Agaven richtig überwintern – So geht’s

Viele der über 200 Agavenarten stammen aus den Wüsten oder Halbwüsten Mexikos, wo ganzjährig ein mildes Klima vorherrscht. Deshalb ist die exotische Kübelpflanze bei uns nicht für eine Überwinterung im Freien geeignet. Lesen Sie, wie Sie Ihre Agaven gesund durch den Winter bekommen.

Agave im Winter
Die Agave muss den deutschen Winter über im Haus verbringen

Kann man Agaven im Freien überwintern?

Einige wenige Agavenarten vertragen tatsächlich kurzzeitig Fröste bis ca. minus 15 oder gar minus 20 Grad Celsius. Allerdings sollten auch diese Agaven nach Möglichkeit nicht im Freien, sondern geschützt überwintern: Hier ist nämlich nicht die Kälte das Problem, sondern die in Mitteleuropa während der kalten Jahreszeit vorherrschende Nässe nebst dem Lichtmangel.

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Agaven müssen auch im Winter vor übermäßiger Feuchtigkeit geschützt werden, da sie sonst schnell gelbe oder braune Blätter bekommt. Zudem vertragen die meisten frostresistenten Arten keinen dauerhaften Frost, sondern sollten nur kurzzeitig Minusgraden ausgesetzt werden – zumal die Pflanzen bei Kübelhaltung schneller erfrieren.

Welche Agave ist winterhart?

Zu den als frostfest geltenden Arten gehören vor allem

  • Agave parryi
  • Agave inaequidens
  • Agave utahensis
  • Agave americana

Von diesen Agaven ist die A. americana am empfindlichsten: Sie verträgt kurzzeitig lediglich bis minus 10 Grad Celsius, während die anderen mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius keine Probleme haben. Grundsätzlich können Sie diese Agaven auch bei uns im Freien überwintern, wenn diese Regeln eingehalten werden:

  • milde Region in Deutschland, z. B. in Weinanbaugebiet
  • vor Nässe schützen: Agave unter Überdachung stellen (z. B. Carport oder Terrasse)
  • Substratoberfläche mit Nadelbaumreisig und grobkörnigem Kies abdecken
  • Pflanztopf mit Gartenvlies o. ä. umwickeln, damit Wurzeln keinen Schaden nehmen

Auf das Auspflanzen dieser Agaven sollten Sie verzichten: Sollte doch einmal ein kalter Winter mit viel Schnee oder Regen kommen, sterben die Agaven mit Sicherheit ab.

Wie sollte man die Agave überwintern?

Die meisten anderen Agavenarten haben im Winter draußen absolut nichts zu suchen und sollten deshalb spätestens im November – also noch vor dem ersten Frost – in ihr frostfreies Winterquartier geräumt werden. Hier überwintert das Spargelgewächs am besten bei ca. 10 bis 15 Grad Celsius.

Wo sollte man Agaven überwintern?

Am besten überwintert die Agave kühl an einem nicht allzu dunklem Ort: Etwas Licht (je wärmer die Temperaturen desto heller muss es sein!) muss also sein. Gut geeignete Orte sind beispielsweise:

  • Keller (mit Fenster)
  • Dachboden (ebenso)
  • Gewächshaus
  • Wintergarten (unbeheizt)
  • Treppenhaus (unbeheizt)

Notfalls können Sie Agaven auch in warmen Wohnräumen überwintern, allerdings sollten Sie hier geeignete Pflanzenlampen installieren und diese auf eine Beleuchtungsdauer von täglich acht Stunden einstellen. Für warm überwinterte Agaven ist es in unseren Breitengraden sonst viel zu dunkel.

Muss man Agaven im Winter gießen?

Kühl überwinternde Agaven müssen lediglich etwa zwei Mal gegossen werden. Hierzu genügt es, die Wurzeln etwas anzufeuchten, so dass das Wurzelwerk nicht gänzlich austrocknet. Warm überwinterte Agaven brauchen hingegen regelmäßig Wasser, da sie sich nicht in die Winterruhe begeben. Auf eine Düngung können Sie jedoch getrost bei beiden Varianten verzichte

Tipp

Wann darf die Agave wieder nach draußen?

Im Frühjahr können Sie die Agaven wieder nach draußen stellen sobald es keinen Frost mehr gibt – dies ist sicher erst nach den Eisheiligen im Mai der Fall. Davor kann es selbst im April noch Nachtfröste geben.

Text: Ines Jachomowski

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