Ysop ernten und verarbeiten

Ysop (Hyssopus officinalis) ist ein Halbstrauch, der im südlichen Europa verbreitet ist. Seit langer Zeit gilt das Kraut wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe als Heilpflanze. Obwohl die Art einer anderen Gattung angehört, erinnert sie an den in Deutschland heimischen Natternkopf.

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Ysop kann den ganzen Sommer über geerntet werden

Wann Ysop geerntet wird

Zarte Blätter lassen sich während der gesamten Saison ernten. Kurz vor der Blüte haben diese einen besonders hohen Anteil an Nährstoffen, Vitaminen und aromatischen Geschmacksstoffen. Das wärmeliebende Kraut blüht zwischen Juni und September. Ernten Sie Blüten am frühen Morgen, nachdem der Tau verdunstet ist. Die letzte Ernte der Blätter erfolgt, wenn die Pflanzen vollständig verblüht sind.

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Möglichkeiten der Ernte:

  • vereinzelte Blätter abzupfen
  • nicht verholzte Triebe abschneiden
  • Blüten pflücken

Verarbeitung

Im frischen Zustand hat Ysop einen intensiven Geschmack, weswegen Sie das kleingehackte Laub nur in geringen Mengen Speisen zufügen sollten. Es lässt sich konservieren, sodass Sie die Ernte auch zu einem späteren Zeitpunkt in der Küche verwenden können.

Tipps

Ysop wirkt als Tee lindernd bei Entzündungen im Mund.

Trocknung

Bei Raumtemperatur und trockener Luft verlieren die Blätter innerhalb weniger Tage Wasser, sodass sie sich zu einem feinen Gewürz verarbeiten lassen. Breiten Sie die Ernte locker auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech aus. Haben Sie ganze Triebe geerntet, können Sie diese bündeln und mit einem Strick luftig aufhängen. Je weniger Pflanzenteile beschädigt sind, desto mehr aromatische Inhaltsstoffe bleiben erhalten.

Einfrieren

Die Lagerung im Gefrierschrank bietet den Vorteil, dass der Geschmack der Pflanze nicht verloren geht. Lassen Sie die Blätter flächig ausgebreitet auf einer Unterlage anfrieren. Anschließend können Sie die Ernte in einen Beutel füllen und auf diese Weise das Kraut nach Bedarf portionieren. Es eignet sich für das Würzen warmer Speisen und Salate.

Einlegen

Ysop lässt sich in Essig und Öl einlegen. Achten Sie darauf, dass die Triebe vollständig im Ansatz schwimmen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Pflanzenteile schimmeln. Lassen Sie das Gefäß für zwei Wochen an einem Ort mit Zimmertemperatur ziehen, sodass sich die Aromen in der Flüssigkeit lösen. Sie eignet sich zum Marinieren und Kochen oder liefert eine schmackhafte Soße zu Salaten.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Juver/Shutterstock

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