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Algen im Gießwasser: schädlich oder nützlich?

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Algen im Gießwasser sind ein häufiges Problem, das das Pflanzenwachstum beeinträchtigen kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Algenarten, ihre Auswirkungen auf Pflanzen und gibt Tipps zur Vermeidung.

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Algen im Gießwasser können, müssen aber nicht schädlich sein

Welche Arten von Algen gibt es?

Algen im Gießwasser können unterschiedliche Formen annehmen. Zu den häufigsten Typen zählen:

  • Grünalgen: Diese erscheinen oft als grüne, schimmernde Schichten oder Fäden im Wasser. Sie sind meistens harmlos und haben keine negativen Auswirkungen auf Pflanzen oder Menschen.
  • Braunalgen: Sie können das Wasser braun färben und treten häufig in Gewässern auf. Generell sind sie unbedenklich und verursachen keine gesundheitlichen Probleme.
  • Rotalgen: Vorwiegend in Salzwasser heimisch, kommen sie gelegentlich auch in Süßwasser vor. Rotalgen sind normalerweise nicht schädlich.
  • Kieselalgen: Diese einzelligen Algen haben ein glasartiges Skelett und treten in brauner Färbung auf. Ähnlich wie Grün- und Braunalgen stellen sie keine Gefahr dar.
  • Schwebealgen: Diese treiben frei im Wasser und können es grünlich färben, wenn sie sich stark vermehren. Sie sind ein häufiges Problem, aber ebenfalls nicht gefährlich.
  • Fadenalgen: Diese bilden lange, schleimige Fäden, die oft an der Wasseroberfläche sichtbar sind. Auch sie sind in der Regel harmlos.

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Wie erkenne ich Algen im Gießwasser?

Algen im Gießwasser sind meist leicht zu erkennen. Achten Sie auf typische Anzeichen wie:

  • Grün- oder Braunverfärbungen: Algen bilden oft einen grünen oder braunen Film auf der Wasseroberfläche oder am Boden des Gefäßes.
  • Trübung des Wassers: Algen können das Wasser trüb oder milchig aussehen lassen; manchmal erscheinen auch flockige Partikel im Wasser.
  • Pelzige Beläge: Am Gefäßboden kann sich ein pelziger Belag absetzen, der auf Algenwachstum hinweist.
  • Schleimige Fäden: Fadenalgen bilden lange, schleimige Fäden, die sichtbar an der Wasseroberfläche treiben können.
  • Schlieren und wolkenartige Gebilde: Bei hoher Algendichte können grünlich-blaue Schlieren oder wolkenartige Gebilde im Wasser entstehen.

Falls Sie solche Anzeichen in Ihrem Gießwasser feststellen, sollten Sie überlegen, wie lange das Wasser bereits steht und ob es eventuell zur Algenbildung kommen konnte.

Welche Auswirkungen haben Algen auf Pflanzen?

Algen im Gießwasser können unterschiedliche negative Effekte auf Ihre Pflanzen haben. Die wesentlichen Auswirkungen umfassen:

  • Beeinträchtigung der Photosynthese: Algenwachstum kann das Licht abschirmen, das für die Photosynthese der Pflanzen benötigt wird. Dies verringert die Energiegewinnung der Pflanzen und kann ihr Wachstum hemmen.
  • Nährstoffkonkurrenz: Algen können Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor aus dem Wasser und Boden aufnehmen. Diese Nährstoffe fehlen dann den Pflanzen, was insbesondere bei nährstoffarmen Böden zu Wachstumsstörungen führen kann.
  • Verstopfung der Wurzeln: Bei starkem Algenwachstum kann es vorkommen, dass die Algen sich um die Pflanzenwurzeln legen und diese verstopfen. Dies beeinträchtigt die Wasseraufnahme der Pflanzen und kann zu Trockenstress führen.
  • Sauerstoffmangel: Ein starkes Algenwachstum erhöht den Sauerstoffgehalt im Wasser während der Tagesstunden, kann jedoch nachts zu einem Sauerstoffmangel führen, wenn die Algen selbst Sauerstoff verbrauchen. Dies kann das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen und in einigen Fällen sogar zu Wurzelfäule führen.
  • Veränderung des pH-Werts: Algen können den pH-Wert des Wassers erhöhen. Ein unausgeglichener pH-Wert kann die Verfügbarkeit von Nährstoffen im Boden verändern und dadurch das Pflanzenwachstum beeinträchtigen.

