Zwiebeln zum richtigen Zeitpunkt ernten

Wer Zwiebeln anbaut, benötigt ein wenig Geduld, denn Zwiebeln brauchen in der Regel ab der Aussaat mindestens vier Monate, um zu reifen. Die Zeit variiert jedoch von Sorte zu Sorte und es hängt davon ab, ob Winter- oder Sommerzwiebeln gepflanzt wurden.

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Ist das Kraut verwelkt und abgeknickt, ist Erntezeit

Wann werden welche Zwiebeln geerntet?

Je nach Aussaattermin variiert auch der Erntezeitpunkt der verschiedenen Zwiebelsorten.

  • Steckzwiebeln, im März und April gesetzt, können ab etwa Ende Juli bis in den September hinein geerntet werden
  • Steckzwiebeln, im September und Oktober gesetzt, können im darauf folgenden Jahr etwa ab Ende Juni geerntet werden
  • im März oder April ausgesäte Saatzwiebeln werden ab August bis September reif
  • im August ausgesäte Saatzwiebeln werden ab Juni bis Juli des darauf folgenden Jahres reif

Wie erkennt man die Reife?

Im Hochsommer bereitet sich die fertige Zwiebel auf den Winter vor. Sie lagert nun alle Nährstoffe in der Knolle ein. Dadurch werden jedoch die Röhrenblätter nicht mehr ausreichend versorgt. Folglich sterben sie langsam ab. Die Blattspitze beginnt sich gelblich zu verfärben und einzutrocknen. Dieser Prozess setzt sich langsam nach unten hin fort. Beobachtet der Gärtner diesen Vorgang, kann er mit der Grabegabel das Absterben des Zwiebellaubes ein wenig beschleunigen. Vorsichtig sticht er unter den Zwiebeln in die Erde und hebt die Knollen ein wenig an. Die Wurzeln werden mit dieser Maßnahme aus dem Boden gelöst, sie können kein Wasser mehr aufnehmen. Daher stellen sie dann das Wachstum ein und das Zwiebelgrün erhält nun überhaupt keine Nährstoffe mehr. Innerhalb kurzer Zeit sind die Röhrenblätter der Zwiebel komplett abgestorben.

Das Umknicken des Laubes

Auch wenn nicht mit der Grabegabel nachgeholfen wird, erkennt man die Reife daran, dass das Zwiebellaub fast vollständig vergilbt und eventuell auch schon umgeknickt ist. Das früher übliche Umknicken des noch grünen Laubes ist nicht zu empfehlen. Es sollte zu einer schnelleren Reife führen, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Die Zwiebel reift nicht richtig aus, gelangt nur zu einer “Notreife”. Dies wirkt sich negativ auf die spätere Lagerung aus.
Mit dieser Maßnahme wird es Krankheitserregern leicht gemacht einzudringen und die Zwiebel beginnt zu faulen.

Wie werden Zwiebeln geerntet?

Sind die Röhrenblätter der Zwiebeln vergilbt und bereits umgeknickt, ist es Zeit für die Ernte. Dazu sucht man sich am besten einen trockenen, möglichst sonnigen Tag aus, damit die Zwiebel sich leicht aus der Erde ziehen lassen.
Aber auch bei einer feuchten Wetterperiode müssen die reifen Zwiebeln aus der Erde, da sie sonst zu faulen beginnen. Die erdverkrusteten, nassen Zwiebeln benötigen dann eine längere Trockenphase.

  1. Nehmen Sie eine Grabegabel und heben damit die Zwiebeln vorsichtig aus der Erde.
  2. Während einer Trockenperiode können Sie die Zwiebeln auf dem Land liegen lassen, damit sie dort abtrocknen.
  3. Ist der Sommer eher regnerisch, schütteln Sie die überschüssige Erde von den geernteten Zwiebeln und lagern diese in luftigen Kisten oder auf Holzrosten.
  4. Wenn Sie eine überdachte Trocknungsmöglichkeit haben, können Sie die Zwiebeln in Büscheln zum Trocknen unter das Dach hängen.

Nach etwa vierzehn Tagen sollte die Trocknungsphase abgeschlossen sein.

Die Lagerung der Zwiebeln

Nach dem Trocknen sollte im Zwiebellaub keine Feuchtigkeit mehr vorhanden sein, die äußeren Zwiebelhäute sind “rascheltrocken”. Nun kann die Ernte eingelagert werden. Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Schütteln Sie die überschüssige Erde von der Zwiebel, helfen Sie vorsichtig mit den Händen nach.
  2. Kürzen Sie die trockenen Wurzeln.
  3. Schneiden Sie das trockene Laub bis auf eine Länge von 5 cm ab.
  4. Legen Sie die Zwiebeln in einen luftigen Korb.
  5. Vermeiden Sie geschlossene Behältnisse aus Plastik.
  6. Lagern Sie die Zwiebeln an einem trockenen, luftigen und dunklen Ort. Geeignet sind Kellerräume und unbeheizte Vorratskammern.
Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Alsu/Shutterstock

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