Adonisröschen: Blütezeit und Pflege

Lesen Sie hier einen kommentierten Steckbrief zum Adonisröschen mit Hinweisen zur Giftigkeit. Die fünf schönsten Adonis-Arten im Kurzüberblick mit Tipps zur Pflanzung und Sorten-Auswahl.

adonisroeschen
Adonisröschen blühen recht zeitig im Jahr

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Adonis
  • Gattung: Adonisröschen mit 30 bis 35 Arten
  • Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Lebensraum: Europa, Asien
  • Wachstum: ausdauernde o. einjährige krautige Pflanze
  • Wuchshöhe: 15 cm bis 40 cm
  • Blüte: Schalenblüte
  • Blütezeit: 2-4, 5-7, 6-9
  • Blatt: gefiedert
  • Wurzeln: Rhizom oder Pfahlwurzel
  • Winterhärte: winterhart oder sommerannuell
  • Giftigkeit: giftig

Arten

Unter dem Dach der Gattung Adonis versammeln sich mehr als 30 bezaubernde Arten. Die 5 schönsten Adonisröschen stellt Ihnen folgende Tabelle näher vor:

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Adonis-Arten Frühlings-Adonisröschen Amur-Adonisröschen Sommer-Adonisröschen Flammen-Adonisröschen Herbst-Adonisröschen
Botanischer Name Adonis vernalis Adonis amurensis Adonis aestivalis Adonis flammea Adonis annua
Blütezeit März bis Mai Februar bis April Mai bis Juli Mai bis Juli Juni bis September
Blütenfarbe gelb gelb rot/schwarzes Auge blutrot/schwarzes Auge leuchtend rot/schwarzes Auge
Wuchshöhe 10 cm bis 20 cm 15 cm bis 30 cm 20 cm bis 50 cm 20 cm bis 50 cm 30 cm bis 40 cm
Winterhärte winterhart winterhart einjährig einjährig einjährig
Synonym Teufelsauge Teufelsauge Blutauge, Kleines Teufelsauge Brennendes Teufelsauge Blutströpfchen
Lebensraum Steppe, Trockenrasen kühle Wälder Ackerrand, Kalk-Boden Getreidefelder Getreidefelder
Status unter Naturschutz unter Naturschutz stark gefährdet unter Naturschutz unter Naturschutz

Namensgeber für die Gattung ist das Sommer-Adonisröschen. Einer griechischen Legende zufolge verwandelte sich jeder Blutstropfen des sterbenden Adonis in ein rot blühendes Adonisröschen, während die Göttin Aphrodite ihren Geliebten beweinte. Die volkstümliche Bezeichnung Teufelsauge verweist ebenfalls auf Adonis aestivalis. Einjährige, blutrote Adonis-Arten stehen somit im engeren Bezug zum Gattungsnamen und Synonym, als mehrjährige, gelb-blühende Adonisröschen.

Blüte

Im Frühling strahlen die Blüten mit der Sonne um die Wette. Sommerblühende Adonisröschen entfachen ein rotes Leuchtfeuer in Bauerngärten und am Wegesrand. An diesen Eigenschaften können Sie Adonis-Blüten erkennen:

  • Blütenform: einfach, sternenförmig
  • Kelchblätter: 5 bis 8 Stück, grün, 6 mm bis 22 mm lang
  • Kronblätter: 3 bis 24 Stück, gelb oder rot, 8 mm bis 35 mm lang
  • Staubblätter: 15 bis 80 Stück, gelb oder schwarz
  • Größe: 1,5 cm bis 8 cm im Durchmesser
  • Blütenökologie: zwittrig

Als der Preußenkönig Friedrich II. ein Sumpfgebiet an der Oder trockenlegte, entstand nicht nur der ‚Gemüsegarten Berlins‘, sondern auch ein perfekter Lebensraum für Adonisröschen, wie folgendes Video demonstriert:

Adonisröschen erblühen im Oderbruch

Blatt

Filigranes Laub dient als grüne Kulisse für die farbenfrohen Blüten. Diese Merkmale prägen das Blatt von Adonisröschen:

  • Blattform: gestielt, dreieckig, gefiedert
  • Blattspreite: 5 cm bis 15 cm groß
  • Blattstiel: 3 bis 6 cm lang

Bei Frühlings-Adonisröschen und anderen schönen Arten sitzen die oberen Fiederblättchen wie ein verstrubbelter Kragen unter den Blüten.

