Agave essbar
Aus der Blauen Agave wird Tequila hergestellt

Die Agave – giftig oder nicht?

Die verschiedenen Arten der Agave sorgen bei Hobbygärtnern regelmäßig für Verunsicherung: Während einerseits von der Giftigkeit der Pflanzen berichtet wird, sind andererseits auch zahlreiche Nutzungsarten bestimmter Agavenbestandteile für den menschlichen Konsum bekannt.

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Zur Gefährlichkeit von Agaven

Grundsätzlich ist die Gefährlichkeit der Agave zu relativieren: Zwar können verschiedene Agavenarten unterschiedliche Inhaltsstoffe in und auf den Blättern aufweisen, in der Regel ist die Agave aber als wenig giftige Pflanze einzustufen. Allerdings lauert die Gefahr bei den Agaven durchaus auch an anderer Stelle. Die spitzen Stacheln an den Spitzen und manchmal auch an den Rändern der Blätter sorgen mitunter für schmerzhafte Verletzungen, die nur sehr langsam wieder verheilen. Gefährlich ist die Agave vielleicht nur insofern, da sie von unkundigen Gärtnern mitunter mit der Aloe vera verwechselt werden kann.

Inhaltsstoffe und mögliche Wirkungen der Agave

Die schwach giftigen Agaven enthalten meistens die folgenden Inhaltsstoffe:

  • ätherisches Öl
  • Saponine
  • Oxalsäure
  • 0,4 bis 3 % Hecogenin

Nach der Einfuhr der Agaven nach Europa wurden Teile der Pflanzen auch hierzulande als Naturheilmittel bei bestimmten Erkrankungen wie Warzen oder Verstopfung propagiert. Allerdings sollten Sie von eigenen Experimenten in dieser Hinsicht absehen, da die Konzentration der Wirkstoffe in den Blättern stark schwanken und von Laien daher die Dosierung nicht richtig abgeschätzt werden kann. Gelangt der Agavensaft auf die Haut oder sogar auch die Schleimhäute, so kann dies zu schweren Hautreizungen und Bindehautentzündungen führen.

Die Nutzung verschiedener Agavenarten

Hauptsächlich in Mexiko stellen Agaven auch heute noch einen durchaus wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Während die sogenannte Sisal-Agave mit den Fäden ihrer Blätter den Rohstoff für Schnüre aus Sisal liefert, werden die Säfte der Blauen Agave zur Herstellung von Tequila und Mezcal genutzt. Da Agaven auch viel Zucker enthalten, werden sie für die Herstellung des Süßungsmittels Agavendicksaft gezielt angebaut.

Tipps

Sollte beim Umtopfen oder Schneiden der Agave im Garten der Pflanzensaft auftreten, so sollten Sie sich dringend die Hände waschen, bevor Sie sich mit den Händen in die Augen fassen. Damit es außerdem gar nicht erst zu Verletzungen aufgrund der spitzen Stacheln kommt, können Sie kleine Korkstücke auf die Blattenden stecken.

Text: Alexander Hallsteiner

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