Agave kürzen
Kranke Blätter sollten entfernt werden

Die richtige Vorgangsweise beim Schneiden von Agaven

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzenarten macht bei den Agaven der Schnitt als Mittel zur Größenbegrenzung nicht wirklich Sinn. Sollen diese exotischen Pflanzen also beispielsweise als kompakte Zimmerpflanzen kultiviert werden, so müssen gleich entsprechend kompakter wachsende Agavenarten ausgewählt werden.

Gründe für den Schnitt von Agaven

Da Agaven einerseits eher langsam wachsen und andererseits jegliche Schnittverletzungen nur sehr schlecht vertragen können können, werden diese Pflanzen im Regelfall überhaupt nicht geschnitten. Während andere Pflanzen beim Umtopfen mit einem Rückschnitt der Wurzeln und der Blattmasse zu frischem Wachstum angeregt werden, sollten Agaven beim Umtopfen so wenig als möglich verletzt werden. Es kann aber auch bei den Agaven „Notsituationen“ geben, in denen ein Entfernen einzelner Pflanzenteile geboten ist:

  • bei offensichtlich erkrankten Blättern
  • bei bereits gelb verfärbten und komplett ausgetrockneten Blättern
  • wenn ein Blatt versehentlich massiv verletzt bzw. angerissen wurde

Die langen, schmalen und typisch verdickten Blätter der Agave speichern in ihrem Inneren große Wasserreserven. Verletzte Blätter sind daher ein Risiko in Bezug auf Austrocknung und mögliche Krankheitskeime. Sie sollten mit einem sauberen und scharfen Messer möglichst glatt am Strunk der Pflanze abgetrennt werden, ohne dabei zu tief in diesen hinein zu schneiden.

So können Agaven über Kindel vermehrt werden

Es kann auch andere Gründe als ein verletztes Blatt geben, um einer Agave mit einem scharfen Messer „zu Leibe“ zu rücken. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn aus der Mutterpflanze seitlich ein sogenanntes Kindel herauswächst. Diesen Ableger können Sie unkompliziert beim Umtopfen von der Mutterpflanze abtrennen und zur Vermehrung in einen separaten Topf pflanzen. Bildet sich bei Agaven mit Blütenansatz ein Kindel, so kann dessen Entfernung mitunter dem ansonsten bevorstehenden Absterben der Mutterpflanze vorbeugen.

Alternativen für das Abschneiden der Stacheln

Früher wurden bei bestimmten Agavenarten vielfach die spitzen Stacheln von den Blattenden abgeschnitten, um so Verletzungen zu verhindern. Leider hinterlässt dies nicht nur unschöne Narben an den Blättern, diese Praktik tut auch den Pflanzen nicht unbedingt gut. Als Kompromiss zwischen Pflanzengesundheit und Sicherheitsbedürfnis können Sie die spitzen Stacheln durch das Aufstecken von Flaschenkorken „unschädlich“ machen.

Tipps

Zeichnet sich ein Absterben einzelner Blätter der Agave ab, so sollten diese unbedingt erst dann von der Pflanze abgetrennt und entsorgt werden, wenn sie ganz vertrocknet und alle Nährstoffe aus den Blättern abgezogen sind.

Text: Alexander Hallsteiner

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