Zebragras: Pflege und Rückschnitt

Hübsch gestreift bringt das Zebragras eine aparte Struktur an den Gartenteich oder in den Vorgarten. Da verwundert es nicht, dass es derzeit wieder äußerst beliebt ist. Zudem ist es angesichts seiner Pflegeleichtigkeit auch für Pflanzenanfänger besonders interessant.

zebragras
Das Zebragras gehört zur Familie der Chinaschilfe

Herkunft

Aufgrund seines Namens mag man fast versucht sein, das Zebragras in den afrikanischen Herkuftsraum zu verorten. Hält man sich aber vor Augen, dass es innerhalb der Süßgrasfamilie zu der Art der Chinaschilfe gehört, wird klar, dass es ursprünglich aus dem fernen Osten stammt. Diese konkrete Sorte, botanisch Miscanthus sinensis ‚Zebrinus‘, ist aus Japan importiert worden. Da sie auch in ihrem Urspungshabitat vier Jahreszeiten und vor allem frostreiche Winter kennt, kommt sie in unserem mitteleuropäischen Klima gut zurecht.

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Wachstum

Als Mitglied der Chinaschilfe zeigt das Zebragras auch einen entsprechend schilfartigen Wuchs. Es wächst aufrecht und buschig und bildet recht dichte Horste mit kurzen, horizontalen Rhizomen aus. Insgesamt kann das Zebragras bis zu zwei Meter hoch werden. Die nach oben spitz zulaufenden Halme verzweigen sich nicht, fächern sich aber innerhalb des Blättertuffs teils weit nach außen auf und hängen leicht über, was gerade bei ausgewachsener Höhe für einen imposanten Eindruck sorgt.

Blätter

Nicht nur der erhabene, weit aufgefächerte Wuchs macht das Zebragras zu einer sehr attraktiven Vorgartenpflanze, sondern vor allem natürlich die Erscheinung der Blätter an sich. Mit ihrer langen, schmalen, lanzettlichen Form und den ganzrandigen Rändern zeichnen sie eine sehr definierte, klare Kontur, durch die das Gras nahezu schick wirkt. Den besonderen Blickfang bilden dabei die namensgebenden Querstreifen, die sich in Blassgelb vom frischgrünen Untergrund abheben. Diese Färbung entsteht allerdings nur während der Vegetationsphase über den Sommer. Mit Einbruch des Herbstes nehmen die Blätter eine braungoldene Farbe an.

Blüte

Blüten bildet das Zebragras hierzulande nur selten aus. Und wenn, dann erscheinen sie erst spät in der Vegetationsperiode, etwa zwischen August und Oktober. Sie zeigen sich als silberweiße, filzig behaarte Rispen.

Standort

Das Zebragras bevorzugt einen sonnigen Standort, kommt aber auch im Halbschatten zurecht. Eine höhere Chance auf eine prächtige Ausbildung der hübschen Querstreifen haben Sie, wenn Sie es an einen sonnigen Platz pflanzen. Auch sollte das Zebragras nicht zu kalt und zugig stehen. Ideal ist eine südliche Lage, die vor starken Winden geschützt ist.

Zum Merken:

  • möglichst sonnige Lage, dann auch gute Ausbildung der Streifen
  • vor rauen Witterungseinflüssen geschützt

Erde

Sie können das Zebragras wegen seiner Frosthärte problemlos dauerhaft ins Freie pflanzen. Aber auch im Kübel lässt es sich kultivieren. In beiden Fällen gilt es, ihm ein relativ nährstoffreiches, frisches und durchlässiges Substrat zu bieten. Ideal ist eine Erde mit gewissem Lehm- und Sandanteil, dem Sie bei der Pflanzung eine gute Portion Humus beifügen. Für die Durchlässigkeit tut dem Gras auch eine Auflockerung durch Kieselsteine gut.

Auch bei der Kultur im Kübel ist eine gute Drainage unentbehrlich.

Wie das Erdsubstrat beschaffen sein sollte:

  • relativ nährstoffreich, frisch und durchlässig
  • sowohl im Freiland, als auch im Kübel Drainageschicht einarbeiten!

Pflanzzeit

Als Pflanzzeit ist für das Zebragras am besten das mittlere Frühjahr ab April geeignet.

