Breitwegerich – Steckbrief einer janusköpfigen Pflanze

Was ihm an Attraktivität fehlt, macht der Breitwegerich wett mit mannigfaltigen Verwendungsmöglichkeiten. Die unverwüstliche Rosettenpflanze punktet mit wertvollen Inhaltsstoffen und essbaren, jungen Blättern. Wer die Pflanze als Unkraut lediglich halbherzig bekämpft, steht in der Regel auf verlorenem Posten. Dieser Steckbrief stellt Ihnen den robusten Plantago major näher vor.

Breitwegerich Merkmale
Für die einen ein Unkraut, für die anderen eine essbare Wildpflanze

Systematik und Erscheinungsbild im Überblick

Er wird ebenso oft verehrt als wirksame Heilpflanze, wie er verhasst ist als Unkraut. An Breitwegerich scheiden sich die Geister. Der folgende Steckbrief vermittelt herausragende Attribute der zweigesichtigen Pflanze.

  • Gattung innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales)
  • Bezeichnung der Art: Breitwegerich (Plantago major)
  • Krautige, ausdauernde Pflanze mit grundständiger Blattrosette
  • Handtellergroße, löffelartig geformte Blätter
  • Wuchshöhen von 3 bis 25 cm
  • Kräftige Pfahlwurzeln bis 80 cm tief
  • Lange, schmale, gelblich-weiße Blütenähren von April/Mai bis September/Oktober
  • Braune Fruchtkapseln mit bis zu 50 Samen

Herausragendes Merkmal ist seine robuste Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen aller Art. So zählt der Breitwegerich zu den trittfesten Zeigerpflanzen für häufig begangene Wege und Rasenflächen.

Traditionelle Heil- und Nutzpflanze – Das steckt im Breitwegerich

Der Pflanzensaft von Breitwegerich enthält wertvolle Inhaltsstoffe, die seit Generationen in der Volksheilkunde genutzt werden. Regelmäßig als Tee konsumiert, unterstützt die Pflanze die Raucher-Entwöhnung, lindert Zahnschmerzen, Kopfschmerzen oder Ohrenschmerzen. Hierzu werden 2 Esslöffel der frischen Blätter mit einem halben Liter Wasser aufgebrüht und einige Minuten ziehen gelassen.

Plantago major ist nicht nur essbar, sondern auch reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Die zarten Blätter im Frühling runden einen frischen Salat aromatisch ab. Das ältere Laub im Sommer wird – ähnlich wie Sauerkraut – zu einem urgesunden Gemüse zubereitet. Traditionell zählt Breitwegerich als Zutat für die Gründonnerstagssuppe, die ausschließlich auf Basis von Unkräutern zubereitet wird.

Tipps

Erfahrene Wanderer kennen Breitwegerich als praktische Erste-Hilfe-Pflanze. Bei schmerzhaften Wespenstichen bringt die Pflanze sogleich Linderung, indem die Blätter zerkaut oder mit einem Stein zermahlen und auf die Einstichstelle aufgelegt werden. Wenn die Wanderschuhe zwicken, kommen Wegerichblätter auf die schmerzende Stelle und der Rest des Weges wird mühelos bewältigt.

Text: Paula Jansen

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