Welche Auswirkungen haben Algen auf Menschen?

Während die meisten Algenarten harmlos sind, stellen Blaualgen (Cyanobakterien) ein gesundheitliches Risiko dar, da sie giftige Stoffe, sogenannte Cyanotoxine, freisetzen können. Diese Toxine können auf verschiedenen Wegen, wie durch Hautkontakt oder das Einatmen und Verschlucken kontaminierten Wassers, in den menschlichen Körper gelangen und eine Reihe von gesundheitlichen Beschwerden verursachen.

Hier sind einige der möglichen Symptome und Gesundheitsrisiken:

  • Hautkontakt und Schleimhautreizungen: Cyanotoxine können Hautausschläge, Juckreiz und allergische Reaktionen auslösen. Auch Bindehautentzündungen und Reizungen der Schleimhäute von Nase und Rachen sind möglich.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Beim Verschlucken von kontaminiertem Wasser können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Diese Beschwerden sind besonders bei Kindern und empfindlichen Personen häufig.
  • Atemwegsbeschwerden: Cyanobakterien können auch Atemwege reizen, was zu Atemnot und in schweren Fällen zu Lähmungen der Atemmuskulatur führen kann.
  • Schwerwiegende Vergiftungen: In sehr seltenen Fällen, insbesondere bei hohem Konsum von kontaminiertem Wasser, können Cyanotoxine Leberschäden verursachen und zum Tod führen.

Besondere Vorsicht ist geboten für gefährdete Gruppen wie Kinder, Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Cyanotoxine, die über das Gemüsebeet aus verunreinigtem Gießwasser aufgenommen werden, in den Pflanzen gespeichert bleiben können. Daher sollten Sie Wasser aus der Regentonne regelmäßig prüfen und möglicher Verunreinigung vorbeugen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Wie kann ich Algen im Gießwasser vermeiden?

Um Algen im Gießwasser zu vermeiden, sollten Sie einige bewährte Methoden berücksichtigen. Diese Tipps helfen Ihnen, das Algenwachstum zu kontrollieren und die Wasserqualität zu erhalten:

1. Frisches Wasser verwenden: Nutzen Sie nach Möglichkeit Regenwasser, da dieses natürlicherweise weniger Kalk enthält und dadurch das Algenwachstum einschränkt. Achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu lange steht, besonders bei hohen Temperaturen.

2. Lagerung des Wassers optimieren:

  • Verwenden Sie einen sauberen, geschlossenen Behälter, um den Eintrag von Schmutz und organischem Material zu verhindern.
  • Stellen Sie den Behälter an einem kühlen und dunklen Ort auf. Licht und Wärme fördern das Algenwachstum; daher ist es wichtig, das Wasser vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.

3. Behälter regelmäßig reinigen: Entfernen Sie regelmäßig Ablagerungen und reinigen Sie den Behälter gründlich. Dabei können natürliche Hausmittel wie Essigreiniger oder Zitronensäure helfen, ohne der Umwelt zu schaden.

4. Zufuhr von Verunreinigungen minimieren: Installieren Sie Filter für die Regenwasserzufuhr, um grobe Verunreinigungen wie Blätter und Äste abzufangen. Dies reduziert die Nährstoffzufuhr, die Algen benötigen, um zu wachsen.

5. Regelmäßige Wasserwechsel: Tauschen Sie das Wasser in Ihren Behältern regelmäßig aus, um das Nährstoffangebot für Algen zu verringern.

6. Temperaturen kontrollieren: Vermeiden Sie es, Wasser über längere Zeiträume bei hohen Temperaturen stehen zu lassen. Algen gedeihen besonders gut in warmem Wasser.

Indem Sie diese Maßnahmen befolgen, können Sie Algen im Gießwasser effektiv vorbeugen und gleichzeitig die Gesundheit Ihrer Pflanzen fördern.

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