Chili Anzucht – So gelingt ein vorbildlicher Start

Die Weichen für eine erfolgreiche Chili-Kultur stellen Sie im Rahmen der Anzucht. Wie Sie die Pflanzen richtig vorziehen, ist kein Buch mit sieben Siegeln. Damit die Samen keimen, sind nur wenige Vorgaben von Bedeutung.

Chili Anzucht

Im Frühjahr Chilis ziehen unter tadellosen Konstellationen

In den hiesigen Breiten ist die Zeit knapp bemessen, um Chilis erfolgreich anzubauen. Geht die Keimdauer noch zügig voran, zieht sich die Reifezeit bis zu 120 Tage hin. Folglich kommen für die Anzucht einzig der Februar und März in Betracht.

Im warmen Zimmer oder beheizten Gewächshaus finden die wärmeverliebten Samen vorteilhafte Konditionen vor. Damit sie keimen, trachten sie nach Temperaturen von mindestens 22 Grad Celsius und genügend Feuchtigkeit. Die Lichtverhältnisse gewinnen erst später an Bedeutung.

Erst säen nach einem botanischen Weckruf

Mutter Natur stattete Chilisamen mit einem Schutzmechanismus aus, damit sie nicht vorzeitig keimen. Wärme und Feuchtigkeit reichen nicht aus, um diese Keimruhe zu beenden. So versetzen Sie die Samen in Keimlaune:

  • eine Schale mit lauwarmem Salzwasser füllen
  • darin die Samen für 24-48 Stunden einweichen
  • in einer Thermoskanne bleibt das Wasser warm

Erfahrene Hobbygärtner gehen noch einen Schritt weiter. Um der Bildung von Fäulnis vorzubeugen, desinfizieren sie die Samen in einer dreiprozentigen Wasserstoff-Peroxid-Lösung (H2O2). Nach 20 Minuten wird die Tinktur mit Wasser zu 50 % verdünnt, um die Samen für 24 Stunden darin einzuweichen.

Die Aussaat bestimmt die Keimdauer

Im Anschluss an die Vorbehandlung, mündet das Vorziehen nahtlos in die Aussaat. Diese Materialien benötigen Sie:

  • Saatschale respektive Anzuchttöpfe
  • Torf-Sand-Gemisch oder spezielle Aussaaterde
  • Klarsichtfolie, andernfalls ein Mini-Gewächshaus
  • Wassersprühflasche
  • feinmaschiges Sieb

Füllen Sie das Saatgefäß mit Substrat und setzen die Samen 2-3 mm tief darin ein. Der Abstand beträgt ca. 2 cm. In der Folge übersieben Sie das Saatgut dünn mit der Erde und feuchten es mit feiner Brause an.

Bei einer konstanten Temperatur von 25 bis 28 Grad Celsius, beträgt die Keimdauer 10 bis 30 Tage. Niedrigere Temperaturen ziehen den Prozess deutlich in die Länge. Eine Abdeckung durch Klarsichtfolie oder der Platz im Mini-Gewächshaus schaffen ein förderliches, feucht-warmes Mikroklima.

Keimlinge wollen ans Südfenster

Blinzeln die ersten Keimblätter hervor, kommen die zarten Pflänzchen nun ans Licht. Ideal ist ein Platz am sonnigen Südfenster mit Beschattung bei Mittagssonne. Verwöhnen Sie die Keimlinge ab und zu mit ein wenig Wasser, schreitet das Wachstum zügig voran.

Nach weiteren 2 bis 4 Wochen steht pikieren auf dem Programm. Nun möchte jeder Chili in einem eigenen Pflanzgefäß seinen Wurzelballen bilden, bevor es ab Mitte Mai hinausgeht auf den Balkon oder ins Beet.

Tipps & Tricks

In jedem Substrat können Pilzsporen, Insekteneier und Viren darauf lauern, über die Samen herzufallen. Dieser Gefahr beugen Sie mittels einer Desinfizierung vor. Stellen Sie die Saaterde in einer feuerfesten Schale für 20 Minuten bei 180 Grad Celsius in den Backofen oder für 8 Minuten bei 800 Watt in die Mikrowelle.

Text: Paula Jansen

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