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Zitronenbaum-Dornen: Ursachen & Sorten mit wenigen Stacheln

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Zitronenbäume sind beliebte Zitruspflanzen, die für ihre aromatischen Früchte und ihr glänzendes Laub bekannt sind. Viele Hobbygärtner wundern sich jedoch über die Dornen an den Zweigen, die die Ernte und Pflege erschweren können. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe für die Bedornung von Zitruspflanzen und stellt verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Dornenintensität vor.

Zitronenbaum Stacheln

Warum haben Zitruspflanzen Dornen?

Zitruspflanzen, zu denen auch die beliebten Zitronenbäume gehören, tragen Dornen, die ihnen in ihren ursprünglichen tropischen und subtropischen Lebensräumen einen wichtigen Überlebensvorteil verschaffen. Diese Dornen sind ein Resultat der Evolution und dienen der Pflanze als Schutzmechanismus gegen Fressfeinde. In Regionen mit ganzjährig günstigen Bedingungen und einer hohen Anzahl an Fressfeinden mussten Zitruspflanzen effektive Verteidigungsstrategien entwickeln, um zu überleben und sich fortzupflanzen.

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Die attraktiven Früchte und das üppige Laub machen Zitruspflanzen zu einem begehrten Ziel für verschiedene Tiere. Um ihre wertvollen Ressourcen – die Früchte mit den Samen für die nächste Generation und die Blätter, die für die Fotosynthese unerlässlich sind – zu schützen, haben sich Zitruspflanzen mit Dornen „bewaffnet“. Diese dienen als physische Barrieren, die es Fressfeinden erschweren, sich den Pflanzen zu nähern und Schaden anzurichten.

Interessanterweise variiert die Ausprägung der Bedornung je nach Wachstumsstadium der Pflanze und den genetischen Eigenschaften der jeweiligen Zitrusart. Während einige Zitruspflanzen im jugendlichen Stadium stärker bedornt sind und im Laufe des Wachstums weniger Dornen ausbilden, behalten andere Arten ihre Dornen auch als ausgewachsene Pflanzen bei. Dieses Phänomen lässt sich teilweise durch den anhaltend hohen Druck der Fressfeinde auf erwachsene Pflanzen erklären, die attraktive Früchte produzieren.

Die Dornen von Zitruspflanzen sind somit ein faszinierendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen an ihre Umwelt und die Herausforderungen, die sie meistern müssen, um zu überleben und sich fortzupflanzen. Sie erinnern uns daran, dass die Natur stets innovative Wege findet, um Leben zu schützen und zu erhalten.

Dornen in der Jugendphase

Junge Zitrusbäume, ähnlich wie Apfel- und Birnbäume in ihren ersten Jahren, neigen dazu, vermehrt Dornen auszubilden. Diese Dornen sind ein direktes Ergebnis der juvenilen Phase der Pflanze, in der sie noch klein und vom Boden aus leicht von Fressfeinden erreichbar ist. Die Bildung von Dornen in diesem frühen Stadium dient als effektive Schutzmaßnahme. Beispielsweise erreichen Apfelbäume eine ’sichere‘ Höhe bei ungefähr 200 cm. Sobald diese Höhe erreicht ist, liegt der Fokus der Pflanze mehr auf der Reproduktion als auf dem bloßen Überleben. Sie beginnt mit der Bildung von Blüten und Früchten, während die Dornen tendenziell abnehmen oder weniger prominent werden.

Bei Zitrussämlingen, deren juvenile Phase durch eine signifikante Bedornung gekennzeichnet ist, bleibt dieser Schutzmechanismus jedoch auch im Erwachsenenalter relevant. Der anhaltende Druck von Fressfeinden in Kombination mit der Attraktivität der Pflanzen für diese Gegner rechtfertigt den fortwährenden Bedarf an einem solchen physischen Schutz. Diese Notwendigkeit wird besonders beim Ernten spürbar, wenn die Dornen beim Versuch, die Früchte zu pflücken, eine greifbare Hindernis darstellen können.

Einflussfaktoren auf die Dornigkeit

Die Ausprägung der Dornen bei Zitronenbäumen ist ein Phänomen, das von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Zwei Hauptfaktoren sind hierbei die genetische Veranlagung und die Umweltbedingungen. Jüngere Pflanzen weisen in der Regel eine stärkere Bedornung auf, was als Schutzmechanismus in der Wachstumsphase dient. Mit zunehmendem Alter und Reife der Pflanzen nimmt die Dornigkeit jedoch ab, was auf den geringeren Bedarf an physischem Schutz zurückzuführen ist.

  1. Genetische Prädisposition: Die genetische Veranlagung bestimmt grundsätzlich das Potenzial und die Neigung zur Dornenbildung. Unterschiedliche Zitrussorten weisen aufgrund ihrer genetischen Zusammensetzung eine variierende Dornigkeit auf.
  2. Wachstumsphase: Junge Pflanzen zeigen tendenziell mehr und schärfere Dornen als erwachsene Bäume. Dies dient dem Schutz in einer vulnerablen Phase ihres Lebenszyklus.
  3. Pflege und Kulturbedingungen: Unzureichende Überwinterung, kalte Temperaturen und andere ungünstige Bedingungen können die Dornenbildung fördern. Ebenso kann ein starker Rückschnitt, insbesondere bei jungen Pflanzen, ein verstärktes Wachstum von Dornen auslösen.
  4. Stressfaktoren: Umweltstress wie Wassermangel, Nährstoffdefizit oder Lichtmangel kann als Reaktion eine erhöhte Bedornung hervorrufen. Pflanzen setzen Dornen als Abwehrmechanismus ein, um ihre Überlebenschancen unter suboptimalen Bedingungen zu erhöhen.

