam, was die Chilis auf lange Zeit bewahrt. Ohne weitere Hilfsmittel führt diese Praxis einzig bei dünnfleischigen Früchten zum Erfolg.

  • Aji Amarillo
  • Cayenne
  • Chiltepin
  • Dutch Red
  • Fatalii Brown
  • Mellow Star
  • Red Rocket
  • Thai Dragon
  • Tabasco

Mit Nadel und Faden Chili haltbar machen

Am bequemsten geht das Trocknen vonstatten, wenn Sie durch die Stiele der Schoten einen Bindfaden ziehen und alles aufhängen. Anschließend baumeln die Chilis in der Luft, wie Wäsche auf der Leine.

Die ideale Lage befindet sich an einem warmen, luftigen Ort. Dort darf es gerne halbschattig bis schattig sein. Nach etwa 3 bis 6 Wochen ist der Prozess vollendet. Die wichtigste Prämisse für getrocknete Chilis ist der absolute Schutz vor Feuchtigkeit.

Dekorative Ristras – die mexikanische Art, Chilis zu trocknen

Sind Ihnen während eines Urlaubs in Mexiko oder Ungarn die malerischen Chili-Ristras an den Hauswänden aufgefallen? So zaubern Sie aus Ihrer Ernte einen eigenen, scharfen Wandschmuck:

  • mit einem Stück Nähgarn 3 Chilis an den Stielen verbinden
  • den Zwirn zwischen zwei Schoten durchziehen und in einer Schlinge festziehen
  • in diesen Faden im Abstand der Schotenlänge weitere Dreierbündel oder einzelne Chilis einbinden

Nun befestigen Sie ein langes Stück stabiler Schnur an einer Gardinenstange oder einem Schrankgriff, bevor es weitergeht. Am unteren Ende binden Sie ein Stück Holz oder einen Korken ein.

  • unten beginnend, flechten Sie die Chili-Bündel wie einen Zopf zusammen
  • die stabile Schnur bildet dabei einen Flechtstrang
  • die beiden anderen Stränge bilden die Stiele von je zwei Chilis
  • zum Schluss stehen alle Schoten eng zusammen und weisen mit ihrer Spitze nach außen

Dickfleischige Chilis wandern ins Dörrgerät

Die hiesigen klimatischen Bedingungen sind nicht dafür geschaffen, voluminöse Chilis zu trocknen. In diesem Fall ist ein wenig technische Unterstützung gefragt. Spezielle Dörrgeräte haben sich bestens bewährt.

Die Apparate funktionieren mit einer elektrischen Heizung und einem Gebläse. Die erwärmte Luft strömt durch die Siebböden mit den ausgebreiteten Chilis. Abhängig von Leistungsstärke und Ausstattung, zieht sich das Trocknen bis zu 8 Stunden hin.

Empfehlenswert ist die Installation einer Zeitschaltuhr. Auf alle Fälle sollten Sie den Trockenvorgang durchgängig im Auge behalten. Richtig getrocknete Schoten sind noch ansatzweise gummiartig. Zu guter Letzt lassen Sie die getrockneten Chilis abkühlen und füllen sie in ein luftdichtes Gefäß.

Wo ein Dörrgerät fehlt, übernimmt der Backofen die Funktion

Für Freizeitgärtner lohnt sich nicht immer die Investition in ein Dörrgerät. Wer ab und zu seine liebsten Sorten konservieren möchte, nutzt dazu den Backofen.

  • die Chilis unter fließendem Wasser reinigen
  • von jeder Schote den Stiel abschneiden
  • die Früchte der Länge nach halbieren
  • ein Ofenblech mit Backpapier auslegen und die Chilis darauf ausbreiten
  • bei 75 Grad für ca. 6 Stunden trocknen

Möchten Sie das Trocknen im Schongang absolvieren, verweilen die Schoten zunächst 4 Stunden im Ofen. Anschließend tanken sie für einen Tag Sonnenschein an frischer Luft. Am dritten Tag setzt sich der Prozess im Backofen nochmals fort für 3 Stunden.

Diese Chilisorten trocknen einzig mit maschineller Hilfe

  • Apple Sweet Pimiento
  • Caribbean Red
  • Cherry Bomb
  • Early Jalapeno
  • Festival
  • Habanero
  • Rio Grande
  • Poblano
  • Paprika Supreme
  • Bhut Jolokia
  • Santa Fe Grande
  • Scotch Bonnet
  • Tiburon

Einzig die Elite ist zum Trocknen geeignet

Chilis konfrontieren Gärtner gelegentlich mit dunklen Flecken und Verfärbungen. Erfahrene Züchter wissen, dass es sich hierbei nicht um einen Befall durch Krankheiten oder Schädlinge handelt. Vielmehr äußern sich so vollkommen natürliche Pigmentveränderungen. Diese Chilis sind durchaus für den Verzehr geeignet.

Im Dörrgerät oder dem Backofen haben sie trotzdem nichts zu suchen. Chilis trocknen nur dann in bester Qualität, wenn sie makellos sind. Das bedeutet, dass zudem die Stiele entfernt und jede einzelne Schote sorgfältig gereinigt ist.

Tipps & Tricks

So sollten Sie freilich NICHT Chilis trocknen. Ein Chili-Enthusiast packte kürzlich 1 Kilogramm Schoten in die Mikrowelle, um sie zu trocknen. Dieser Plan hatte böse Folgen. Alle Hausbewohner suchten mit tränenden Augen das Weite, während die Feuerwehr mit Atemschutz anrückte. Der beißende Geruch war nur noch mit Hochleistungslüftern in den Griff zu bekommen. Die Rechnung für die Rettungsaktion trieb dem Chili-Trockner dann seinerseits die Tränen in die Augen.

Text: Paula Jansen

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