Giftigkeit

Wie alle Hahnenfußgewächse sind Adonisröschen giftig. Herzwirksame Glykoside in hoher Konzentration sowie Flavonoide, Adonitoxin und weitere Toxine sind in allen Pflanzenteilen enthalten. Der Giftgehalt befindet sich auf Augenhöhe mit dem gefürchteten Fingerhut (Digitalis), der Giftpflanze des Jahres 2007.

Wachstum

Das sehr langsame, anspruchsvolle Wachstum ist ein ausschlaggebender Grund, warum Adonisröschen so selten geworden sind. Folgende Übersicht nennt die wichtigsten Eckdaten:

  • Wuchstyp: krautige, ausdauernde, sommergrüne oder einjährige Pflanze
  • Wuchshöhe: 15 cm bis 20 cm, während der Fruchtreife 30 cm bis 40 cm
  • Wurzeln: ausdauernde Arten mit Rhizom, einjährige Arten mit Pfahlwurzel
  • Lebensraum: Reliktvorkommen an der Oder, auf Trockenwiesen, in lichten Wäldern, an sonnigen Hängen.
  • Ökologische Amplitude: feuchter Boden und kühler Halbschatten oder sandig-trockene Erde in voller Sonne.

Raubbau an der Natur, Verbuschung von Trockenrasen, ungezügelte Umwandlung von Grünland in Ackerland sind weitere Gefährdungsursachen. Ohne den engagierten Einsatz von Naturschützern und Hobbygärtnern, die Adonisröschen pflanzen, wären die Naturschönheiten dem Untergang geweiht.

Exkurs

In Lebus die Adonisröschen-Blüte erleben

Jedes Jahr im Frühling pilgern Pflanzenfreunde zu den blühenden Adonisröschen im Oderbruch. An den sonnigen Hängen von Lebus und Mallnow sind die größten Vorkommen Deutschlands zu bewundern. Im Winter 2021 vergrößerten die NABU-Stiftung und tatkräftige Unterstützer vor Ort die blütenreichen Trockenrasen und schufen mehr Lebensraum für die stark gefährdeten Adonisröschen und seltene Wildbienen, wie die Ochsenzungen-Seidenbiene (Colletes nasutus)

Adonisröschen pflanzen

Richtig gepflanzte Adonis-Stauden können sehr alt werden. Um die zierlichen Blütenschönheiten im Garten anzusiedeln, können Sie vorgezogene Adonisröschen kaufen und einpflanzen. Für die Kultivierung einjähriger Teufelsaugen hat sich im Hobbygarten die direkte Aussaat gut bewährt. Lesen Sie in folgenden Abschnitten, wie Sie es richtig machen:

Standort

Die lokalen Rahmenbedingungen sind ausschlaggebend für die geeignete Adonis-Art. Folgende Übersicht nennt wichtige Einzelheiten:

  • Frühlings-Adonisröschen: vollsonnig bis absonnig, sandig-trockene Beeterde, durchlässig, gerne kalkhaltig
  • Amur-Adonisröschen: halbschattig, frisch-feuchter, nährstoffreicher Gartenboden, neutraler bis leicht saurer pH-Wert.
  • Rot blühende Adonis-Arten: sonnig bis halbschattig, kalkhaltig, flachgründig, sommerwarm, gerne steiniger Lehmboden.