Aus diesen Faktoren ergibt sich ein komplexes Zusammenspiel, welches die Dornenbildung bei Zitronenbäumen beeinflusst. Ein umsichtiges Pflegemanagement kann dazu beitragen, die Dornigkeit zu kontrollieren und optimal auf die Bedürfnisse der Pflanze einzugehen.

Dornenlose Zitrussorten

zitronenbaum-stacheln

Calamondin haben keine Dornen

Einige Zitrussorten erweisen sich als besonders anpassungsfähig und kommen ohne die sonst typischen Dornen aus. Hier eine Auflistung einiger dieser friedfertigen Sorten:

  • Bitterorangen: Bis auf die weidenblättrige Bitterorange sind alle Bitterorangen frei von Dornen. Die panaschierte Variante der weidenblättrigen Bitterorange zeichnet sich ebenfalls durch ihre Dornenlosigkeit aus.
  • Mandarinen: Viele Mandarinensorten, dazu zählen die Mittelmeermandarine, frühe Clementinen und Satsuma Mandarinen, zeigen sich ohne Dornen. Die lange Geschichte der Kultivierung in China könnte hierbei eine Rolle gespielt haben, um die begehrten Früchte zugänglicher zu machen.
  • Calamondin: Die dornenlose Natur dieser Hybride aus Kumquat und Mandarine macht sie zu einer idealen Wahl für die Haltung als Zimmerpflanze. Ihre Beliebtheit ist unter anderem ihrer pflegeleichten Handhabung geschuldet.
  • Kumquats: Abgesehen von der Minikumquat, erweisen sich alle Kumquats als dornenfrei. Dies könnte unter anderem auf die besondere Stellung der Pflanze zurückzuführen sein, die sich trotz geringer Wuchshöhe behaupten will.
  • Chinotto: Auch diese Zitrusfrucht trägt keine Dornen, was sie ebenso wie andere dornenlose Sorten attraktiv für den Anbau und die Pflege macht.

Die Auswahl und Züchtung von dornenlosen Sorten, vor allem durch menschliches Zutun, hat maßgeblich dazu beigetragen, die Handhabung und Pflege dieser Pflanzen zu erleichtern.

Zitrussorten mit wenigen Dornen

Folgende Zitruspflanzen zeichnen sich durch weniger ausgeprägte Dornen aus und vereinfachen somit die Pflege und Ernte:

  • Rote Grapefruit ‘Rubra’: Bekannt für ihren herzhaften Geschmack und nur spärlich mit Dornen bestückt.
  • Bergamotte ‘Fantastico’: Wenige Dornen kennzeichnen diese Sorte, die oft für ihr aromatisches Öl geschätzt wird.
  • Pampelmuse ‘Marsh’: Diese Sorte trägt ebenfalls nur wenige Dornen und ist beliebt für ihren süßen Geschmack.
  • Grapefruit ‘Marsh Seedless’: Wie der Name schon sagt, ist diese Sorte nicht nur kernlos, sondern auch arm an Dornen.
  • Rote Rangpur-Limette: Eine seltene Sorte, die weniger Dornen aufweist und einzigartige kulinarische Möglichkeiten bietet.
  • Limequat ‘Tavares’: Eine Kreuzung mit wenigen Dornen, die sowohl die Eigenschaften von Limetten als auch von Kumquats in sich vereint.
  • Neapolitanische Limette: Weniger Dornen machen diese Sorte zu einem Favoriten für den Garten und die Küche.
  • Mexikanische Limette: Obwohl sie weniger Dornen besitzt, ist Vorsicht geboten, da ihre Dornen dennoch spürbar sind.
  • Kaffirlimette: Trotz weniger Dornen wichtig in der kulinarischen Verwendung, insbesondere in der asiatischen Küche.
  • Süßorangen: Die überwiegende Mehrheit der Süßorangen-Sorten ist nur gering bedornt, mit Ausnahme der Ovalen Orange.
  • Meyerzitrone: Beliebt für ihre kulinarische Vielseitigkeit und mit nur wenigen Dornen versehen.

Diese Auswahl zeigt deutlich den Einfluss der Züchtung und Selektion durch den Menschen, um attraktive Zitrusvarianten mit reduzierter Dornigkeit zu erhalten.

Zitrussorten mit vielen Dornen

Einige Zitrusarten heben sich durch ihre intensive Bedornung hervor. Nachstehend finden sich die Arten, die aufgrund ihrer starken Dornen besondere Achtsamkeit im Umgang erfordern.

  • Panaschierte Orange – Hervorstechend durch ihre auffällige Musterung und üppige Dornenbildung.
  • Dreiblättrige Bitterorange – Bekannt für ihre robuste Natur und dichte Dornen an den Zweigen.
  • Flying Dragon – Eine spezielle Form der dreiblättrigen Bitterorange mit verdrehten Wuchs und verstärkten Dornen.
  • Yuzu – Diese fruchttragende Zitrussorte ist nicht nur für ihren einzigartigen Geschmack, sondern auch für ihre kräftigen Dornen bekannt.
  • Minikumquat – Trotz ihrer kleinen Größe, zeichnet sie sich durch eine intensive Dornenpräsenz aus.
  • Beide Fingerlimetten (weißfleischige und pinkfleischige) – Diese Sorten sind nicht nur aufgrund ihres besonderen Erscheinungsbildes und Geschmacks interessant, sondern auch wegen ihrer starken Dornen.
  • Clementine Mandared – Diese Sorte steht aufgrund ihrer großen und starken Dornen besonders im Fokus.
Bilder: TomekD76 / iStockphoto