Pflanzabstand

Der Pflanzabstand zu etwaigen Nachbarpflanzen und auch zwischen den einzelnen Jungexemplaren ist wichtig. Denn durch seine stark wachsenden Rhizome und die ausgeprägte Horstbildung breitet sich das Zebragras recht intensiv aus. Wenn Sie verhindern möchten, dass es auf Dauer Überhand nimmt, sollten Sie den Einbau einer Wurzelsperre in Erwägung ziehen. Das Abtrennen von allzu ausufernden Horstausläufern geht mit dem Spaten aber auch recht gut, jedenfalls solange das Gras noch nicht zu alt und zäh ist.

Der Standort ist beim Pflanzabstand ebenfalls ein wichtiger Faktor. Möchten Sie das Zebragras als Strukturauflockerung im Staudenbeet haben, ist ein Radius von mindestens einem Meter um das Gras herum empfehlenswert. In diesem Fall empfiehlt sich außerdem insbesondere die Wurzelsperre.

Vielfach wird das Zebragras aber auch in Solitärstellung, etwa im Vorgarten, gepflanzt. Dabei macht es eine sehr gute Figur und darf oft auch mehr Platz in Anspruch nehmen. Wenn Sie mehrere Exemplare mit Hinblick auf einen kleinen Zebragraswald pflanzen möchten, halten Sie einen Pflanzabstand von etwa 1,20 Metern ein.

Zum Merken:

  • Zebragras tendiert zur recht starken Ausbreitung – Wurzelsperre in Erwägung ziehen
  • vor allem im Beet der übermäßigen Ausdehnung vorbeugen und einen Radius von etwa einem Meter einhalten
  • bei mehreren Exemplaren Pflanzabstand von etwa 1,20 m

Gießen

Das Zebragras kommt recht gut mit moderaten Trockenphasen zurecht, etwas empfindlicher ist es allerdings gegen Nässe. Bei dauerhaft nassem Grund kann Wurzelfäule auftreten, die dem Zebragras ziemlich schnell den Garaus macht. Bei der Pflanzung im Freiland ist die Einarbeitung einer effektiven Drainage deshalb wichtig, insbesondere, wenn der Boden an der Stelle eher kompakt ist. Wenn es im Sommer über längere Zeit trocken und heiß ist, sollten Sie die Pflanze regelmäßig wässern.

Bei der Kultur im Kübel ist eine engmaschigere Wassergabe nötig, vor allem im Sommer. Gießen Sie regelmäßig, sodass der Topfballen nicht austrocknet. Staunässe ist bei der Kübelkultur natürlich besonders zu vermeiden. Sehen Sie also auch zu, dass Sie nach Regentagen den Übertopf ausleeren.

Wasserbedarf im Überblick:

  • braucht mäßig viel Wasser
  • in längeren Trockenphasen regelmäßig wässern
  • Staunässe unbedingt vermeiden

Düngen

Abgesehen von einem humusreichen Pflanzsubstrat und etwas Kompostgabe im Frühjahr brauchen Sie das Zebragras nicht großartig zu düngen.

Schneiden

Im Allgemeinen ist es ratsam, das Zebragras einmal im Jahr zurückzuschneiden. Das fördert einen frischen Neuaustrieb und eine prächtige Entfaltung in der Vegetationsperiode. Dazu können Sie die Halme durchaus bodennah abschneiden, das Gras bekommt dadurch einen effektiven Frischekick.

Durchführen sollten Sie den Rückschnitt allerdings erst im Frühjahr. Erstens bietet das Laubmaterial der Pflanze über den Winter hinweg einen guten Schutz vor allzu harter Witterung. Diesen Schutzeffekt können Sie erhöhen, indem Sie die Halme oben zusammenbinden und das Zebragras dadurch kompakter und widerstandsfähiger gegen Kälte und Wind machen. Zweitens können die Halme auch bei Winterwetter einen durchaus dekorativen Anblick bieten.

Der ideale Zeitpunkt für die Entfernung der alten Blätter ist, wenn sich die neuen als kleine, helle Triebe aus der Erde wagen. Jetzt brauchen sie Licht und sollten von den Vorjahreshalmen befreit werden. Achten Sie natürlich darauf, dass Sie die Jungtriebe bei der Schnittarbeit nicht beschädigen.

Nutzen Sie für den Rückschnitt am besten eine große, scharfe Heckenschere.