Frühlings-Adonisröschen sind die idealen Frühblüher im Steingarten und Kiesbeet. Amur-Adonisröschen blühen prächtig als Unterpflanzung von Laubgehölzen. Rot blühende Teufelsaugen geben ein dekoratives Gastspiel im Naturgarten, als Farbtupfer im Bauerngarten oder zieren als Umrandung den Gemüsegarten.

Pflanzung

Beste Pflanzzeit für mehrjährige Adonisröschen ist im Herbst. Ein weiteres Zeitfenster ist im Frühling geöffnet. Stellen Sie den eingetopften Wurzelballen in Wasser, während Sie die Beeterde vorbereiten. Sehr schön kommen Adonisröschen in kleinen Tuffs mit drei bis vier Pflanzen zur Geltung. Folgende Kurz-Anleitung erklärt die korrekte Vorgehensweise:

  1. Pflanzgruben ausheben im Abstand von 20 cm bis 25 cm.
  2. Handschuhe anziehen.
  3. Wassergetränkte Wurzelballen austopfen und einpflanzen.
  4. Erde andrücken und gießen.

Extra-Tipp: Adonisröschen ziehen früh ein, darum bitte die Pflanzstelle markieren.

Aussaat

Die Samen von Adonisröschen sind Kühlkeimer. Als Termine für die Aussaat sind daher die Monate Februar bis April oder September und Oktober optimal. Eine Stratifizierung im Kühlschrank mit anschließender Anzucht auf der Fensterbank ist zum Scheitern verurteilt, weil Adonis-Arten umtopfen und umpflanzen nicht vertragen. So säen Sie Adonis-Samen gekonnt aus:

  1. Handschuhe anziehen
  2. Hartschalige Samen mit Schmirgelpapier aufrauen
  3. 24 Stunden einweichen in lauwarmem Wasser
  4. Saatbeet feinkrümelig harken, Gartenkalk (19,00€ bei Amazon*) und Sand einarbeiten
  5. Samen 1 cm bis 1,5 cm tief aussäen (Dunkelkeimer)
  6. Beeterde andrücken oder walzen und mit feiner Brause wässern

Im Gegensatz zu den Samen mehrjähriger Adonis-Arten keimt das Saatgut von Sommer-Adonisröschen innerhalb von zwei bis drei Wochen. Damit Ihnen gefräßige Schnecken die zarten Keimlinge nicht wegfuttern, überziehen Sie das Saatbeet mit einem Schutznetz oder legen Splitt (108,00€ bei Amazon*) als Wanderschranken aus.

Adonisröschen pflegen

Adonisröschen haben eine Aversion gegen Störungen aller Art. Haben sich die Hahnenfußgewächse im Boden erst einmal verwurzelt, sind Gießen, Düngen und Schneiden nicht mehr erforderlich. Auf einen Winterschutz legen Adonis-Stauden keinen Wert. Rot blühende, einjährige Arten schneiden Sie bitte erst im Winter bodeneben zurück. Auf diese Weise bleiben Ihnen die Blumen mittels Selbstaussaat im Garten erhalten.

Vermehren

Mehrjährige Adonisröschen lassen sich am besten durch Teilung vermehren. Langsames Wachstum torpediert in der Regel die Bewurzelung von Stecklingen oder Absenkern. So gelingt es:

  • Bester Zeitpunkt: nach der Blütezeit, wenn Adonisröschen vollständig eingezogen haben.
  • Vorgehensweise: Wurzelballen nicht vollständig ausgraben, sondern Rhizomstücke mit dem Spaten abtrennen.
  • Einpflanzen: Wurzelstücke mit mindestens zwei Knospen am neuen Standort so tief einpflanzen, wie zuvor.

In den ersten fünf Standjahren können Sie den gesamten Wurzelballen ausgraben, halbieren oder vierteln und jedes Wurzelsegment erneut in die Erde setzen. Nach der Teilung ist regelmäßiges Gießen eine wichtige Begleitmaßnahme für die zügige Verwurzelung.

