Die Birke und ihre Samen – erkennen und richtig nutzen

So unscheinbar sie auch aussehen: Die Samen der Birke vollbringen jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende Leistung. Sogar karges Brachland besiedeln die geflügelten Birkensamen wortwörtlich in Windeseile. Dadurch avanciert der Baum mit der zarten Gestalt zum robusten Pioniergewächs, das selbst unwirtlichsten Bedingungen standhält und die Vermehrung energisch vorantreibt.

Birken vermehren
Birkensamen sind unscheinbar klein und verstecken sich in den Kätzchen

So sehen die Samen der Birke aus

Die Samen der Birke liegen raffiniert geschützt und auf die Verbreitung vorbereitet in kleinen, nur bis zu drei Millimeter langen, geflügelten Nussfrüchten. Durch die winzigen Flügelchen können die bräunlichen Nüsse durch die Kraft des Windes über weite Strecken transportiert werden. Als Pionierpflanzen sind Birken in der freien Natur auf eine rasche und effiziente Vermehrung angewiesen: Deshalb keimen die Samen schon nach etwa vierzehn Tagen.

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Wann sind die Samen zu finden?

Wer Birkensamen entdecken und erkennen möchte, bekommt im Herbst und Winter üppig Gelegenheit dazu. Denn in dieser Zeit machen die Flügelnüsschen nahezu vor nichts halt. Vorab reiften sie in der Zeit von Juli bis Oktober gut geschützt in den typischen hängenden Fruchtständen der Birke. Dem geht die ebenfalls durch den Wind eingeleitete Bestäubung voran. Zwischen März und Mai voran befruchten die intensiv freigesetzten Pollen die jungen Kätzchen der Birke. Pollenallergiker bemerken anhand ihrer Symptome genau, ab wann die Blütezeit der Birke einsetzt.

Birke aus Samen ziehen

Anders als viele sonstige wertvolle Bestandteile der malerischen Bäume – wie etwa die Birkenblätter oder Birkenknospen – eignen sich ihre Samen nicht unbedingt zum Verzehr oder um daraus einen kosmetischen Nutzen zu ziehen. Allerdings können Sie selbst gesammelte oder gekaufte Birkensamen dafür verwenden, in Eigenregie eine Birke zu ziehen. Ganz unkompliziert lässt sich so mit fachgerechtem Vorgehen und wenigen Hilfsmitteln ein neuer Baum ins Leben rufen. Auch für Liebhaber einer ausdrucksstarken Bonsai-Birke ist diese Vorgehensweise der ideale Start, um das eigene Bäumchen von klein an zu begleiten. Das funktioniert wie folgt:

  1. Füllen Sie Anzuchterde in einen kleinen Topf oder eine Schale.
  2. Am Boden des Gefäßes können Sie für eine bessere Drainage (Abfluss übermäßigen Wassers) einige kleine Steine oder ein Gitter auslegen.
  3. Danach geben Sie locker die Samen der Birke hinzu.
  4. Überdecken Sie die Samen anschließend mit einer etwa zwei bis drei Zentimeter hohen Schicht Erde.
  5. Positionieren Sie nun Ihren Zuchttopf an einem möglichst hellen Platz.
  6. Birken benötigen sehr viel Licht, direkte Sonneneinstrahlung gilt es allerdings zu vermeiden. Sie könnte die zarten Blätter verbrennen und das Substrat vorzeitig austrocknen lassen.
  7. Halten Sie das Substrat stetig feucht, aber nicht nass.
  8. Warten Sie nun zwei bis vier Wochen, während die Samen anfangen, zu keimen.
  9. Sobald die sprießenden Sämlinge mindestens 15 bis 20 Zentimetern hoch gewachsen sind, können Sie die kleinen Birken in nährstoffreichen Boden umpflanzen und ihnen beim Gedeihen zusehen.
Text: Gartenjournal.net

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