Umstritten – das Umknicken von Zwiebeln

Zwiebeln werden bereits seit Jahrhunderten in Gärten angebaut. Bis heute ist im Zwiebelanbau eine fragwürdige Sitte verbreitet, die für die Ernte förderlich sein soll: das Umknicken des Zwiebelgrüns ein bis zwei Wochen vor der Ernte.

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Das Laub umzutreten, ist nicht ratsam

Zwiebelanbau und -pflege

Der Zwiebelanbau ist weit verbreitet und wird auch gerne im heimischen Hausgarten praktiziert. Zum einen ist der Anbau der verschiedenen Zwiebelsorten wie

  • Küchenzwiebeln,
  • Schalotten,
  • Frühlingszwiebeln und
  • Gemüsezwiebeln

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eine einfache Sache, die auch Gartenanfänger schnell in den Griff bekommen.
Zwiebeln sind im allgemeinen anspruchslos und gedeihen auf jedem guten Gartenboden. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Zwiebelpflanzen genügend Sonne und Wasser bekommen.

Der Reifezeitpunkt

Eine Zwiebel ist reif für die Ernte, wenn ihr Grün abstirbt. Bei der Sommerzwiebel ist dies der Monat August. Die Zwiebeln bereiten sich nun auf den kommenden Winter vor und speichern alle Nährstoffe in der Zwiebel. Zwangsläufig erreicht das Zwiebellaub immer weniger Nahrung, es wird gelb. Nach einigen Tagen ist das Laub komplett abgestorben und fällt um. Jetzt ist der Reifezeitpunkt gekommen.

Wichtige Maßnahmen vor der Reife

Bevor der Reifezeitpunkt eintritt, muss darauf geachtet werden, dass sich keine Blütenstände bilden. Entsprechende Ansätze werden sofort herausgeschnitten. Duldet man der Entwicklung der Blüte, ist die Zwiebel für die häusliche Lagerung verloren. Wer allerdings Zwiebel aus eigenen Samen aussäen möchte, wird sich über eine Blüte freuen und die reifen Samenkörner trocknen.

Damit das Laub schneller abstirbt, können die Zwiebeln mit der Grabegabel leicht angehoben werden. Die Wurzeln haben dann keinen Halt mehr im Boden und ziehen auch kein Wasser mehr. Die reife Zwiebel wird schneller trocken und kann aus dem Beet genommen werden.

Das Niedertreten des Laubes

Die Sitte, das Zwiebellaub umzutreten wenn es noch im Saft steht, ist immer noch weit verbreitet. Mit dem Umtreten soll ein schnelleres Reifen der Zwiebel bewirkt werden.
Wissenschaftliche Studien haben jedoch das Gegenteil bewiesen. Das Umtreten des Laubes ist ein Eingriff in den letzten Abschnitt des Reifungsprozesses der Zwiebel. Zum einen ist sie noch nicht vollständig reif, zum anderen werden wertvolle Nährstoffe daran gehindert, aus dem Blattgrün in die Zwiebel zu wandern.
Die Zwiebel gelangt durch das Niedertreten des Laubes in einen Zustand der Notreife. Dadurch leidet die Lagerfähigkeit.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: SIM ONE/Shutterstock

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