Beliebte Sorten

Zu den im Steckbrief vorgestellten Arten gibt es im Handel weitere Adonisröschen-Arten und Sorten zu entdecken:

  • Adonis amurensis ‚Fukujukai‘: populäre, großblumige Sorte aus Japan, die etwas schneller in die Höhe wächst.
  • Adonis ‚Pleniflora‘: Amur-Adonisröschen mit gefüllten, gelben Frühlingsblüten.
  • Adonis amurensis ‚Shinano‘: japanische Sorte mit robuster Winterhärte, die im Halbschatten blüht.
  • Pyrenäen-Adonisröschen (Adonis pyrenaica): gedeiht schön in saurer, kalkfreier Erde, wie dem Heidegarten.
  • Kyllenisches Adonisröschen (Adonis cyllenea): in den 1990er Jahren in Griechenland entdeckte Art mit gelben Blüten von April bis Juni, Wuchshöhe bis 80 cm.

FAQ

Wann blühen in Lebus die Adonisröschen?

Von März bis Mai lädt das Gemeindeamt Lebus zur Adonisröschen-Wanderung ein. Folgen Sie dem ausgeschilderten Themenpfad über die blühenden Wiesen und Hänge entlang der Oder bei Mallnow. Neben Adonisröschen können Sie weitere, seltene Naturpflanzen bewundern, wie Mädesüß, Salbei, Küchenschellen, Sandfingerkraut oder Federgras.

Sind Adonisröschen giftig?

Ja, Adonisröschen zählen zu den Giftpflanzen. Verantwortlich für diesen unbeliebten Status sind primär herzwirksame Glykoside, wie sie auch in Fingerhut (Digitalis) enthalten sind. Absichtlicher oder unabsichtlicher Verzehr von Adonis-Pflanzenteilen verursacht bereits in kleinen Mengen quälende Vergiftungssymptome und kann in größeren Mengen tödlich sein. Für die Kultivierung im Familiengarten oder in der Nähe von Haustieren sind Teufelsaugen nicht geeignet.

Kann ich Adonisröschen im Kübel pflanzen?

Adonisröschen sind nicht geschaffen für ein Leben als Kübelpflanzen. Adonis-Arten wollen ungestört und in aller Ruhe wachsen. Vor allem regelmäßiges Umtopfen ist ein Störfaktor, der gegen die Pflanzung im Kübel spricht. Mit dieser floralen Abneigung stehen Adonisröschen nicht alleine da. Andere Hahnenfußgewächse, wie die Schneerose (Helleborus niger) sind ebenfalls für die Haltung im Topf oder Blumenkasten (37,00€ bei Amazon*) nicht geeignet.

Welche Pflanzpartner passen zu Adonisröschen?

Geeignete Pflanzpartner für das Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) sind andere Frühblüher, wie Frauenmantel (Alchemilla alpina) und Schleifenblume (Iberis sempervirens). Ziehen Frühlings-Adonisröschen ein, entfalten Mädesüß (Filipendula vulgaris) oder Leinblatt (Thesium linophyllon) ihren natürlichen Blütencharme. Amur-Adonisröschen harmonierten wunderbar mit Schneeglöckchen (Galanthus) und Christrosen (Helleborus niger) als Unterpflanzung von Zierkirschen (Prunus) und anderen Blütensträuchern für halbschattige Standorte.

Sind Adonisröschen eine Bienenweide?

Ja, alle Adonis-Arten machen sich als Bienenweide nützlich. In der Tat wird den wertvollen Naturblumen der höchste Trachtwert (sehr viel ++) zugeordnet. Es sind primär nahrhafte Pollen, die fleißige Bienen und Hummeln in den Blüten vorfinden. Einjährige Sommer-Adonisröschen haben auch reichlich Nektar zu bieten.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: aquatarkus/Shutterstock

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