Rückschnittregeln im Überblick:

  • Einmal pro Jahr kompletter, bodennaher Rückschnitt
  • Altes Laub über den Winter zum Schutz der Pflanze stehen lassen, möglicherweise zusammenbinden
  • Zurückschneiden, sobald sich die neuen Blatttriebe zeigen

Balkon

Ein Zebragras lässt sich auch gut im Kübel halten – das kommt denjenigen Gräserfans zugute, die keinen Garten zur Verfügung haben. Im Kübel müssen Sie das Zebragras natürlich aufgrund des begrenzten Pflanzgrundes etwas aufmerksamer umsorgen, allerdings ist die Pflege auch hier recht unaufwändig.

Die Umsorgung des Pflanzgrundes besteht vor allem im regelmäßigen, Staunässe vermeidenden Gießen vor allem an heißen, trockenen Tagen. Gerade auf dem Balkon kann sich dann viel Hitze anstauen und durch viele nahe Mauerwände einiges mehr an Wasser verdunsten. Das Substrat sollten Sie mit einer guten Drainageschicht versehen, um ein gutes Abfließen zu gewährleisten. Düngen können Sie das Zebragras, indem Sie ihm im Frühjahr etwas Kompost geben.

Der Vorteil bei der Kübelkultur ist, dass die Gefahr der übermäßigen Verbreitung wegfällt. Der Topf dient gewissermaßen automatisch als Wurzelsperre und hindert das Gras an der übermäßigen Horstbildung. Allerdings muss das Zebragras ab und an umgetopft werden, wenn der Topf allzu eng wird.

Ein Standort auf dem Balkon eignet sich für ein Zebragras im Kübel oft recht gut. Denn hier ist es meist gut geschützt vor scharfem Wind. Weil das Zebragras aber gern sonnig stehen möchte, sollte der Balkon möglichst nach Süden oder Südwesten ausgerichtet sein. Das Überwintern ist in der Regel kein Problem, an sich ist das Zebragras resistent gegen Temperaturen bis -20°C. Bei sehr strengem Frost sollten Sie den Topf allerdings vorsichtshalber in Sackleinen einwickeln.

Überwintern

Im Freiland ist das frostharte Zebragras vor dem Erfrieren so gut wie gefeit, da es zweistellige Minustemperaturen verträgt. Allerdings empfiehlt es sich, das Pflanzenherz ein wenig zu schonen, indem Sie die alten Blätter über den Winter hinweg stehenlassen. Sie können sie auch zusammenbinden, um die Pflanze kompakter und windresistenter zu machen.

In Kübelkultur ist der Wurzelballen des Zebragrases etwas empfindlicher. Bei sehr strengem Frost sollten Sie den Topf daher mit Bast oder Sackleinen einwickeln. Mit dem Laub verfahren Sie genauso wie bei der Kultivierung im Freiland. Nicht verkehrt ist es auch, den Kübel zum Schutz gegen Wind und Wetter unter ein Dach zu stellen.

Vermehren

Teilung

Das Vermehren von horstbildenden Gräsern ist grundsätzlich einfach und am besten durch Teilung des Wurzelballens möglich. Da das Zebragras ein sehr dichtes Rhizomgeflecht ausbildet, können Sie davon einfach mit einem scharfen Spaten etwas abteilen. Ab und an ist die Abteilung sich ausdehnender Horstausläufer im Freiland sowieso nötig – dann können Sie die Gelegenheit nutzen, um sich selbst oder interessierten Gärtnerfreunden einen Ableger zu verschaffen.

Das Vermehren führen Sie am besten im Frühjahr durch. Achten Sie beim Teilen darauf, dass das Trennstück einige gut ausgebildete Halme mit gesunden Wurzeln besitzt. Setzen Sie es an die gewünschte Stelle und gießen es gut an.

Mit fortgeschrittenem Alter und zunehmender Verhorstung kann das Zebragras in der Mitte verkahlen, was der Optik natürlich abträglich ist. Um wieder eine schön buschige, attraktive Pflanze zu bekommen, graben Sie das ganze Gras mitsamt dem Ballen aus und teilen es. Zum Wiedereinpflanzen nehmen Sie ein Stück aus dem äußeren, jüngeren Bereich. Dieses setzen Sie an der ursprünglichen Stelle wieder ein.

