Bewurzlungspulver selbst herstellen – geht das?

Bewurzelungspulver regt Stecklinge dazu an, schneller kräftige Wurzeln auszubilden. Präparate für den professionellen Gartenbau enthalten zu diesem Zweck natürliche oder chemisch nachgestellte Wachstumshormone. Zwar können Sie diese nicht selber machen, es gibt jedoch Alternativen, mit denen Sie Bewurzelungsmittel ganz einfach selbst herstellen können. Wie – das erfahren Sie in diesem Artikel.

bewurzlungspulver-selbst-herstellen
Aspirin regt Pflanzen zur Wurzelbildung an

Weidenwasser

Möchten Sie Ihr Bewurzelungsmittel selber machen, ist Weidenwasser vermutlich die beste Alternative zu den im Handel erhältlichen Mitteln. Junge Weidenzweige enthalten große Mengen an pflanzlichen Wachstumshormonen sowie Salicylsäure. Dies sind genau die Wirkstoffe, die sich auch im Bewurzelungspulver für den gewerblichen Einsatz finden.

Lesen Sie auch

Weidenwasser können Sie ganz einfach selbst herstellen:

  1. Schneiden Sie junge, höchstens fingerdicke Weidentriebe, lösen Sie die Rinde ab und zerteilen Sie alles in kleine Stücke.
  2. Für zehn Liter Weidenwasser benötigen Sie etwa zwei bis drei Kilogramm Schnittgut.
  3. Rinde und Holz in einen Eimer geben und mit Wasser übergießen.
  4. Mindestens 24 Stunden ziehen lassen.
  5. Durch ein Sieb abgießen.
  6. Das Weidenwasser hält sich kühl gelagert bis zu zwei Monate.

Anwendung:

Damit die Wurzelbildung erfolgreich angeregt wird, stellen Sie die Stecklinge einen Tag in das Weidenwasser. Die Setzlinge nehmen mit der Flüssigkeit die Wirkstoffe auf und bilden schneller Wurzeln.

Das Weidenwasser müssen Sie im Anschluss nicht entsorgen. Gießen Sie die Nachzucht bis zum Austreiben mit der Bewurzelungshilfe, so wirkt sich dies ausgesprochen positiv auf das Wachstum aus.

Zimt als Bewurzelungspulver

Zwar enthält Zimtpulver keine Wachstumshormone. Das Gewürz wirkt jedoch als natürliches Fungizid sowie antibakteriell und kann dadurch in der Phase der Wurzelbildung sehr gut als Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.

Die Anwendung ist unkompliziert und erfordert keinerlei Vorbereitung: Streuen Sie einfach etwas Zimtpulver auf den Setzling, bevor Sie ihn in Substrat stecken.

Aspirin

Ein Mittel, das sich ebenfalls in fast jedem Haushalt findet, ist Aspirin. Die Tabletten enthalten den Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dieser wirkt antibakteriell und fördert den Nährstofftransport der Pflanzen.

  • Wichtig ist, dass Sie unbeschichtete Tabletten verwenden.
  • Lösen Sie eine Pille in einem Glas Wasser auf.
  • Stellen Sie die Stecklinge vor dem Einpflanzen einige Stunden in die Lösung.

Tipp

Damit die Nachzucht gut anwurzelt, sollten Sie unbedingt auf hohe Luftfeuchtigkeit achten. Verschließen Sie die Anzuchtschale nach dem gründlichen Anfeuchten der Erde mit einer transparenten Kunststoffhaube oder Folie. Durch diese Maßnahme verdunsten die Blätter kaum Wasser und trocknen nicht aus. Zur Vermeidung von Fäulnis und Schimmelbildung nehmen Sie die Haube täglich kurz ab.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Tatiana_Pink/Shutterstock

Jetzt für unseren Newsletter anmelden

Erhalten Sie den monatlichen Newsletter von Gartenjournal in Ihr
E-Mail-Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.