Aprikosenbaum – ist dieser Sonnenliebhaber winterhart?

Ein gut tragender Aprikosenbaum ist hierzulande ein seltener Anblick. Liegt es daran, dass ihm die Sonne in unseren Breitengraden nicht lange und nicht kräftig genug scheint? Es könnte aber auch sein, dass die winterliche Eiseskälte seine Früchteplanung durchkreuzt. Schauen wir uns das genauer an.

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Aprikosenbäume überraschen mit guter Winterhärte

Ausgezeichnete Winterhärte

Es mag Sie überraschen, aber dieser Wärme liebende Baum hält Kälte bis zu – 30 °C aus. Aufgrund dessen kann der Aprikosenbaum theoretisch überall in unserem Lande ausgepflanzt werden. Will man jedoch nicht nur seine Blätter bewundern, sondern auch viele aromatische Früchte ernten, schaut die Sache anders aus.

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Tipp

Vergessen Sie in schneelosen und regenarmen Wintern nicht, diesen Obstbaum gelegentlich zu gießen.

Blüten vertragen keinen Frost

Wenn der Aprikosenbaum nicht trägt, liegt das meist an der Eiseskälte zur Blütezeit, die ein wahrer Erntevernichter ist. Denn während der Baum selbst nach langen Minusperioden noch vital bleibt, überstehen seine Blüten schon kurzfristige Werte um den Gefrierpunkt nicht.

Die Situation wird dadurch verschlimmert, dass dieser Baum auch noch recht früh erblüht. Schon zum Ende des Winters können sich erste Blüten zeigen. Zu einer Zeit, in der noch Spätfröste häufig auftreten können. Insbesondere in rauen Regionen des Landes.

Deswegen muss dieser Baum trotz guter Winterhärte einen geschützten Standort bekommen. Nur dort wird er seiner Größe entsprechend reich tragen.

Blüten schützen

Zum Zeitpunkt des Austriebs gilt es, sowohl Wärme als auch Kälte vom Baum abzuhalten. Das hört sich im ersten Moment widersprüchlich an, doch der Hintergrund ist folgender: Zu viel Sonnenschein würde den Baum dazu animieren, früh auszutreiben. Fröste dagegen würden die evtl. schon vorhandenen Blüten erfrieren lassen. Diese Maßnahmen sind hilfreich:

  • Baum im Frühjahr beschatten, um Blüte hinauszuzögern
  • besonders an sonnigen Tagen
  • unabhängig von der Temperatur
  • Blüten/Zweige vor angekündigten Spätfrösten schützen
  • Zweige mit Vlies umwickeln
  • Wurzelbereich mit einer dicken Lage Stroh oder Laub wärmen

Stamm schützen

Im Winter droht dem Aprikosenbaum nur dann Gefahr, wenn zu den Minusgraden intensive Sonnenstrahlung hinzukommt. Dann bekommt die glänzende Rinde des Baumes auf der sonnenzugewandten Seite Risse.

Holzlatten, die schräg am Stamm gelehnt werden, beschatten den Baum und verhindern so eine rissige Rinde. Ein weißer Kalkstrich schützt den Stamm ebenfalls, denn er reflektiert einen Großteil der Sonnenstrahlung.

Aprikosenbäume im Kübel

Ein Aprikosenbaum bleibt auch im Kübel winterhart. Dennoch sollte sein Topf mit wärmendem Vlies umhüllt und an einen geschützten Ort gestellt werden. Alternativ kann er auch in ein frostfreies, helles Winterquartier kommen.

Im Topf muss der Aprikosenbaum auch im Winter bescheiden aber regelmäßig gegossen werden. Düngen ist dagegen nicht mehr notwendig. Ebenso sollte der Baum in engen Zeitabständen auf Schädlinge und Krankheiten kontrolliert werden.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: artsmela/Shutterstock