Blauraute – vollkommen winterhart oder doch empfindlich?

Die Steppen Vorderasiens haben bestimmt ein anderes Klima zu bieten, als wir es hierzulande haben. Von dort nämlich kommt die Blaurute her, die deswegen auch als Russischer Lavendel bekannt ist. Die zahlreichen Blüten beweisen, dass sie unsere Sommertage mag. Doch ist sie auch winterhart?

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Mitteleuropäische Winter verträgt die Blauraute meist recht gut

Kältetoleranz der Blauraute

Die bei uns erhältlichen Sorten der Blauraute gelten allesamt als winterhart. Ihre Winterhärte wird sogar mit Z6 angegeben. Das bedeutet, dass dieses Gewächs Temperaturen im Bereich von -17,8 bis -23,4 °C überlebt. Damit ist die Blauraute von sich aus gut gewappnet für die winterliche Eiseskälte.

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Erfrierungen möglich

Obwohl die Blauraute winterhart ist, können lang anhaltende Fröste in Kombination mit eisigen Winden ihre Gesundheit beeinträchtigen. Denn dann sterben ihre oberirdischen Pflanzenteile fast komplett ab. Unbeschadet bleiben meist nur die verholzten Teile der Triebe.

Ihr Besitzer muss deswegen nicht verzweifeln. Denn die übrig gebliebene Wurzelbasis reicht fürs Überleben. Im Frühjahr wird die Blauraute wieder buschig austreiben.

Jungpflanzen schützen

Ältere Exemplare sind mit den Jahren immer größer und gleichzeitig auch widerstandsfähiger geworden. Sie werden die meisten Winter entweder unbeschadet überstehen, oder die Erfrierungen werden sich im Rahmen halten.

Frisch ausgepflanzten Blaurauten ist diese hohe Winterhärte auch in den Genen gelegt. Doch sie müssen sie sich erst noch erobern. Bis es so weit ist, benötigen sie die Unterstützung ihres Besitzers. Versäumt er, sich diesbezüglich rechtzeitig um sie zu kümmern, kann sie in einem besonders kalten Winter ganz eingehen.

  • Winterschutzmaßnahmen sind notwendig
  • mind. in den ersten 2-3 Jahren
  • im Herbst trockenes Laub um den Wurzelstock anhäufeln
  • alternativ vorsichtig mit Reisig abdecken

Mit Laub überwintern

Die Blauraute sollte im Herbst nicht geschnitten werden, wie es bei so vielen Gewächsen sonst üblich ist. Denn ihr eigenes Laub kann sie im Winter warm halten. Durch fehlenden herbstlichen Schnitt entstehen keine Nachteile für ihr Wachstum. Auch die Blüte des Folgejahrs wird dadurch nicht beeinflusst.

Es genügt, wenn Sie die Triebe erst im Frühjahr schneiden. Wenn die größten Fröste vorüber sind, und die Pflanze kurz vor dem Austreiben steht.

Tipps

Im Frühjahr können Sie das anfallende Schnittgut für die Vermehrung des Russischen Lavendels nutzen. Denn von dieser Bienenweide kann man nie genug haben.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Nine Johnson/Shutterstock

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