Samenanzucht

Die Samenanzucht ist natürlich grundsätzlich auch möglich, aber nicht so einfach wie das Teilen. Außerdem können – bei Verwendung eigener geernteter Samen – nicht sortenechte Exemplare ohne die charakteristischen Streifen entstehen. Eigene Samen bekommt man allerdings wegen der seltenen Blüte sowieso kaum. Im Fachhandel gibt es aber einige Angebote.

Die Samen setzen Sie in Schalen mit Anzuchterde und bedecken sie nur ganz leicht. Zum Keimen brauchen die Samen Zimmertemperatur und gleichmäßige Feuchtigkeit. Empfehlenswert ist es, sie bis zur Keimung unter Folie zu ziehen.

Krankheiten

Gegen Krankheiten ist das Zebragras erfreulicherweise sehr resistent. Sofern Sie es vor zu großer Trockenheit und Staunässe schützen, sollte es Ihnen keine Probleme machen. Bei zu langer Trockenheit und heftiger Sonneneinstrahlung kann es vorkommen, dass die Blätter vertrocknen. Aber nicht vergessen: Die Braunfärbung im Herbst ist normal und kein Grund zur Sorge!

Auch Schädlinge befallen das Zebragras kaum. Eventuell können Miscanthus-Schmierläuse auftreten.

Tipp

Den Zierwert des Zebragrases können Sie vielseitig nutzen. Die Solitärstellung im Vorgarten ist eine sehr beliebte und empfehlenswerte Variante. Aber auch an Teichrändern macht sich das schöne Schilf äußerst gut. Hier müssen Sie allerdings darauf achten, dass Sie es mit ausreichendem Abstand zum dauernassen Teichgrund pflanzen. Auch sehr dekorativ sind die gestreiften Halme des Zebragrases als Schnittgut in Sträußen.

Sorten

Nicht nur das richtige Zebragras ist ein sehr schöner Blickfang im Garten. Auch weitere Chinaschilfsorten haben sehr attraktive Erscheinungsbilder und sind nicht weniger leicht zu kultivieren.

Miscanthus sinensis ‚Strictus‘

Diese Sorte ist dem Miscanthus sinensis ‚Zebrinus‘ äußerst ähnlich und wird meist ebenfalls einfach als Zebragras bezeichnet. Es hat einen etwas aufrechteren, strafferen Wuchs und auch etwas linealere Blätter als das richtige Zebragras, zeigt aber dieselbe, dekorative Streifenfärbung in Frischgrün und Bambusgelb. In der Höhe erreicht es etwa 1,30 bis 1,50 Meter. Die Blüten erscheinen, wenn überhaupt, spät in der Saison im September oder Oktober als bräunliche Rispen.

Miscanthus sinensis ‚Ferner Osten‘

Diese Chinaschilfsorte ist auch eine interessante Alternative zum Zebragras. Zwar fehlen ihr die Streifen auf den Blättern, dafür bietet sie aber durch eine ins Rötliche gehende Herbstfärbung auch einen aparten Farbreiz. Außerdem bildet die Sorte im September oder Oktober besonders große, strukturell filigrane Ährenblüten, die erst in braunrötlichem Ton erscheinen und sich später in ein schönes Silberweiß verwandeln. Besonders schön wirken sie auch, wenn ihre abgeblühten Ährenstände im Winter von Raureif überzogen werden.

Die sommergrünen Blätter sind sehr schmal, spitz zulaufend und bilden einen langen, bogigen Schopf. Insgesamt wird die Sorte ‚Ferner Osten‘ so hoch wie das Zebragras, etwa bis zu 1,60 Meter.

Miscanthus sinensis ‚Malepartus‘

Auch ein sehr schönes und imposantes Chinaschilf ist die Sorte ‚Malepartus‘. Sie zeichnet sich durch einen bis zu 2 Meter hohen Wuchs mit elegant überhängenden Halmen aus, die eine frischgrüne Farbe mit weißer Mittellinie haben. Von der Form her sind die Halme relativ breitspreitig, zugespitzt und gannzrandig. Im Herbst färbt sich das Laub, ähnlich wie bei der Sorte ‚Ferner Osten‘, rötlich, hier allerdings weniger ins Bräunliche gehend, sondern strahlender.

Auch die Blüten sind bei dieser Sorte äußerst dekorativ: Sie zeigen sich ab August als sehr große, fahnenartig schwingende Rispen in rötlicher, später silbrig weißer Farbe.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: weruu/Shutterstock

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